ATP World Tour Finals - Federer zu cool für Ferrer

Roger Federer hat bei den ATP World Tour Finals in London dank eines 6:4 und 7:6 (7:5) gegen David Ferrer vorzeitig das Halbfinale erreicht. Mit seinem zweiten Zwei-Satz-Sieg im zweiten Auftritt kann sich der Weltranglisten-Zweite im abschließenden Duell mit dem Argentinier Juan Martin Del Potro am Samstag sogar eine Niederlage erlauben und weiterhin von einer Titelverteidigung träumen.

Zwei Tage nachdem Federer in 69 Minuten in der O2 Arena kurzen Prozess mit Janko Tipsarevic gemacht hatte, musste der Schweizer gegen Ferrer deutlich mehr kämpfen.

"Es war ein hartes Match. Er hat mir alles abverlangt. Aber ich bin froh, dass ich diesen Sieg eingefahren habe", so der 31-Jährige.

Ferrer kämpft sich zurück

Nach gewonnenem Münzwurf entschied sich Federer dafür, die Partie mit Aufschlag zu beginnen. Eine Wahl, die beinahe nach hinten losgegangen wäre - schnell war der Schweizer mit 0:40 in Rückstand. Doch statt seinen Service abzugeben, kämpfte sich der Routinier ins Match und holte sich das Spiel und im Anschluss auch den Aufschlag des Spaniers.

Beim Stand von 3:0 für Federer wechselte das Momentum zugunsten des Spaniers. Federer, der im ersten Satz nur 40 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld brachte, wankte und Ferrer konnte zum 3:3 ausgleichen.

Neben dem schwachen ersten Aufschlag machte sich Federer in dieser Phase mit vielen Rückhandfehlern selbst das Leben schwer, konnte sich jedoch fangen und brachte sein Service durch. Beim Stand von 5:4 und Aufschlag Ferrer demonstrierte der Schweizer seine Stärke und holte sich das Spiel zu null und damit den ersten Durchgang.

Federer nervenstark im Tiebreak

Im zweiten Durchgang steigerte sich Federer im Aufschlag und machte insgesamt weniger Fehler. Doch auch Ferrer gab sich keine Blöße und behielt beim Stand von 4:5 und 5:6 jeweils die Nerven. Der Tiebreak musste den Satz entscheiden.

Wie schon im ersten Durchgang drehte Federer im entscheidenden Moment auf. Mit gutem Service sicherte sich der 31-Jährige drei Matchbälle. Zwei davon konnte der Weltranglisten-Fünfte aus Spanien noch abwehren. Mit eigenem Aufschlag holte sich Federer nach 108 Minuten den Satz und damit auch das Match.

Nur Haas trübt Federers perfekte Bilanz

Mit dem Sieg gegen den 30-jährigen Ferrer schraubte Federer seine Bilanz gegen Spieler über 30 seit seiner Finalniederlage in Miami 2002 gegen Andre Agassi auf 102 zu 1. Seitdem unterlag der Schweizer einzig Tommy Haas im Finale von Halle/Westfalen in diesem Jahr mit 6:7 (5:7) und 4:6.

Auch wenn der Federer-Express Ferrer nicht überrollte, ist der Schweizer nach dem 14. Sieg im 14. Duell mit dem Spanier dem Traum vom Hattrick in London wieder einen Schritt näher gekommen.

"Ich habe ein sehr gutes Spiel hingelegt und mich qualifiziert, das ist eine große Erleichterung. Es war ein langes und hartes Match, David hat zur Zeit einen sehr starken Lauf. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg." Federer ist nach seinen Erfolgen gegen Janko Tipsarevic und Ferrer bereits sicher im Halbfinale.

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