Bundesliga - Bayern: Angriff auf die Wundertüte

Die Zeiten, in denen das Duell zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart noch als Klassiker, süddeutsches Gipfeltreffen und Derby bezeichnet werden konnte, sind längst vorbei. Auch wenn Jupp Heynckes die Partie dennoch genau so bezeichnet. Doch ein Prestige-Duell ist es auch weiterhin.

Mittlerweile sind die Bayern den Schwaben aber uneinholbar enteilt, während der VfB tabellarisch zwischen Baum und Borke klemmt und im mausgrauen Mittelfeld auf und ab hüpft wie ein Korken auf dem Neckar.

Von den letzten sieben Pflichtspielen gegen Stuttgart gewannen die Bayern alle. Im letzten Aufeinandertreffen in der Hinrunde gab es sogar eine amtliche 6:1-Abreibung.

Zwar könnte man beim VfB mit geschlossenen Augen und gespieltem Wohlwollen so etwas wie eine Aufwärtstendenz diagnostizieren, da das Team von Bruno Labaddia aus den letzten fünf Spielen neun Punkte holte. Doch dazu müsste man übersehen, dass der VfB das neue Jahr so begann, wie er das alte beendet hatte: mit einer Niederlage.

Der VfB kann's und kann's nicht

Die Bayern sind in dieser Konstellation also sicherlich alles andere als ein willkommener Aufbaugegner am Sonntagabend (ab 17:30 Uhr im Liveticker). Labaddia betont das, wenn er die Partie als "eine Mammut-Aufgabe“ bezeichnet.

Dass es der VfB kann, hatte er in Hamburg, gegen Frankfurt, in Gladbach und gegen Schalke bewiesen. Dass er es allerdings nicht immer kann, zeigte er gegen Hoffenheim, Hannover, in Freiburg und Mainz.

Bayern-Keeper Manuel Neuer ist diese Konstanz in der Inkonstanz natürlich nicht entgangen: "Der VfB ist in dieser Saison eine Wundertüte, die schon viele sehr gute, aber auch einige weniger gute Leistungen gezeigt hat", meinte er auf fcb.de.

Heynckes erwartet jedenfalls "keinen Spaziergang“, zumal der VfB natürlich eine restlos ausverkaufte Hütte meldet. "Ich hoffe, dass uns die 54.000 anderen ordentlich nach vorne peitschen werden", meint Labaddia. Und Heynckes ist davon überzeugt, dass es genau so kommen wird, wenn er sich daran erinnert, dass dieses Duell "immer emotional aufgeladen“ ist.

Warten auf Stuttgarts neue Waffe

Für den Tanz im schwäbischen Hexenkessel stehen dem Bayern-Coach bis auf den langzeitverletzten Holger Badstuber alle Akteure zur Verfügung. Große Experimente wird es ohnehin nicht geben, so Heynckes, denn "die Mannschaft muss sich einspielen“. Insofern werden Mario Gomez, Arjen Robben und Jerome Boateng den Anpfiff auch von der Bank aus erleben.

In Stuttgart sieht es ähnlich aus. Dort hat Labaddia bis auf Johan Aude, der an einem Faszien-Riss in der Wade laboriert, alle Spieler an Bord. Ob Federico Macheda auflaufen wird, bleibt anzuwarten. Jupp Heynckes will sich jedenfalls nicht überraschen lassen und hat seinen Spielern Videos von der Leihgabe aus Manchester gezeigt.

Sollte das italienische Sturm-Talent spielen, wird er das zweifellos mit einem ganz bestimmten Gedanken im Hinterkopf tun: Sonntag, 17:30 Uhr, Flutlicht in der Mercedes-Benz Arena. Für ein gelungenes Debüt könnte es keinen besseren Ort und keine bessere Zeit geben.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Stuttgart: Ulreich - Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist - Gentner, Hajnal - Harnik, Traoré - Ibisevic

München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Martínez, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribéry - Mandzukic

Schiedsrichter: Florian Meyer

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