Bundesliga - Ekici verschärft die VfB-Krise

Der VfB Stuttgart steckt nach der 1:4 (0:1)-Heimniederlage gegen Werder Bremen tief in einer Frühjahrskrise. Mehmet Ekici brachte Werder in Führung (34. Minute), Ibrahima Traore glich kurz nach der Pause aus (50.), ehe Aaron Hunt, erneut Ekici und Kevin de Bruyne Bremen zum Sieg schossen (61./74./90.+2). Der VfB verhalf den Haseaten dabei mit individuellen Fehlern zu deren zweiten Dreier in Folge.

Die Lehren:

Der VfB Stuttgart hat den Rückrundenstart endgültig verpatzt. Mit nunmehr vier Niederlagen aus vier Spielen steckt der Europa-League-Teilnehmer tief in einer Krise. Einen Tag nach dem 47. Geburtstag von Trainer Bruno Labbadia präsentierte sich dessen Mannschaft in einer desolaten Verfassung und schenkte dem Gegner mit individuellen Fehlern den Sieg.

Werder Bremen hingegen befindet sich in aufsteigender Form. Die Hanseaten zeigten eine überzeugende Defensivleistung, ließen aber zu Beginn zu viele Gelegenheiten aus. Als sich Stuttgart nach der Pause selbst auflöste, schlug das Schaaf-Team eiskalt zu.

Die Stimmen:

Fredi Bobic (Sportdirektor VfB Stuttgart): "Das ist schade, denn die Mannschaft hat gut angefangen und war unheimlich bemüht. Wir lassen viel zu einfach Torschüsse zu und schießen uns die Bälle mit individuellen Fehlern selber rein."

Serdar Tasci (VfB Stuttgart): "Uns fehlt einfach das Selbstvertrauen, das wir uns heute zurück holen wollten. Nach dem 1:1 waren wir eigentlich im Vorteil, haben uns dann aber abschießen lassen."

Die Höhepunkte:

2. Ibisevic glänzt als Vorbereiter und setzt Sakai mit einem perfekten Diagonalball in Szene. Der Japaner nimmt die Kugel stark mit, schließt aber überhastet mit dem Außenrist ab. Frei vor Mielitz zielt er drüber.

24. Aus dem Nichts der Paukenschlag der Bremer! Elia flankt präzise an die Strafraumgrenze, wo sich keiner für de Bryune zuständig fühlt. Der Belgier nimmt die Kugel mit feiner Technik per Dropkick und nagelt das Ding an den Pfosten.

30. Ignjovski schickt Ekici auf dem Flügel. Dessen Hereingabe ist eigentlich gut, doch in der Mitte rutscht Petersen am Ball vorbei und auch Elia bringt den Ball aus etwas spitzem Winkel nicht im leeren Tor unter.

32. So langsam ist es fahrlässig wie Bremen mit seinen Chancen umgeht. Petersen gibt den Ball zur Mitte, wo sich Junuzovic freistehend das Eck aussuchen kann. Er schafft es aber Ulreich den Ball an die Hand zu schießen.

34. TOOOR für Bremen! Jetzt ist es ihnen doch noch gelungen! De Bruyne schlägt den Ball in die Mitte und was wohl als Torschuss gedacht war, mutiert zur Vorlage für Ekici. Der bringt den Fuß noch an die Kugel und der Ball trudelt über Ulreich hinweg ins Tor.

50. TOOOR für den VfB! Traore markiert den Ausgleich. Nach einem Einwurf bringt Bremen den Ball nicht richtig weg. Aus dem Rückraum kommt Traore, trifft die Kugel eher mit dem Schienbein, wodurch sie sich über Mielitz hinweg ins lange Eck senkt.

61. TOOOR für Bremen! Kvist sieht Petersen nicht von hinten kommen und verliert den Ball an den Stürmer, der sofort Hunt auf die Reise schickt. Der Bremer Kapitän bleibt im Duell mit Ulreich eiskalt und schiebt zur erneuten Führung ein. Welch grauenhafter Ballverlust von Kvist der diesem Treffer vorausging.

74. TOOOR für Bremen! Ekici und Hunt stehen beim Freistoß. Hunt, der es bereits einmal versucht hat überlässt für den Deutsch-Türken. Der dreht den Ball rechts um die schlecht gestellte Mauer und versenkt ihn mit Hilfe der Latte im Kreuzeck. Toller Treffer!

90.+2 TOOOR für Bremen! De Bryune darf sich auch noch in die Torschützeliste eintragen. Nach einem Abschlag wird der Ball zu de Bryune verlängert, der die Kugel erst über Niedermeier hebt und anschließend auch noch über Ulreich hinweg ins Netz. Stark gemacht vom Belgier, der damit den Schlusspunkt setzt.

Der Kracher: Die Ekici-Explosion

Der 2011 für kolportierte fünf Millionen vom FC Bayern gekommene Ekici konnte die hohen Erwartungen bislang nur selten erfüllen. Mit seinem Doppelpack, bei dem der wunderschöne Freistoßtreffer herausragte, deutete der Deutsch-Türke an, wie viel Potential in ihm steckt.

Im Abseits: Stuttgarter Slapstick

Stuttgart lud die Bremer mit individuellen Fehlern regelrecht zum Toreschießen ein. Der eigentlich sonst als zuverlässig bekannte William Kvist leitete das Stuttgarter Unheil mit einem haarsträubenden Ballverlust ein. Danach war dem Team die Verunsicherung anzumerken, es reihte sich Fehlpass an Fehlpass und so kassierte der VfB noch zwei weitere Gegentreffer.

Die Statistik: 2011

Zum ersten Mal nach knapp eineinhalb Jahren hat Bremen wieder einmal zwei Spiele in Folge gewonnen. Ein kleiner Schritt auf dem Weg zu mehr Konstanz.

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