2. Bundesliga - Sensation bei 1860: Eriksson kommt!

Startrainer Sven-Göran Eriksson soll den Zweitligisten 1860 München zusammen mit dem bisherigen Coach Alexander Schmidt in die erste Liga führen. Nach siebenstündiger Sitzung beschloss der Aufsichtsrat der Löwen, dass der 64 Jahre alte Schwede "in den Trainerstab von 1860 hinzustößt. Alexander Schmidt wird Trainer bleiben", sagte Otto Steiner, Chef des Aufsichtsrates der Sechziger.

Nach wochenlangem Machtkampf mit dem jordanischen Investor Hasan Ismaik rangen sich die Löwen zu diesem Kompromiss und Zugeständnis durch.

Geschäftsführer Robert Schäfer sei nun "beauftragt, in den nächsten Tagen mit beiden Gespräche zu führen und die Aufgabenteilung zu klären. Ob es dann nächste Woche mit den Gesprächen losgeht oder übernächste, das wird sich in den nächsten Tagen klären", führte Steiner weiter aus. Eriksson, der schon im Dezember drei Spiele der Münchner beobachtet hatte, ist der Wunschkandidat von Ismaik.

Steiner sieht Kompromiss als Erfolg

In den letzten Jahren hatte der Schwede aber kaum noch sportliche Erfolge vorzuweisen. In Erinnerung ist da eher noch eine medial ausgeschlachete Liebschaft mit einer englischen Verbands-Sekretärin, die Eriksson auf der Insel den nicht gerade vorteilhaften Spitznamen "Der geile Sven" eingebracht hatte.

Zuletzt war der 64-Jährige beim thailändischen Erstligisten BEC-Tero Sasana tätig. Zuvor hatte er Spitzenklubs wie Benfica Lissabon, AS Rom, AC Florenz, Sampdoria Genua, Lazio Rom und Manchester City betreut. Zudem war er von 2001 bis 2006 englischer Nationaltrainer. Kurze Zeit war Eriksson auch verantworlicher Coach der Nationalteams von Mexiko (2008/2009) und der Elfenbeinküste (2010).

Dass der Kompromissvorschlag von Ismaik und dessen Berater Hamada Iraki abgenickt wurde, wertete Steiner als Erfolg. Dadurch besitze auch der Drei-Jahres-Plan "wie besprochen weiter seine Gültigkeit. Der Kompromiss wurde von beiden Seiten bereits unterschrieben."

Workshop mit Ismaik geplant

Auch Präsident Dieter Schneider, dessen Rauswurf Ismaik zuletzt unverhohlen gefordert hatte, sprach davon, einen guten Schritt weitergekommen zu sein. "Wir bekommen jetzt das Geld aus dem Drei-Jahres-Plan, den wir damit nahtlos weiterführen können. Der einzige Verlierer hätte der Verein sein können", sagte Schneider und ergänzte: "Wir haben das so hingekriegt, dass wir vernünftig weiterarbeiten können."

Ismaik will weitere Millionen investieren, der Aufstieg soll möglichst schnell realisiert werden. Die Löwen bereiten sich derzeit in Belek/Türkei auf die Rückrunde vor. Betreut wird das Team derzeit noch alleine von Alexander Schmidt. Der 44-Jährige, zuvor Trainer der U21 der Löwen, hatte am 17. November das Amt des entlassenen Reiner Maurer übernommen.

Um künftige Konfrontationen mit Ismaik zu vermeiden, ist demnächst in Abu Dhabi sogar ein "Workshop" geplant, wie Steiner verriet: "Wir haben gelernt, dass wir auch mal den heimischen Boden verlassen müssen, um im direkten Gespräch Unklarheiten auszuräumen. Es gilt vor allem, sachdienlich zu handeln, aber auch die Gegebenheiten der beiden unterschiedlichen Kulturen der Geschäftspartner zu berücksichtigen." Man verfolge, so Steiner, immerhin "ein gemeinsames Ziel: sportlicher Erfolg auf einer wirtschaftlich soliden Basis".

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