Afrika-Cup - Drogbas Traum platzt, Elfenbeinküste raus

Topfavorit Elfenbeinküste muss nach dem Viertelfinale des Afrika-Cups die Koffer packen. Die Ivorer um Superstar Didier Drogba unterlagen Nigeria im Royal Bafokeng Stadium von Rustenburg mit 1:2 (0:1). Emenike (43.) und Mba (78.) trafen für Nigeria, Tioté (50.) war der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen. Für Drogba war es die letzte Chance, erstmals in seiner Karriere den Afrika-Cup zu gewinnen.

Die Lehren:

Nigeria steht im Halbfinale - und das verdient. In der ersten Halbzeit übernahmen die "Super Eagles" von Beginn an das Kommando und hatten teilweise bis zu 60 Prozent Ballbesitz.

Nach dem Ausgleich wackelten die Nigerianer jedoch einige Minuten bedenklich. Letztlich fingen sie sich unter den Augen ihrer früheren Stars Nwankwo Kanu und Jay Jay Okocha wieder und gingen letztlich als verdienter Sieger vom Rasen.

Für die Elfenbeinküste ist nach einer souveränen Vorrunde dagegen schon im Viertelfinale Endstation. Nach einer verschlafenen ersten Halbzeit kamen die "Elefanten" mit deutlich mehr Esprit aus der Kabine.

Dennoch fehlte es am Ende auch an der nötigen Überzeugung, um gute Nigerianer besiegen zu können.

Die Höhepunkte:

11. Das ist die erste gefährliche Aktion. Chelsea-Akteur Moses nimmt sich aus 25 Metern ein Herz und zieht einfach mal ab. Sein Rechtsschuss ist allerdings nicht platziert genug, so dass Barry mit beiden Fäusten die Gefahr bereinigt.

28. Was für eine Möglichkeit für die "Super Eagles". Ideye gewinnt den Ball im Mittelfeld und plötzlich haben die Nigerianer eine 3:2-Situation. Im perfekten Moment legt Ideye den Ball auf Emenike ab, der völlig freistehend den Ball aus elf Metern jedoch in die Wolken jagt.

43. TOOOR für Nigeria! Was für ein unglaublicher Hammer von Emenike. Einen Freistoß aus halbrechter Position nagelt der nigerianische Mittelstürmer aus knapp 30 Metern ins Netz. Kräftig mitgeholfen hat dabei allerdings auch Barry im Tor der Ivorer, der einfach am Ball vorbeigreift. 1:0 für die "Super Eagles".

45. Auf der Gegenseite versucht Romaric direkt zu antworten. Er schlenzt den Ball mit links auf das Tor, doch die Kugel streift denkbar knapp über Gehäuse.

51. TOOOR für die Elfenbeinküste! Den ergaunerten Freistoß von der linken Strafraumkante schaufelt Drogba auf den Kopf von Cheik Tioté, der in die Mitte völlig blank steht. Diese Gelegenheit lässt sich der Mittelfeldspieler nicht entgehen und köpft den Ball zum 1:1 über die Torlinie.

66. Das war die große Möglichkeit für Nigeria, erneut in Führung zu gehen. Nach einer Ecke kommt Ideye aus vier Metern vollkommen frei zum Kopfball, doch der Angreifer bringt den Ball nicht an Barry vorbei.

68. Und auch auf der Gegenseite brennt es lichterloh. Touré setzt sich 20 Meter vor dem nigerianischen Tor gut durch und zieht dann mit dem rechten Fuß ab. Enyeama kann den Ball aber zur Seite fausten.

78. TOOOR für Nigeria! Da ist die erneute Führung. Sunday Mba schnappt sich die Kugel, lässt zwei "Elefanten" aussteigen und zieht aus 20 Metern ab. Der Ball wird noch leicht abgefälscht und seknt sich hinter dem verdutzten Barry ins Tor.

Der Kracher: Die rechte Klebe von Emmanuel Emenike

Der nigerianische Mittelstürmer hat in der Partie angedeutet, über welch gewaltige Schusskraft er verfügt. In der 43. Minute musste das auch "Elefanten"-Keeper Barry schmerzvoll erfahren, als er bei dem Hammer zum 1:0 mehr als unglücklich aussah, als ihm den Ball um die Ohren geflogen war.

Im Abseits: Didier Drogba

Der wohl beste afrikanische Fußballer der letzten Dekade bleibt ein Unvollendeter. So gigantisch war sein Wunsch den Afrika-Cup mit seiner "Goldenen Generation" gewinnen zu wollen - und genauso gigantisch ist er an diesem Vorhaben gescheitert. Als er gegen Nigeria gebraucht wurde, war von dem Sturmführer der "Elefanten" nichts zu sehen. Nur einmal stand er im Mittelpunkt; dieses allerdings unrühmlich. Mit einer Schwalbe holte er den Freistoß heraus, der das 1:1 einleitete. Vielleicht ist es bezeichnend, dass auch dieses letztlich nicht reichte, um seinen wohl größten Traum wahr werden zu lassen.

Die Statistik: 0

Null Inspiration zeigte die Elfenbeinküste. Dieses wurde nach dem Seitenwechsel zwar besser, dennoch reichte es nicht um ins Halbfinale einzuziehen, so dass die wohl beste afrikanische Mannschaft am Ende ihrer Zeitrechnung mit null Titeln dasteht.

VIDEO - Höhepunkte Elfenbeinküste-Nigeria

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