Bundesliga - Fürths Heimschwäche hält weiter an

Eine Woche nach dem Coup bei Schalke 04 ist die SpVgg Greuther Fürth auf den harten Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens unterlag dem VfL Wolfsburg verdient mit 0:1 (0:1) und hat auch im elften Versuch den ersten Bundesliga-Sieg im eigenen Stadion verpasst. Die Franken bleiben Tabellenschlusslicht, während die Wölfe die drohende Abstiegsgefahr vorerst bannten.

Die Lehren:

In Fürth gehen so langsam die Lichter aus. Auch gegen den VfL Wolfsburg hat es nicht zum ersten Heimsieg gereicht. Den Hausherren ist das Bemühen keineswegs abzusprechen, doch das allein reicht eben nicht, um die Klasse zu halten.

Letztlich fehlte es der Elf von Maik Büskens an der nötigen Durchschlagskraft. So sind die "Kleeblätter" nach dem Hoffnungsschimmer vom Sieg bei Schalke 04 wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück, der die Fürther mit zwölf Punkten am Tabellenende sieht.

Der VfL Wolfsburg zeigte sicherlich alles andere als ein spektakuläres Auswärtsspiel. Allerdings standen die Wölfe in der zuletzt so wackligen Defensive äußerst sicher. Am Abwehrzentrum Naldo und Madlung prallten die Fürther Angriffsversuche spätestens ab, wenn nicht zuvor bereits der starke Polak die Ansätze zunichte gemacht hatte.

Mit nunmehr 24 Punkten kann der Blick eindeutig in Richtung Europa-League-Plätze gehen, auf die die Hecking-Elf lediglich sechs Punkte aufholen muss.

Stimmen:

Dieter Hecking (Trainer 1. FC Nürnberg): Das war das erwartet schwere Spiel. Umso wichtiger war, dass wir heute gewonnen haben und uns vor der Partie gegen den FC Bayern etwas Luft verschaffen konnten.

Mike Büskens (Trainer Greuther Fürth): Ich glaube Diego hat alleine einen höheren Marktwert als unsere gesamte Mannschaft. Wie die Mannschaft dort dagegen gehalten hat, da sage ich: Hut ab!

Helmut Hack (Präsident Greuther Fürth): Nach der starken Leistung brauchen Sie mich nach unseren Trainer gar nicht erst fragen.

Die Höhepunkte:

15. Der erste richtige Aufreger der Partie: Baba schlägt den Ball aus dem linken Halbfeld vor das Wolfsburger Tor. Asamoah ist einen Schritt schneller als Madlung, setzt den Flugkopfball jedoch am kurzen Pfosten vorbei.

23. TOOOR für Wolfsburg! Der erste gute Angriff des VfL führt direkt zum Erfolg. Diego schickt seinen Landsmann Vieirinha glänzend in die Lücke. Der Brasilianer legt den Ball quer auf Dost, der keine Mühe hat, die Kugel zum 1:0 über die Linie zu drücken.

44. Riesenchance für die "Wolfe". Diego wird 13 Meter vor dem Tor glänzend frei gespielt. Der Brasilianer kommt mit dem rechten Fuß direkt zum Abschluss, doch Hesl reagiert glänzend und verhindert so das 0:2.

49. Fürth kommt stürmisch aus der Kabine. Djurdjic schlenzt den Ball mit links vom rechten Strafraumeck Richtung Tor, doch Benaglio ist auf dem Posten und lenkt die Kugel über die Querlatte.

70. Der eben eingewechselte Koreaner Park spielt sich auf der rechten Angriffsseite glänzend durch. Sein Querpass landet bei Prib, der den direkten Abschluss sucht. Sein Linksschuss rauscht jedoch am linken Pfosten vorbei.

90+3. Da ist dann doch noch die große Möglichkeit auf den Ausgleich. Azemi taucht völlig frei vor Benaglio auf, der sich jedoch groß macht und mit dem Oberkörper pariert. Allerdings war eh die Anseitsfahne oben - dies jedoch zu Unrecht.

Der Kracher: Wolfsburger Teamgeist

So oft wurde der VfL Wolfsburg gescholten, ja teilweise belächelt für die scheinbar wahllose Zusammenstellung ihres Kaders. In Fürth bewies die Elf von Dieter Hecking, dass sie in Sachen Teamgeist gewaltige Fortschritte gemacht hat. Fast schon übertrieben wurde sich nach jeder gelungenen Aktion abgeklatscht und extrem viel miteinander gesprochen. So sind die Wölfe auf dem Weg, aus den guten Individualisten eine starke Mannschaft zu formen.

Im Abseits: Ivan Perisic

Seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund zum VfL Wolfsburg kann Ivan Perisic die hohen Erwartungen noch nicht erfüllen. Auch in Fürth wirkte der Kroate in einer kompakten Wolfsburger Mannschaft wie ein Fremdkörper. Als logische Konsequenz war der Arbeitstag von Perisic bereits nach 45 Minuten beendet, da ihn Dieter Hecking im zweiten Spielabschnitt durch Landsmann Olic ersetzte.

Die Statistik: 0

Null Durchschlagskraft in der Offensive führten folgerichtig zu null Fürther Toren. Noch bitterer ist für die "Kleeblätter", dass die Null noch in einer anderen Statistik weiterhin steht - in der Rangliste der Heimsiege.

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