Bundesliga - Bremen will nichts von Krise wissen

Nach der 2:3-Schlappe im Nordderby beim Hamburger SV rutscht Werder Bremen tiefer in die Krise. Doch Werder-Coach Thomas Schaaf bleibt norddeutsch gelassen.

Drei Siege innerhalb von 19 Tagen feierte Werder Bremen 2009 gegen den Hamburger SV - im Halbfinale des UEFA Cup, des DFB-Pokals sowie in der Meisterschaft.

Gut drei Jahre später hat der HSV dem Team von Trainer Thomas Schaaf einen vollends missglückten Start in die Rückrunde beschert.

Null Punkte aus zwei Spielen und 2:8 Tore - der Anschluss an die internationalen Ränge verloren und als Tabellenzwölfter muss sich das Team von der Weser nun zumindest mit einem Auge dem Relegationsplatz widmen.

Doch in Bremen bleibt man zumindest äußerlich gelassen: "Wir stehen am Anfang der Rückrunde, haben erst zwei Spiele absolviert. Deshalb dürfen wir uns jetzt nicht verrückt machen", sagte Werder-Mittelfeldakteur Mehmet Ekici.

Und Schaaf sieht das Erreichen des internationalen Wettbewerbs "nach wie vor für möglich", auch wenn sich der 51-Jährige "derzeit nicht damit beschäftigen will."

Keine Schiri-Schelte

Erklärungen und Entschuldigungen hätten die Bremer für das 2:3 am 19. Spieltag in Hamburg vor 55.000 Zuschauern zur Genüge gehabt. Dem HSV-Führungstreffer zum 2:1 durch Dennis Aogo ging ein Handspiel voraus, beim 3:1 stand Artjoms Rudnevs im Abseits. Doch Werder-Coach Schaaf, der "ein gutes, emotionales Derby" gesehen hatte, suchte die Schuld nicht bei Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer.

Selbst wenn dieser noch zwei zumindest diskussionswürdige Gelb-Rote Karten an Marko Arnautovic und Clemens Fritz verteilte. Schaaf sah dennoch keine grundlegende Benachteiligung seines Teams durch den Referee und wies auf die "vielen Gegentreffer“ sowie den verschlafenen Start in Durchgang zwei hin. "Im Moment machen wir einfach den ein oder anderen Fehler zuviel, das hat uns heute den Sieg gekostet", sagte Schaaf.

"Die beiden Gegentore kurz nach der Halbzeit dürfen uns natürlich nicht passieren", ergänzte Fritz. Acht Gegentore in zwei Spielen und insgesamt 37 in 19 Partien lassen das größte Problem der Bremer schnell erkennen. Nur Hoffenheim hat mit 43 Gegentreffern einen schlechteren Wert.

Rache im nächsten Derby?

Dabei zeigte Bremen über weite Strecken eine insgesamt durchaus respektable Leistung und hatte selbst nach dem Zwei-Tore-Rückstand noch genug Möglichkeiten, das Spiel zu drehen. "Wir haben gut ins Spiel gefunden und sind auch schnell in Führung gegangen. Dann müssen wir eigentlich noch das zweite Tore machen, bekommen aber im Gegenzug per Sonntagsschuss den Ausgleich", lieferte Nils Petersen seine Begründung für die bereits neunte Saisonniederlage.

Der HSV konnte sich zudem auf die individuelle Klasse eines Heung-Min Son oder auch Dennis Aogo verlassen. Ein Aspekt, der den Bremern neben dem Abrufen einer konstanten Leistung über 90 Minuten derzeit fehlt.

Ekici glaubt derweil weiter an seine Mannschaft: "Wir haben das Potenzial und wenn wir weiter so arbeiten, dann werden wir auch wieder Siege einfahren." Die nächste Chance hierfür haben die Werderaner bereits am Freitag in einem weiteren Derby gegen Hannover 96 (ab 20.30 Uhr im eurosport.yahoo.de-Liveticker).

Die Niedersachsen kommen mit der Empfehlung eines 2:1-Erfolgs über den VfL Wolfsburg an die Weser, haben allerdings erst sechs Punkte auf fremden Plätzen geholt und damit nach Hoffenheim (4) die schwächste Auswärtsbilanz der Liga.

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