Bundesliga - Bayer und Schalke blasen zum Angriff

Fette Beute für Bayer! Bei acht der vergangenen zehn Ligaspiele wanderten drei Zähler auf das Leverkusener Punktekonto. "Wir sind eine verschworene Einheit", verrät Simon Rolfes das Erfolgsgeheimnis der rot-schwarzen Jagdgesellschaft, die auch gegen Nürnberg nur ein Ziel kennt - drei Punkte. 70 Kilometer weiter nördlich verfolgen die Schalker dasselbe Ziel im Heimspiel gegen Gladbach.

Seit Mittwoch ist Bayer Bayern-Jäger Nummer eins. Mit dem überzeugenden 4:1-Erfolg in Bremen schob sich die Auswahl von Trainer Sascha Lewandowski und Teamchef Sami Hyypiä an Dortmund vorbei auf Rang zwei.

Und dafür gibt es Gründe. "Bei uns ist sich keiner zu schade, auch mal einen 50-Meter-Spring hinzulegen, um den Fehler eines Kollegen auszubügeln", erläutert Rolfes. Die Mentalität in der Mannschaft sei hervorragend. "Gerade der Sieg in München oder der Heimerfolg gegen Schalke sind Paradebeispiele dafür."

"Die Fans sind ausgeruht"

In der Partie vor heimischer Kulisse gegen Nürnberg (Samstag, ab 15:30 Uhr im Liveticker) sind die Bayer-Stars klar favorisiert. Besonders für Stefan Kießling, Stefan Reinartz, Jens Hegeler und Philipp Wollscheid hat die Begegnung eine besondere Bedeutung - alle vier spielten bereits bei den Franken.

Dazu hoffen die Leverkusener nach drei Auswärtsaufgaben in Liga und Europa League in Folge wieder auf die Unterstützung ihrer Anhänger. "Die Fans sind jetzt ausgeruht", scherzt Rolfes.

Harsche Kritik von Manager Heldt

Was die Leverkusener so stark macht, ist dagegen im Moment das größte Problem des FC Schalke - die Bereitschaft, für die Mitspieler zu kämpfen. "Der eine hat den anderen im Stich gelassen", polterte Manager Horste Heldt nach der 1:3-Pleite in Hamburg. Es war die dritte Liga-Partie in Serie ohne dreifachen Punktgewinn. "Elf Spieler", so Heldt weiter, "haben ihre Leistung nicht gebracht".

Die "Königsblauen" stehen als Tabellenvierter zwar noch immer famos da, doch der Anschluss an Dortmund und Leverkusen droht verloren zu gehen. Die Bayern sind ohnehin schon auf 13 Punkte enteilt. Das schmeckt der Vereinsführung überhaupt nicht. "Wir haben unsere gute Ausgangsposition verspielt", hadert Heldt mit der Negativentwicklung.

"Vertrauensmann" Stevens bleibt cool

Mit den Gladbacher "Fohlen" haben die Schalker nun einen Gegner vor der Brust (Samstag, ab 15:30 Uhr im Liveticker), der in die Kategorie Wundertüte fällt. Zwei Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen aus den vergangenen sechs Partien spiegeln die Lage bei der Borussia exakt wieder.

Schalkes Trainer Huub Stevens ist in erster Linie froh, dass man "kein Auswärtsspiel" zu bestreiten habe. Der Niederländer fährt einen Schmusekurs, statt klarer Worte setzt er auf Verständnis. "Wenn es nicht gut läuft, dann musst du den Spielern Vertrauen schenken."

Das dürfte vor allem auch für Schlussmann Lars Unnerstall gelten, der zuletzt in Hamburg nicht gut aussah. Schon wurden erste Diskussionen um eine Rückkehr von Timo Hildebrand ins "Knappen-Tor" laut. Mit einem überzeugenden Erfolg gegen Gladbach könnte aber erst einmal wieder Ruhe einkehren in Gelsenkirchen.

DIE VORAUSSICHTLICHEN AUFSTELLUNGEN:

VIDEO - Klopp über den Kracher Bayern-Dortmund

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