Bormio - Doppelsieg bei historischem Thriller

Beim Abfahrts-Klassiker auf der "Pista Stelvio" von Bormio kam es zu einem geschichtsträchtigen Krimi. Mit einer Zeit von 1:58,62 min siegten der Italiener Dominik Paris und Hannes Reichelt aus Österreich zeitgleich. Nur eine Hundertstel-Sekunde dahinter preschte der Norweger Aksel Lund Svindal auf Rang drei. Bitter wurde es für ÖSV-Ass Klaus Kröll, der mit 2/100 Rückstand "nur" Vierter wurde.

Der Erfolg von Reichelt war gleichbedeutend mit dem in der Heimat lang ersehnten ersten Saisonsieg für die österreichischen Herren in der Abfahrt. "Es ist unglaublich. Ich wäre heute schon mit einem Top-10-Ergebnis zufrieden gewesen", meinte der überglückliche Vizeweltmeister im Super G.

Für den 32-Jährigen bedeutete das gleichzeitig den ersten Weltcupsieg in der Abfahrt überhaupt. Bisher hatte der Salzburger in der schnellsten Disziplin einen zweiten Rang in Wengen aus der Vorsaison zu Buche stehen.

Knappstes Rennen aller Zeiten

Der 23-jährige Paris feierte den ersten Weltcupsieg seiner Karriere und erklomm zum zweiten Mal nach Rang zwei bei der Abfahrt in Chamonix 2011 das Podium. "Es ist besonders schön", freute sich der Südtiroler. "Ich hab alles gegeben, alles riskiert - und es ist mir aufgegangen. In den Trainings bin ich besser gefahren, aber heute hab ich mehr riskiert."

Im knappsten Rennen aller Zeiten im Herrenweltcup mischte sich sowohl bei Svindal als auch bei Kröll eine Spur Enttäuschung in die Zufriedenheit über das gute Ergebnis. Immerhin baute der Norweger mit Rang drei sowohl seine Führung im Gesamt- als auch im Disziplinweltcup weiter aus.

In der Weltcupgeschichte ging es bisher nur bei den Damen einmal noch knapper zu. Beim Super G 2006 im norwegischen Havfjell gab es mit Michaela Dorfmeister (Österreich), Lindsey Vonn (USA) und Nadia Styger (Schweiz) drei zeitgleiche Siegerinnen. Die vierplatzierte Kanadierin Kelly Vanderbeek lag damals nur eine Hundertstel hinter dem Trio.

Keppler überzeugt

Ein zufriedenes Fazit darf auch Stephan Keppler vom letzten Rennen 2012 ziehen. Besonders im technisch anspruchsvollen Zielhang zeigte der Ebinger eine starke Leistung und wurde Elfter.

Das bedeutete das mit Abstand beste Saisonergebnis für den 29-Jährigen und die halbe Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften in Schladming. Dagegen konnte der Ennepetaler Andreas Sander seine starke Leistung aus dem Abschlusstraining nicht bestätigen und verpasste die Weltcuppunkte.

Erneut nicht nach Wunsch verlief das Rennen für die Schweizer Mannschaft. Vorjahressieger Didier Defago kam als bester Eidgenosse nicht über Rang 20 hinaus.

VIDEO - Der Husarenritt von Dominik Paris

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