Australian Open - Haas nach Fünfsatz-Krimi ausgeschieden

Tommy Haas ist bei den Australian Open in Melbourne bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Der Deutsche musste sich in einem hart umkämpften Fünfsatz-Match Jarkko Nieminen aus Finnland mit 6:7, 6:4, 3:6, 6:4 und 6:8 geschlagen geben. Beim Stand von 5:4 im letzten Durchgang vergab der 34-Jährige einen Matchball.

Der ehemalige Weltranglisten-Zweite war über weite Strecken der bestimmende Spieler auf dem Platz, versäumte es durch leichte Fehler aber, den Sack zuzumachen und brachte Nieminen so immer wieder ins Match zurück.

"Mit eigenem Matchball zu verlieren, ist noch ärgerlicher", sagte Haas. "Das ist eine bittere Pille, die man schlucken muss. Aber das ist der Sport. Das ganze Match hat sich nicht angefühlt, als würde ich mein bestes Tennis spielen. Es ist auch frustrierend, dass ich mir erst im fünften Satz einen Matchball erarbeiten konnte. Es wird mit den Jahren eher schlimmer auf so eine Art zu verlieren."

Mayer dreht Partie

Florian Mayer hat nach einem Kraftakt und einem 0:2-Satzrückstand die zweite Runde erreicht. Der 29-Jährige aus Bayreuth musste beim 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1 gegen Wildcard-Inhaber Rhyne Williams (USA) im Tiebreak des vierten Satzes sogar einen Matchball abwehren. Trotz des Sieges bezeichnete er seine Leistung als "so schlecht wie nie".

"Die ersten beiden Sätze sind für mich unerklärlich", sagte der 28. der Weltrangliste. "Ich habe keine Ahnung, ob ich zu nervös war oder woran es sonst lag. Man kann immer mal verkrampfen, aber so unterirdisch wie heute habe ich noch nie gespielt. Am Ende zählt nur, dass ich es irgendwie noch gedreht habe."

Nächster Gegner des Deutschen ist Qualifikant Ricardas Berankis aus Litauen. "Ich kenne ihn gut, er spielt sehr schnell, da muss ich aufpassen. Und in Stockholm im Oktober hat er mich in drei Sätzen geschlagen, es wird also schwierig", so Mayer. Der beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres an Position 25 gesetzten Rechtshänders war in Melbourne noch nie über die dritte Runde hinausgekommen.

Auch Kohlschreiber weiter

Auch Philipp Kohlschreiber hat den Sprung in die zweite Runde geschafft. Der an Position 17 gesetzte Davis-Cup-Spieler wurde seiner Favoritenrolle beim 6:2, 6:3, 6:4 gegen Steve Darcis (Belgien) gerecht. Drei Tage nach dem verlorenen Finale von Auckland zeigte Kohlschreiber eine souveräne Vorstellung. Der 29-Jährige aus Augsburg trifft in der nächsten Runde auf Amir Weintraub aus Israel.

"Es war eine solide Leistung von mir", meinte der 29-Jährige. "Ich bin froh, da ich ja keine große Vorbereitung hatte, weil es in der letzten Woche in Auckland so gut lief. Mein Ziel ist es, in die zweite Woche zu kommen. Ich habe hier ja schon gezeigt, dass ich gut spielen kann und ich fühle mich gut. Auf die Saison gesehen würde ich mich gerne in den Top 20 etablieren, vielleicht schaffe ich auch den nächsten, großen Schritt und komme unter die Top 15. Dafür muss ich aber sehr gut spielen."

Ebenfalls in Runde zwei stehen Benjamin Becker (Merzig) und der Deggendorfer Daniel Brands. Becker setzte sich mit 4:6, 6:3 7:5 und 7:6 gegen Aljaz Bedene aus Slowenien durch. Brands bezwang den Slowaken Martin Klizan etwas überraschend mit 6:3, 3:6, 6:3 und 6:4.

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