Bundesliga - Eiskalte Bayern feiern Herbstmeisterschaft

Bayern München hat sich bereits am 14. Spieltag die Herbstmeisterschaft gesichert und eine gelungene Generalprobe für das "Duell der Giganten" gegen Borussia Dortmund gefeiert. Der deutsche Rekordmeister setzte sich durch Tore von Thomas Müller (12./Handelfmeter) und Anatolij Timoschtschuk (79.) trotz einer mäßigen Leistung mit 2:0 (1:0) beim SC Freiburg durch.

Die Lehren:

Man hätte meinen können, das Spiel wäre nach 18 Minuten bereits entschieden gewesen. Bayern führte mit einem Mann mehr auf dem Platz gegen mutig startende Freiburger mit 1:0, was in der Vergangenheit einen Pflichtsieg für Bayern im Schongang zur Folge gehabt hätte.

Doch der Rekordmeister tat sich schwer, gegen tapfer kämpfende Breisgauer zwingende Aktionen herauszuspielen. Wenn sich die Chance zum Konter ergab, wurde diese oft unkonzentriert zu Ende gespielt - im Vorbeilaufen wird eben auch ein SC Freiburg nicht aus dem eigenen Stadion geschossen.

Ohne Bastian Schweinsteiger, der mit der vierten Gelben Karte im Rücken vorsichtshalber für den Kracher am Samstag gegen Dortmund "geschont" wurde, spulten die Münchener ihr Programm routiniert und eiskalt ab, ohne dabei glänzen zu können. Die Defensive um den einmal mehr überragenden Dante ließ kaum Torchancen zu und war gegen einen laufstarken Sportclub maßgeblich daran beteiligt, dass in München die schnellste Herbstmeisterschaft aller Zeiten gefeiert werden darf - die 18. der Vereinsgeschichte.

Trotz allem Ärger um den umstrittenen Handelfmeter bei den Gastgebern, die Mannschaft aus dem Breisgau hat einmal mehr unter Beweis gestellt, dass der Besuch im oberen Tabellendrittel kein Zufall war. Vor allem läuferisch überzeugt die Mannschaft von Trainer Christian Streich seit Wochen, spielerisch scheint sich der SC nach Jahren der Abstiegsangst im Mittelfeld der Tabelle etablieren zu können.

Die Stimmen:

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Bei kniffligen Aktionen wird immer nur gesagt 'kann, kann, kann', gegen uns wird natürlich der Elfmeter gepfiffen. Woche für Woche schau' ich mir das jetzt schon an. Wir sind eben ein kleiner Klub, da müssen wir das wohl akzeptieren."

Oliver Sorg (SC Freiburg): "Der Referee trifft schwerwiegende Entscheidungen. Wenn man gegen Bayern in Unterzahl zurückliegt, wird es natürlich extrem schwierig."

Thomas Müller (FC Bayern): "Ich denke, es war enorm wichtig für uns zu gewinnen. Man hat gesehen, warum der SC Freiburg so unangenehm zu spielen ist. Wir haben uns viel vorgenommen, komischerweise haben wir gegen Gegner in Unterzahl mehr Probleme, als beim Spiel elf gegen elf."

Die Höhepunkte:

11. Elfmeter für den FC Bayern! Ribéry dringt in den Strafraum ein und lupft den Ball über Sorg. Der kann nur die Hand zu Hilfe nehmen - den kann man geben!

12. TOOOR für den FC Bayern München! Müller läuft an und setzt das Leder ins linke Eck. Baumann ahnt die Ecke, ist aber machtlos gegen den platzierten Strafstoß - 0:1.

16. Den muss er einfach machen! Bayern kontert über Ribéry. Der Franzose läuft auf's Tor des SC zu, verlädt seinen Gegenspieler und verzieht dann aus 14 Metern. Gleich vier Kollegen waren mitgelaufen - das muss eigentlich das 0:2 sein.

18. Gomez schickt Shaqiri ins Laufduell mit Diagné. Der Freiburger Innenverteidiger zieht seinen Gegenspieler zu Boden und sieht folgerichtig die Rote Karte wegen Notbremse.

39. Ganz Freiburg schreit auf, auch der SC fordert Handelfmeter. Hedenstand flankt von links in den Strafraum. Martinez will klären, dabei klatscht ihm der Ball an die linke Hand. Auch diesen Elfmeter hätte man geben können.

49. Oh la la! Baumann faustet eine Flanke direkt vor die Füße von Ribéry. Der Franzose fackelt nicht lange und hält volley aus 16 Metern drauf. Das Leder rauscht nur knapp am rechten Pfosten vorbei - starke Aktion des Flügelflitzers.

63. Müller verschätzt sich, in seinem Rücken stiehlt sich Caligiuri davon. Der Linksaußen legt ab auf Schmid, der Neuer zu einer Glanzparade zwingt. Klasse Aktion vom Keeper, der voll auf der Höhe ist.

79. TOOOR für den FC Bayern München! Eiskalt erhöht der Rekordmeister auf 0:2. Lahm schickt den eingewechselten Timoschtschuk. Der ist auf und davon, legt das Leder an Baumann vorbei und schiebt ein.

90.+3 Das muss das 0:3 sein, doch Ribéry lässt sich viel zu viel Zeit. Der Franzose hat nur noch Baumann vor sich, kommt aber nicht zum Abschluss. In höchster Not grätscht Sorg dazwischen.

Der Kracher: Coaching-Zone? Kampf-Zone!

Noch werden die Laufleistungen der Trainer an der Seitenlinie nicht gemessen - mit Christian Streich könnte sich das ändern. Pausenlos war der Freiburger Coach in seiner Zone zu Gange und mimte nach der Roten Karte gegen sein Team den elften Mann auf dem Platz.

Im Abseits: Absicht hin, Absicht her

Es bleibt eine leidige Diskussion: wann erfolgt ein Handspiel erkennbar absichtlich, wann nicht - gerade, wenn der Ball aus kürzester Distanz geschossen an die Hand des Verteidigers prallt? Sorgs Handspiel ahndete Referee Mayer als solches und entschied auf Elfmeter, ein ähnliches Vergehen von Martinez blieb unbestraft.

Die Statistik: 9

In Unterzahl und Rückstand kämpfte Freiburg mit vollem Einsatz um einen Punkt, ohne dabei allerdings zu unfairen Mitteln zu greifen. Gerade einmal neun Fouls beging der SC, Elfmeter und Notbremse inklusive.

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