Basketball - DBB kämpft um Harris und Schröder

Der Deutsche Basketball Bund (DBB) will weiter um die EM-Teilnahme seiner beiden neuen NBA-Profis Dennis Schröder und Elias Harris kämpfen. "Wir hoffen, dass beide spielen können, aber eine klare Aussage kann man jetzt noch nicht treffen", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss dem "SID": "Das Thema ist sehr sensibel, und wir wollen uns auch mit Blick auf die Zukunft nichts verbauen."

Wichtig sei es, perspektivisch ein schlagkräftiges Nationalteam zu entwickeln, in dem Harris und Schröder eine ganz wichtige Rolle einnehmen könnten. "Niemand soll jetzt verheizt werden, das sind alles noch sehr junge Leute", sagte Weiss. Vor allem Schröder (19) stehe gerade jetzt im Rampenlicht und deswegen erstmals "unter enormem Druck".

Nachdem der 24-jährige Harris einen Zweijahresvertrag bei den Los Angeles Lakers erhalten hat, habe sich für den Verband mit Blick auf das Turnier in Slowenien (4. bis 22. September) eine ganz neue Situation ergeben. Sowohl Harris als auch Schröder waren eigentlich fest für die EM eingeplant.

"Es gibt erst seit Samstag Planungssicherheit. Wir befinden uns mit den Spielern und Klubs in Gesprächen darüber, wie wir für alle Beteiligten mit Blick auf die EM die beste Lösung finden", sagte Weiss, der am Montag zu Verhandlungsgesprächen in die USA reisen will.

Entscheidung in den nächsten Tagen

Viel Zeit für eine Lösung bleibt jedoch nicht. "Die Entscheidung muss in den nächsten Tagen fallen, beide müssten möglichst schnell ins Team integriert werden", sagte Bundestrainer Frank Menz dem SID: "Die EM und das europäische Top-Niveau wären gut für beide Spieler und ihre Entwicklung."

Harris, der sich durch starke Leistungen in der Summer League für das Team von Superstar Kobe Bryant empfohlen hatte, befindet sich noch in den USA, Schröder in Diensten der Atlanta Hawks trainiert in seiner Heimatstadt Braunschweig. Beide fehlten am Samstag in Göttingen beim lockeren 72:45 (34:22) im ersten Länderspiel des Sommers gegen Portugal. Um für die DBB-Auswahl spielen zu dürfen, benötigen sie noch die Zustimmung ihrer Klubs.

Nach den starken Auftritten in der Summer League haben die Atlanta Hawks dem Aufbauspieler, den sie im Draft an 17. Stelle verpflichtet hatten, die Rolle des zweiten Point Guards hinter Jeff Teague mit einer Spielzeit von durchschnittlich 15 Minuten in Aussicht gestellt. "Deswegen wollen sie ihn den ganzen Sommer bei sich in der Vorbereitung haben, aber er könnte sich auch bei uns sehr gut entwickeln", sagte Menz über den Braunschweiger.

Harris: "Möchte mich bei allen bedanken"

Etwas anders ist es bei dem 24-jährigen Harris. "Er wollte erst mal alles tun, um in der NBA einen Vertrag zu bekommen. Das ist ihm jetzt gelungen", sagte Frank Menz. Beim 16-maligen NBA-Champion LA Lakers könnte Harris künftig unter anderem an der Seite von Megastar Kobe Bryant spielen.

"Ich möchte mich bei allen bedanken, die an mich geglaubt und permanent ermutigt haben. Jetzt heißt es, noch härter zu arbeiten", twitterte Harris, der einen Vertrag mit dem Minimalgehalt von 490.180 US-Dollar (etwa 369.200 Euro) erhalten soll.

Ob der Absolvent der Gonzaga University, der im Draft nicht berücksichtigt worden war, tatsächlich zum Einsatz kommt, ist noch nicht garantiert. "Wichtig ist jetzt, dass unsere Spieler ihre Chance auch nutzen und sich Spielminuten erarbeiten", sagte Weiss. Das könnte allerdings mit dem EM-Plänen des Verbandes kollidieren.

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