2. Bundesliga - Derby-Held Ronny rettet Hertha

Hertha BSC und Union Berlin haben sich in einem höchst intensiven Hauptstadt-Derby mit 2:2 (0:1) getrennt. Simon Terodde brachte die Gäste schon nach neun Minuten in Front. Kurz nach der Pause erhöhte Adam Nemec (49.) per Kopf auf 2:0. Adrian Ramos erzielte ebenfalls per Kopf (73.) den Anschluss, ehe Ronny in der 86. Spielminute mit einem traumhaften Freistoß der viel umjubelte Ausgleich gelang.

Die Lehren:

Hertha BSC hält trotz des verpassten Sprungs an die Tabellenspitze souverän Kurs auf Liga eins. Gegen blendend eingestellte Gäste fehlten aus dem Spiel heraus die Impulse von Ronny. Der Ideengeber im Mittelfeld wurde von Christoph Menz fast vollständig aus dem Spiel genommen - ließ aber bei Standards sein Können aufblitzen. Dass man den Brasilianer dabei nicht unterschätzen darf, wusste Union aus dem Hinspiel, als er den Hertha-Sieg per Freistoß besorgte, den verdienten Treffer zum 2:2 konnten die Gäste dennoch nicht verhindern. Die Herthaner boten in einer intensiven Partie wenig spielerischen Glanz, zeigten dafür aber die abgezockte Geduld eines Aufstiegsfavoriten und wurden am Ende mit dem Punkt belohnt, der ihnen jetzt acht Punkte Vorsprung auf den drittplatzierten 1. FC Kaiserslautern beschert.

Union spielte taktisch ungemein diszipliniert und nutzte zudem seine Chancen effektiv. Der beherzte Auftritt im Olympiastadion macht deutlich, dass die "Eisernen" den Kampf um den Aufstieg noch nicht aufgegeben haben und zumindest Platz drei in Reichweite ist. Sieben Punkte liegen die Unioner noch hinter den "Roten Teufeln" aus Kaiserslautern und können trotz des späten Ausgleichs mit breiter Brust in die kommenden Aufgaben gehen.

Die Stimmen:

Jos Luhukay (Trainer Hertha BSC): "Die erste Halbzeit war für uns sehr schwer. Jeder meint, dass wir jedes Spiel von Beginn an dominieren müssen, nur weil wir Hertha sind. Aber wir müssen uns auch vieles erst erarbeiten. Wenn es aus dem Spiel nicht klappt, können wir uns auf unsere Standards verlassen."

Peter Niemeyer (Hertha BSC): "Wenn man 0:2 hintenliegt, muss man mit dem Punkt zufrieden sein. In der ersten Halbzeit hatten wir einfach keinen Arsch in der Hose."

Uwe Neuhaus (Trainer 1. FC Union Berlin): "Es ist keine gefühlte Niederlage. Natürlich will man hier die drei Punkte mitnehmen, aber nach der Grippewelle ging uns am Ende ein bisschen die Puste aus und Hertha hat am Ende auch alles nach vorne geworfen."

Torsten Mattuschka (1. FC Union Berlin): "Wir haben ein überragendes Spiel gemacht. Aber wir machen hier und da noch dumme Fehler. Wenn wir das abstellen können, sind wir schwer zu schlagen."

Die Höhepunkte:

9. TOOOR für Union! Mattuschka tanzt Pekarik im Strafraum aus und kommt aus sieben Metern zum Abschluss. Glanztat von Kraft, doch Terodde bekommt den Abpraller und trifft aus sechs Metern zum 1:0 für Union.

33. Ramos bricht auf der rechten durch und flankt von der Grundlinie butterweich ins Zentrum. Allagui steht mutterseelenallein vor dem Tor und kommt zum Kopfball - direkt in die Arme von Haas. Schwach gemacht, denn da war viel mehr drin.

49. TOOOR für Union! Eckball für die "Eisernen" von der linken Seite. Mattuschka und Jopek mit einer kurzen Variante und der Kapitän hat Zeit zum Flanken. Nemec setzt sich am Fünfer gegen Ndjeng, Niemeyer und Ramos durch und nickt in die rechte Ecke zum 2:0 für die Gäste ein

73. TOOOR für Hertha! Ronny schlägt eine Ecke von links hoch an den Fünfer. Ramos setzt sich beherzt durch und wuchtet das Leder schwungvoll unter die Latte. Haas ist chancenlos und es steht nur noch 1:2.

86. TOOOR für Hertha! Freistoß für Hertha aus halbrechter Position in 28 Metern Torentfernung. Die Situation ist wie gemacht für Ronny. Der Brasilianer legt sich den Ball zurecht, schaut sich die Mauer genau an und zeikelt ddie Kugel perfekt über die Mauer in die rechte Ecke. Haas macht sich lang, doch da ist nichts zu machen - 2:2.

Der Kracher: Heiße Derbystimmung

Die Temperaturen im Minusbereich, doch das Olympiastadion brodelte: 74.244 Zuschauer, davon ein gutes Drittel mit den Unionern aus Köpenick angreist, lieferten den Rahmen für ein intensives Stadtduell. 70 Minuten lang taten sich dabei die Gästefans stimmlich hervor - beim Spielverlauf kein großes Wunder. Am Ende jubelten beide Seiten ihren Teams zu.

Im Abseits: Maik Franz und Pierre-Michel Lasogga

Die beiden frisch von Verletzungen zurückgekehrten Herthaner gerieten im Training ein wenig zu heftig aneinander. Ergebnis: Trainer Jos Luhukay verbannte beide Streithähne für das stimmungsvolle Derby auf die Tribüne.

Die Statistik: 9

Union hat einen Lauf: In neun der letzten zehn Spiele blieben die "Eisernen" ungeschlagen - nur Tabellenführer Eintracht Braunschweig konnte das Team von Trainer Uwe Neuhaus seit der Pokalpleite am 31. Oktober 2012 bezwingen. Zudem war Treffer von Simon Terodde in der 9. Minute das mit Abstand schnellste Gegentor für Hertha BSC in der laufenden Saison. Zuvor hatte es bei den Blau-Weißen nie vor Minute 25 eingeschlagen.

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