Afrika-Cup - Keshi: Der seltsame Rücktritt vom Rücktritt

Stephen Keshi hat unmittelbar nach dem Gewinn des Afrika-Cups mit der nigerianischen Nationalmannschaft seinen Rücktritt als Trainer der "Super Adler" erklärt. "Ich habe dem nationalen Fußballverband gleich nach dem Finale mein Rücktrittsschreiben überreicht", sagte Keshi dem Radiosender SABC. Zwei Tage später sah das Ganze aber schon wieder ganz anders aus: Keshi will im Amt bleiben!

Einen Tag nach seinem überraschenden Rücktritt erklärte Keshi in einer Mitteilung des nationalen Verbandes NFF, dass er seine Entscheidung nach einem Austausch mit Sportminister Mallam Bolaji Abdullahi überdacht habe.

"Schnell und freundlich"

"Ich hatte Gründe, meine Unzufriedenheit in einigen Angelegenheiten, die beim Afrika-Cup im Zusammenhang mit dem nigerianischen Verband geschehen sind, zum Ausdruck zu bringen", heißt es in Keshis Statement. Nach dem "schnellen und freundlichen Eingreifen" des Sportministers wolle er nun aber seinen Job fortsetzen.

Nach Medienberichten war Keshi, der Nigeria 1994 als Mannschaftskapitän zum Sieg beim Afrika-Cup geführt hatte, darüber erbost, das nigerianische Offizielle für das Team direkt nach dem Viertelfinale gegen die Elfenbeinküste (2:1) einen Rückflug gebucht hatten.

Der frühere Abwehrspieler, der erst seit Anfang November 2011 im Amt war, hatte diese Aktion als mangelndes Vertrauen in seine Arbeit ausgelegt. Nigeria hatte durch einen 1:0-Erfolg über Burkina Faso zum dritten Mal den Afrika-Cup gewonnen.

Der mangelnde Vertrauen hat Keshi offenbar schwer getroffen. Denn nur wenige Tage vor dem Finale hatte der Coach im Exklusiv-Interview mit Lutz Pfannenstiel bei eurosport.yahoo.de erklärt: "Natürlich würde ich gerne Trainer bleiben, aber falls nicht, dann ist es halt so. Ich bin Trainer. Wenn ich nicht die Nationalelf trainiere, dann eben ein anderes Team. Aber mein Herz hängt an Nigeria. Ich war 14 Jahre Kapitän der "Super Eagles", danach Co-Trainer, jetzt Cheftrainer und ich möchte noch viel mit den Jungs erreichen."

Nigeria feiert seine Helden

Der dritte Triumph Nigerias beim Afrika-Cup hat im westafrikanischen Staat für wahre Begeisterungsstürme gesorgt. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas feierten die Menschen den Erfolg ihrer Mannschaft im Finale gegen Burkina Faso mit Freudentänzen auf der Straße, Autokorsos und staatlich organisierten Feuerwerkssalven.

"Nach 19 Jahren in der Wildnis haben die Super Eagles zurückgeschlagen und regieren wieder Afrika", schrieb die nigerianische Tageszeitung Daily Trust. Seit 1994 hatte Nigeria auf einen Sieg beim Kontinentalturnier warten müssen. In der Millionenstadt Kaduna gewährten viele Nachtklubs ihren Kunden zur Feier des Tages kostenlosen Eintritt. In Lagos, der mit über zehn Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Nigerias, feierten die Menschen den Erfolg bei großen Public-Viewing-Veranstaltungen.

Präsident Goodluck Jonathan gratulierte der Mannschaft in einer schriftlichen Botschaft. "Das Team hat sehr hart gearbeitet und mit großem Engagement, Artistik und Patriotismus gespielt", sagte Jonathan. Er glaubt, dass "die erstaunliche Verwandlung des Teams vom Außenseiter zum Champion eine klare Demonstration hinsichtlich noch größerer Erfolge war, die das Land noch erreichen kann, wenn alle zusammenkommen und ihre immensen Energien bündeln." Und auch der Dachverband der Gewerkschaften, der Nigeria Labour Congress (NLC), gratulierte dem Team um den Final-Torschützen Sunday Mba offiziell zum Sieg.

VIDEO: Das goldene Tor

VIDEO: Highlights Nigeria vs. Burkina Faso

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