Biathlon - Neuner lobt DSV-Team: "Einfach großartig"

Die deutschen Skijäger um Miriam Gössner sind mit zwei Siegen in Pokljuka aus dem Schatten von Magdalena Neuner getreten. Die zurückgetretene Rekordweltmeisterin freut sich über die Entwicklung. "Es ist einfach toll mitanzuschauen, wie gut sie es machen, das deutsche Team ist extrem erfolgreich", sagte die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Als die deutschen Biathleten in Pokljuka endgültig aus ihrem langen Schatten traten, ließ sich Neuner gerade für den langen Gala-Abend in Baden-Baden stylen.

"Ich musste mich ja etwas aufhübschen lassen, deswegen konnte ich die Rennen leider nicht gucken", sagte die zurückgetretene Rekordweltmeisterin, die zum dritten Mal als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Den sechsten Weltcupsieg von Andreas Birnbacher sah sie daher ebenso wenig wie Platz zwei ihrer früheren Zimmerkollegin Gössner.

"Ich kann mich an Jahre erinnern, als wir kurz vor Weihnachten gerade mal einen Podestplatz hatten. Ich glaube, das sind jetzt schon einige mehr", meinte die Wallgauerin. In der Tat. Gössner holte in Pokljuka nicht nur den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere, die 22-Jährige aus Garmisch sprintete dank ihrer enorm starken Laufform auch zweimal auf den zweiten Platz. "Einfach großartig. Da kann ich nur gratulieren", sagte Neuner.

Hinzu kommen nach dem ersten Drittel des WM-Winters je ein Sieg von Andreas Birnbacher in Pokljuka und Hochfilzen sowie ein zweiter Platz. Auch Andrea Henkel und Erik Lesser liefen vor Weihnachten mit jeweils dritten Plätzen schon aufs Podium. "Sie machen das wirklich richtig gut", lobte Neuner, die sich selbst nur noch als Biathlon-Fan bezeichnet.

Neuner: "Sie brauchen mich nicht"

"Ich versuche wie jeder andere Fan auch, an einer Fernseher ranzukommen, wenn Biathlon läuft, und fiebere mit", sagte die 25-Jährige, die ihre Karriere im März beendet hatte. Das Gerede über ihr schweres Erbe und die großen Fußstapfen, die zu füllen sind, nervt die zwölfmalige Weltmeisterin. "Ich bin ich, die anderen müssen in die Zukunft blicken und eigene Erfolge feiern. Mich brauchen sie dazu nicht", sagte Neuner.

Das sehen die Skijäger mittlerweile auch selbst so. Und deshalb will Miriam Gössner, die auf Platz drei im Gesamtweltcup endgültig in der Weltspitze angekommen ist, in den nächsten Tagen ein wenig entspannen, um im neuen Jahr wieder angreifen zu können. Dann stehen in Oberhof (ab 3. Januar) und in der Folgewoche in Ruhpolding die Heim-Weltcups auf dem Programm. Die Fans werden wieder in Massen an die Strecken strömen.

Für Gössner ("Der Druck ist jetzt weg") ging es aus Pokljuka zurück in die Heimat. In Garmisch-Partenkirchen steht zum Jahresabschluss am Donnerstag eine kleine interne Weihnachtsfeier auf dem Programm, zu der sich auch "Gold-Lena" angekündigt hat. "Ich bin ja jetzt flexibel und kann mich nach den Sportlern richten", sagte die Doppel-Olympiasiegerin zur Terminwahl.

Nach Feiern ist Andreas Birnbacher derweil nicht so recht zumute - trotz des hervorragenden Saisonstarts und Platz drei im Gesamtweltcup. "Ich bin jetzt schon wirklich sehr müde", sagte der 31-Jährige aus Schleching nach dem letzten Rennen in Slowenien: "Die nächsten Tage müssen wir erstmal die Beine hochlegen und neuen Kräfte sammeln." Verdient haben sie es sich.

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