Bundesliga - "Bayern war noch nie so hungrig"

Ottmar Hitzfeld weiß, wie es geht. Und zwar hüben wie drüben. In Rot und in Schwarz-Gelb. Der 63-Jährige hat sowohl mit den Bayern als auch mit der Dortmunder Borussia im Vereinsfußball so gut wie alles abgeräumt, was es abzuräumen gibt. Champions League, Weltpokal, DFB-Pokal und Meisterschaften sowieso.

"Die Ausgangslage ist klar", erklärt Hitzfeld gegenüber den Journalisten anlässlich des ersten Geburtstages von SkySport News HD zum bevorstehenden Kampf der Titanen. "Dortmund kann nur mit einem Sieg nochmal in die Meisterschaft eingreifen."

Ein klarer Zweikampf, Bayer Leverkusen und Schalke 04 traut Hitzfeld schließlich keine Überraschungsangriffe aus dem Hintergrund mehr zu.

Den Schweizer Nationaltrainer überrascht es auch nicht, dass Bayern der Pflichtsieg gegen den SC Freiburg gelang, während die Borussia gegen Düsseldorf Punkte liegen ließ. Wieder einmal "vor einem großen Spiel“, so Hitzfeld. "Das zeigt, dass der BVB den Spagat zwischen Bundesliga und Champions League noch nicht geschafft hat."

Wie Real und Barca

Falls dieser Spagat am Samstag (ab 18:30 Uhr im Liveticker) nicht gelingt, dann "wird es langweilig in Deutschland", meint Hitzfeld. Kurz: Dann ist der Drops gelutscht, der Käse gegessen, die Messe gelesen - und die Schale in München. Es wäre auch für den Weltklassetrainer die logische Konsequenz einer Saison voller Rekorde und Superlative.

Dennoch "hat Dortmund die Qualität, die Bayern zu schlagen. Reus war ihr Königstransfer, denn er ist stärker als Kagawa." Natürlich erkennt auch Hitzfeld in der Offensive um Mario Götze, Jakub Błaszczykowski und Robert Lewandowski das entscheidende Herzstück des BVB. "Sie haben in den letzten zwei Jahren in der Bundesliga den attraktivsten Fußball gespielt.“

Mit Bayern und dem BVB verhalte es sich mittlerweile in der Bundesliga so wie mit Real Madrid und dem FC Barcelona in der Primera Division, meint Hitzfeld. Dennoch müsse sich Dortmund steigern und vor allem konstanter werden, um die Lücke zu den Münchnern irgendwann mal schließen zu können.

Wer zeigt welches Gesicht?

Bayern und Dortmund verfügen beide über ein zweites Gesicht. Das eine bringt wilde Entschlossenheit, Angriffslust und Spielfreude zum Ausdruck. Im anderen spiegeln sich Unkonzentriertheit, Phlegma und Nervosität.

Doch beide Top-Teams zeigen ihre Gesichter zu unterschiedlichen Anlässen. Während der BVB in der Champions League eindrucksvolle Auftritte hinlegte, geht’s in der Bundesliga deutlich schleppender voran. Bei den Bayern verhält es sich hingegen genau umgekehrt.

Für Dortmund gäbe es deshalb keinen besseren Beweis für die eigene Qualität als die Erfolge in großen Spielen auf europäischer Bühne, so Hitzfeld. "Das gibt Selbstbewusstsein."

Andererseits sei Bayern nach der titellosen Vergangenheit "noch nie so hungrig gewesen wie zum jetzigen Zeitpunkt." Und auch das Publikum in der Münchner Arena werde heiß sein und für die angemessene Atmosphäre sorgen, glaubt Hitzfeld und setzt mit schelmischem Grinsen hinzu: "Was in der Allianz-Arena ja selten der Fall ist...".

Aber auch das würde in den Rahmen passen. Denn das Duell Bayern gegen Dortmund, "normal" ist es nicht.

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