Bundesliga - Büskens: Schicksalsspiel beim Ex-Klub

Zumindest die mehr als 400 Kilometer lange Rückfahrt nach Fürth bleibt Mike Büskens nach dem Spiel bei seinem Ex-Klub Schalke 04 erspart. Der Trainer der SpVgg Greuther Fürth wird nicht mit seiner Mannschaft abreisen, sondern den Abend bei seiner Familie in Gelsenkirchen verbringen - nicht mal 10 Kilometer von der Schalker Arena entfernt. Dort kann er vielleicht endlich einmal zur Ruhe kommen.

Doch möglicherweise ist das nur die Ruhe vor dem Sturm.

Nach 17 Spielen ohne Sieg - der bisher einzige Saisonerfolg gelang am 31. August 2012 beim 1:0 in Mainz - und zwölf Punkten Rückstand auf Platz 15 gehen dem einstigen Aufstiegshelden Büskens die Argumente aus. Das Rückspiel gegen die Mainzer am vergangenen Wochenende (0:3) wertete der Coach als "Tiefpunkt". Bei einer weiteren Niederlage droht ihm die Entlassung. So könnte ausgerechnet seine "alte Liebe" Schalke am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) Schicksal spielen.

17 Jahre verbrachte der 44-Jährige als Spieler und Trainer in Gelsenkirchen, er gewann 1997 im königsblauen Trikot den UEFA-Pokal und ging als einer der "Eurofighter" in die Klubgeschichte ein. Doch für Sentimentalität ist im Bundesliga-Abstiegskampf kein Platz. "Klar ist es eine besondere Situation für mich als langjähriger Schalker. Jeder weiß, wie ich zu dem Klub stehe", sagte er dem Fachmagazin RevierSport: "Ich bin ein Mensch, der für eine gewisse Nostalgie und Tradition steht, aber am Samstag geht es für uns einzig und allein darum zu punkten."

Präsident fordert andere Einstellung

Fürths Präsident Helmut Hack will von seiner noch vor Monaten selbst für den Fall eines Abstiegs ausgestellten Jobgarantie für Büskens nichts mehr wissen. "Die Frage stellt sich momentan nicht", sagte er den Nürnberger Nachrichten. Zuletzt hatte er zudem betont: "Wir müssen ein anderes Bild auf dem Platz abgeben, sonst verspielen wir vieles, was wir uns über Jahre mühsam aufgebaut haben."

Zumindest die Mannschaft steht noch hinter Büskens. "Kein einziger Spieler schiebt die Verantwortung dafür, wie es läuft, auf den Trainer", versicherte Kapitän Mergim Mavraj: "Wir sind zusammen aufgestiegen, wir gehen auch durch dieses Tal zusammen. Die Zusammenarbeit ist gut, daran hat sich in den letzten Wochen nichts verändert." Viel helfen dürfte Büskens allerdings auch das nicht, sollte die Negativserie weiter Bestand haben.

Neuzugänge als letzte Hoffnung

Dabei hat der gebürtige Düsseldorfer zuletzt nichts unversucht gelassen, seine Mannschaft für die schier unlösbare Aufgabe Klassenerhalt zu rüsten. Mit Florian Trinks von Werder Bremen und dem Ungarn József Varga vom VSC Debrecen stießen vor dem Spiel auf Schalke nach Nikola Djurdjic, Tom Mickel, Jung-Bin Park und Matthias Zimmermann die Winter-Neuzugänge fünf und sechs dazu. Zudem stellte sich Büskens nicht mehr schützend vor seine Spieler. Er forderte sie auf, "bereit zu sein, etwas von ihren Egos abzugeben".

Doch nicht nur in Fürth wackelt der Trainerstuhl. Auch Büskens' Gegenüber auf der Schalker Trainerbank steht in der Kritik. Nach den Erfahrungen des ehemaligen Schalker Trainers Büskens ist das jedoch wenig überraschend: "Es ist auf Schalke doch immer so, dass eine gewisse Unruhe herrscht. Das macht diesen Verein auch ein Stück weit aus." Im beschaulicheren Fürth geht es ihm derzeit nicht anders.

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