Australian Open - Djokovic schreibt Geschichte

Novak Djokovic hat Andy Murray in einem hart umkämpften Finale der Australian Open geschlagen und sich den Titel in Melbourne geholt. Nach über dreieinhalb Stunden hatte der Serbe seinen schottischen Herausforderer mit 6:7 (2:7), 7:6 (7:3), 6:3, 6:2 niedergerungen und seine Position als Nummer 1 der Welt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es war Djokovics dritter Coup "down under" in Serie.

Andre Agassi überreichte dem Triumphator den "Norman Brookes Challenge"-Pokal. Noch nie zuvor in der Open-Era seit 1968 hatte ein Spieler drei Melbourne-Titel in Serie gewonnen.

Der topgesetzte Serbe kassierte für seinen insgesamt sechsten Grand-Slam-Coup ein Rekord-Preisgeld in Höhe von 1,9 Millionen Euro.

Nach 3:40 Stunden verwandelte der 25-Jährige seinen ersten Matchball und ließ sich nach seinem Hattrick von den 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena feiern.

"Das ist mein Lieblings-Turnier"

"Das ist ein unglaubliches Gefühl, hier wieder ganz oben zu stehen. Das ist wirklich mein Lieblings-Turnier", sagte Djokovic nach dem von langen Grundlinienduellen geprägten Endspiel.

Branchenführer Djokovic, der sich auch von 61 unerzwungenen Fehlern nicht irritieren ließ, revanchierte sich damit für die im Endspiel von Flushing Meadows im September 2012 erlittene Fünfsatzniederlage gegen Olympiasieger Murray. Der Schotte indes verpasste es, als erster Spieler nach seinem Premieren-Erfolg bei einem Major auch das darauffolgende Grand-Slam-Turnier zu gewinnen.

Die Begegnung zwischen den beiden derzeit besten Grundlinienspielern dieser Tage startete mit vielen ungewohnten Schwächen auf der Vorhand-Seite des Weltranglistenersten.

Murray schnupperte des Öfteren an einem Break, doch letztlich konnte sich der "Djoker" in kritischen Situationen stets auf seinen guten Aufschlag verlassen. Murray selbst hatte weniger Mühe seine Aufschlagspiele durchzubringen, so dass der Tie-Break als logische Konsequenz die Entscheidung im ersten Satz herbeiführen musste.

Dort tauchten die Probleme des Serben mit der eigenen Vorhand aber erneut auf, so dass der Weltranglistendritte den Tie-Break ohne Probleme mit 7:2 für sich entschied.

Gleich zu Beginn des zweiten Satzes gab es einen von zwei markanten Knackpunkten in der Partie. Beim Stand von 1:0 für den Schotten hatte sich dieser ein 0:40 bei Aufschlag Djokovic erkämpft.

Djokovic holt die "Big Points"

Der Serbe haderte zu diesem Zeitpunkt mit sich und seinem Spiel. Doch wie bei großen Spielern üblich, legte der Wahl-Monegasse mit dem Rücken zur Wand gleich mehrere Gänge zu und drehte dieses Service-Game noch.

45 Minuten später ging es erneut in den Tie-Break, in welchem der Serbe diesmal von Beginn an hellwach war und seinen Gegner sowie die Ballwechsel gleichermaßen dominierte. Mit einem 7:3 war der Satzausgleich perfekt.

Mit zunehmender Spieldauer erarbeitete sich Djokovic auch aufgrund seiner glänzenden physischen Verfassung immer größere Vorteile, ohne jedoch den Aufschlag seines Gegners durchbrechen zu können. Die nicht unbedingt als Aufschlag-Monster bekannten Akteure brachten das Kunststück fertig, insgesamt 33 Service-Games in Folge zu gewinnen, ohne ein Break zu kassieren.

Dann gab es allerdings den zweiten Knackpunkt der Partie, als dem Titelverteidiger das erste Break des Matches zur 5:3-Führung im dritten Satz gelang. Die Vorentscheidung fiel, als er Murray, der einen Tag weniger Vorbereitung auf das Endspiel hatte, im vierten Durchgang gleich zweimal in Folge den Aufschlag zur eigenen 4:1-Führung abnahm.

Nach dem verwandelten Matchball ging der "Djoker" in die Knie und schrie seine Erleichterung heraus. Im Gegensatz zum Finale von 2012 zerriss er aber diesmal sein Hemd nicht. Stattdessen stürmte der Wimbledonsieger von 2011 zu seiner Box und klatschte sein Team ab.

Als er auf die Siegerehrung wartete, hatte Djokovic sogar noch die Muße, sich auf seinem Stuhl zu dehnen, während dem völlig entkräfteten Murray die Strapazen der vergangenen Tage anzusehen waren. "Novak ist der verdiente Sieger, sein Rekord hier ist unglaublich", sagte der Schotte.

Video: Alle Highlights aus dem Finale

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