Biathlon - Birnbacher: "Saisoneinstand fast sensationell"

Für gewöhnlich kommen die deutschen Biathlon-Herren erst mit einiger Verspätung und einem fortgeschrittenem Saisonverlauf so richtig in Fahrt. Gleichermaßen überraschend wie erfreulich ist deshalb das erste Weltcup-Wochenende in Östersund für Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und Co. verlaufen. "Der Saisoneinstand war fast schon sensationell für mich", zeigt sich Birnbacher dementsprechend erfreut.

"Ich hatte zwar gehofft, dass es gut läuft, aber mittlerweile ist es so unglaublich eng in der Spitze, dass man sich eigentlich keinerlei Schwäche erlauben darf. Die Grundlage und Spritzigkeit passt schon überraschend gut. Woran ich noch arbeiten muss, ist die Technik in der Loipe", sieht der Schlechinger trotz seines zweiten Platzes in der Verfolgung noch Steigerungspotential.

Ohne überschwänglichen Euphorie aber mit durchaus angebrachter Vorfreude analysiert Bundestrainer Uwe Müssiggang die Ergebnisse der ersten Weltcup-Station: "Die Herren haben sich zum Auftakt in der erhofften starken läuferischen Form präsentiert. Schon in der Vorbereitung hat man gesehen, dass das Team noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Das stimmt uns für die nächsten Rennen zuversichtlich."

Müssiggang sucht Mischung aus Henkel und Gössner

Doch allgemeiner Tenor scheint zu sein, dass sich die deutschen SkijägerInnen eine durchgehend sympathische und selbstkritische Sichtweise auferlegt zu haben scheinen. Denn auch die mit glänzenden Platzierungen in die Saison gestartete Andrea Henkel ist weit davon entfernt, sich ausnahmslos feiern zu lassen.

"Mit den Platzierungen bin ich auf alle Fälle zufrieden. Läuferisch muss zwar noch etwas passieren, aber das war auch nicht so geplant, dass ich jetzt schon in Top-Form bin. Das Schießergebnis war aber richtig super, da geht es in den nächsten Rennen vor allem noch darum, die Zeit zu verbessern. Aber auch da habe ich keine großen Bedenken. Das wird schon."

Zu schaffen machen der "Altmeisterin" zurzeit in erster Linie die Reisestrapazen. "Von Östersund ging es bei mir wieder direkt weiter nach Hochfilzen. Nachdem ich vom Trainingslager in Muonio ja auch schon nicht heimgefahren bin, sind es jetzt dann insgesamt sechs Wochen, in denen ich nonstop unterwegs war."

Das sind allerdings Luxusprobleme im Vergleich zu den Widerständen, mit denen die anderen deutschen Biathlon-Damen derzeit zu kämpfen haben. "Bei den Damen waren vor allem die Schießleistung von Andrea und die läuferische Verfassung von Miriam sehr erfreulich. Wir haben aber auch aufgezeigt bekommen, dass bei einigen noch immer die Laufform der limitierende Faktor ist, um aus eigener Kraft aus Podium zu kommen", hat Müssiggang die Problematik exakt analysiert.

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen