Bundesliga - Beisters Rendezvous mit der alten Liebe

Maximilian Beister entwickelte sich bei Fortuna Düsseldorf vom "No-Name" zum Aufstiegshelden. Jetzt kehrt er mit dem Hamburger SV erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück.

"Warum nicht in Düsseldorf", fragt Maximilian Beister und lächelt sein spitzbübischstes Lächeln, "da habe ich in der Vergangenheit ja den einen oder anderen Ball eingeschweißt."

Wie an diesem legendären Abend des 15. Mai 2012, als sich der Blondschopf im Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC gleich in der ersten Minute den Ball schnappte, über den halben Platz rannte und die Fortuna-Fans mit einem irren Schuss aus 25 Metern ins linke Eck in Ekstase versetzte.

Es war Beisters letztes von 18 Toren im roten Trikot der Fortuna. Nach dem Aufstieg wechselte der 22-Jährige vom Rhein zurück an die Elbe. Jetzt kehrt der Held aus dem Sommer mit dem Hamburger SV erstmals wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück (Freitag, 20:30 Uhr im Liveticker von eurosport.yahoo.de).

Freundschaft ruht für 90 Minuten

Es ist ein besonderes, emotionales Spiel für Beister - daraus macht er keinen Hehl. "Als der Spielplan rauskam, habe ich nachgeschaut, wann wir gegen Düsseldorf spielen", sagt er vor dem Duell mit seinen alten Kumpels, "aber für 90 Minuten werden die Freundschaften auf Eis gelegt." Unter der Woche tauschte er "die eine oder andere Stichelei per SMS" mit den Ex-Kollegen aus.

Beister ist in Düsseldorf als Aufstiegsheld unvergessen. 2010 hatten ihn die Hamburger für zwei Jahre ausgeliehen. Bei der Fortuna reifte er in den beiden Spielzeiten zum Leistungsträger und U21-Nationalspieler.

Entwicklung geht voran

Doch beim HSV warten die Fans noch darauf, dass ihr Liebling endlich richtig explodiert. "In der Bundesliga hat man nicht so viel Platz und Zeit", sagt Beister, der zu Beginn der Saison von Trainer Thorsten Fink nur auf die Bank gesetzt wurde, aber langsam besser in Schwung kommt: "Ich mache gerade eine Entwicklungsphase durch. Aber ich merke, dass es mit jedem Erfolgserlebnis viel besser geht und die nötige Sicherheit dazukommt."

Zwar verbreitet die Bilanz des quirligen Flügelspielers bisher weder Angst noch Schrecken - in zwölf Pflichtspielen bringt es der in Göttingen geborene, aber vor den Toren Hamburgs aufgewachsene Linksfuß gerade einmal auf ein Tor, eine Vorlage und nur 36,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Aber Beisters Formkurve zeigt nach einem holprigen Start wieder nach oben.

Zuletzt demonstrierte die Offensivhoffnung seine Qualitäten vergangene Woche, als er den Siegtreffer von Heung-Min Son gegen Mainz vorbereitete. Doch damit der Hobbykoch, der bis 2016 an den HSV gebunden ist, nicht abhebt, wird Fink nicht müde zu fordern: "Maxi muss sich in der Defensive verbessern."

Beister wartet auf erstes Bundesligator

Doch gegen seinen Ex-Klub soll es unbedingt auch in der Offensive endgültig klick machen. Denn obwohl der Mann mit "einem Schuss wie ein Pferd" (Zitat Ex-Trainer Norbert Meier) in dieser Saison bereits 22 Versuche abfeuerte, haben die Statistiker für Beister noch keinen Bundesliga-Treffer gezählt.

Und deshalb würde er sich einen Jubel auch nicht verkneifen, selbst wenn er seine alten Kollegen noch tiefer in den Abstiegsstrudel schießen würde. "Ich werde auf keinen Fall irgendwen provozieren", sagt Beister vor dem Rendezvous mit der alten Liebe, "aber natürlich würde ich mich freuen." Und warum sollte es nicht in Düsseldorf mit dem Tor-Debüt klappen? Schließlich weiß Beister ja, wo da das Tor steht.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Düsseldorf: Giefer - Levels, Langeneke, Juanan, Johannes van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Kruse, Ilsö, Bellinghausen - Rafael. - Trainer: Meier

Hamburg: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Aogo - Badelj, Arslan - Son, van der Vaart, Beister - Rudnevs. - Trainer: Fink

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)

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