Bundesliga - Ausstiegsklausel! Der Kampf um Götze beginnt

Die junge Rasselbande des Meisters steuert auf eine Zerreißprobe zu. Nicht nur das magere 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf bereitet den Dortmundern Kopfzerbrechen, denn es geht um mehr als das Punktekonto. Wie die "Sportbild" berichtet, beinhaltet der Vertrag von Mario Götze eine Ausstiegsklausel zum 1. Juli 2013. Für eine Mindestablöse von 37 Millionen Euro kann der 20-Jährige den Klub verlassen.

Sollte Götze zum Saisonende tatsächlich dem Ruf eines anderen Topklubs folgen und die Ablösesumme stimmen, wäre das ein herber Rückschlag den Meister.

Götze ist Teil der grandiosen Dortmunder Meister-Auswahl der vergangenen Saison und besticht seit Wochen mit überragenden Leistungen. Vier Tore und vier Assists in der Bundesliga sowie ein Treffer und vier Torvorlagen in der Champions League sprechen eine klare Sprache.

"Keinerlei Absicht, BVB zu verlassen"

Das weckt Begehrlichkeiten, in "halb Europa", wie der BVB auf der Vereinshomepage zugibt. Daher war man froh, dass nach der "Unterschrift unter einen neuen, bis 2016 datierten Vertrag Ruhe einkehrte" in Dortmund. Doch damit ist es nun vorbei! Götze-Berater Struth beteuert zwar, sein Klient habe "keinerlei Absicht, 2013 den BVB zu verlassen. Deshalb ist das Thema uninteressant." Allerdings hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß schon im November 2011 gestichelt: "Viele haben schon behauptet, nie zu Bayern zu gehen." Er habe keine Sorgen, dass man "irgendwann ins Gespräch" kommen werde. In Dortmund darf man das als Drohung verstehen, derzeit mehr denn je.

Die Borussia spürt zunehmend den Fluch des Erfolges, an allen Ecken und Enden zerren andere Vereine am Kader von Trainer Jürgen Klopp. Arsenal-Coach Arsène Wenger lobt den Revierklubs im Exklusiv-Interview mit Eurosport zwar, doch müsse man "schauen, ob der Verein in der Lage ist, alle Spieler zusammen zu halten". Man muss kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass Wenger das nicht glaubt.

Vor allem um Angreifer Robert Lewandowski buhlt die Konkurrenz. Neben den beiden Manchester-Schwergewichten United und City hat auch Italiens Rekordmeister Juventus Turin die Angel ausgeworfen. Der Vertrag des Polen läuft bis 2014, danach könnte er ablösefrei gehen.

Der BVB will den 24-Jährigen, der mit neun Toren auf Platz eins der Bundesliga-Torjägerliste steht, halten. Daher sollen seine Bezüge, Lewandowski kommt pro Jahr auf bis zu zwei Millionen Euro, angehoben werden. Es stehen 3,5 Millionen im Raum. "Robert kann bis März 2013 darüber nachdenken", erklärt Sportdirektor Michael Zorc.

Schmelzer will bleiben, Gerüchte um Özil

Immerhin hat sich Jung-Nationalspieler Marcel Schmelzer mit einer Aussage zu Wort gemeldet, die den Borussia-Bossen gefallen dürfte. "Ich möchte in Dortmund bleiben", betont der 24-Jährige gegenüber der "Sportbild". Der Abwehrspieler ist, wie Lewandowski, mit einem Vertrag bis 2014 ausgestattet und schwärmt von seinem Arbeitgeber: "Wenn man sieht, was hier in den vergangenen Jahren geleistet wurde - das spricht doch für sich. Davon möchte ich weiter ein Bestandteil sein."

Und dann gibt es da ja noch ein wildes Gerücht der spanischen Medien. Demzufolge soll sich Mesut Özil bei Real Madrid nicht mehr wohl fühlen. Die Zeitung "As" bringt den BVB als möglichen neuen Klub des deutschen Nationalspielers ins Spiel. Sollte Götze den Verein verlassen, wäre Özil ein adäquater Nachfolger - das findet auch Jürgen Klopp. Freilich nur mit einem Augenzwinkern. "Es liegt nicht an uns, dass wir Mesut Özil nicht gebrauchen könnten, sondern an seinem Gehalt und wahrscheinlich auch an der Ablöse, die verrückt wäre", so der 45-Jährige bei "LIGA total". Er finde es aber "schön, dass wir so ein Zeug diskutieren, da ist aber relativ wenig dran - leider."

VIDEO - Wenger schwärmt von Dortmund

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