Der Tour-Return

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Dass Novak Djokovic, Andy Murray, Roger Federer und - sobald er wieder fit ist - auch Rafael Nadal 2013 weiterhin den Ton in der Weltspitze angeben werden, steht wohl außer Frage.

Aber es wird auch in der neuen Saison wieder Spielerinnen und Spieler abseits der ultimativen Elite geben, die für Furore sorgen werden. Hier sind fünf, die man auf der Rechnung haben sollte.

- Milos Raonic: Zugegeben, manche werden schon ungeduldig, wenn es um den jungen Kanadier geht. Müsste der nicht längst in den Top Ten stehen? Nah dran ist er als Weltranglisten-13. ja schon und das mit gerade mal 22 Jahren. Doch bei den großen Turnieren blieb er bisher noch hinter den Erwartungen zurück. 2011 stürmte der Schlacks mit dem Kanonenaufschlag durch die Quali bis ins Achtelfinale, es war sein Durchbruch. Die Saison 2012 spielte Raonic ordentlich mit zwei Titeln, nur fehlten eben die echten Highlights oder mal ein spektakulärer Sieg gegen einen Top-Gegner. Mit Galo Blanco hat er jedoch den richtigen Trainer an seiner Seite, die kleinen Schwächen in seinem Spiel dürften bald ausgemerzt sein. Und dann klappt es auch mit dem Selbstbewusstsein, das ihm manchmal noch fehlt.

- Grigor Dimitrov: Er ist ein ähnlicher Kandidat wie Raonic, auch den Bulgaren hat man irgendwie schon länger als großes Talent auf dem Zettel und fragt sich, warum der Durchbruch eigentlich immer noch auf sich warten lässt. Dabei ist auch er erst 21 Jahre alt, doch unterm Strich zeigte er bisher zu wenig. Bei keinem Grand Slam schaffte er es weiter als Runde zwei, zumindest schloss Dimitrov diese Saison mit der Bestmarke von Rang 48 in der Weltrangliste ab. Der Trainerwechsel zur schwedischen Tennisakademie mit Mikael Tilström und Magnus Norman könnte nun die Wende bringen und vielleicht gelingt es ihnen, Dimitrovs Möglichkeiten herauszukitzeln. Er galt schon als neuer Federer - ein Trost: Beim Schweizer dauerte es mit dem Durchbruch ja auch etwas länger.

- David Goffin: Bei den French Open war er plötzlich da, dieser schmächtige, blasse Belgier, der so jung wirkte, als würde er nach dem Match noch von seiner Mutter mit dem Kombi abgeholt werden. Aber Goffin ist inzwischen 22 Jahre alt geworden und hat mit seiner furchtlosen Spielweise in Paris die Sympathien der Tennisfans im Nu erobert. Durch die Quali spielte er sich ins Achtelfinale und nahm dort sogar Federer einen Satz ab. So schüchtern er abseits des Platzes wirkt, so frech und selbstbewusst tritt er in seinen Matches auf. Vor einen Jahr stand Goffin noch fast auf Rang 200, nun gehört er bereits zu den Top 50. Es scheint nur eine Zwischenstation zu sein.

- Jaroslawa Schwedowa: Die Kasachin ist einfach unkaputtbar. Eine schwere Knieverletzung hatte die 25-Jährige lange zurückgeworfen, doch in dieser Saison kämpfte sie sich von einem Platz außerhalb der Top 200 bis auf Rang 25 vor. Dafür wurde sie von der WTA als Comeback-Spielerin der Saison ausgezeichnet. Einen Platz in den Tennis-Analen sicherte sie sich bereits in Wimbledon mit einem Novum, dem perfekten Satz gegen Sara Errani (6:0 - und das mit 24:o Punkten). Ein "goldenes Ei" habe sie gelegt, scherzte Schwedowa danach. Ihr Markenzeichen: Stirnband, Sonnenbrille, cooler Humor und verbissener Siegeswille. 2013 könnte ihr Jahr werden.

- Laura Robson: Bisher schien es, als hätte ihr kaum etwas Schlimmeres passieren können, als im Alter von 14 Jahren den Junioren-Titel in Wimbledon zu gewinnen. Die britischen Medien stürzten sich seither auf den Teenager, doch sie ging mit den enormen Erwartungen erstaunlich gut um. Nun, mit 18 Jahren, sorgte sie so richtig für Furore: erst die Silbermedaille im Mixed mit Andy Murray bei den Olympischen Spielen in London, dann trumpfte Robson bei den US Open so furios auf, wie es seit 40 Jahren keine Britin mehr bei einem Grand-Slam-Turnier tat: Kim Clijsters schickte sie dabei in Rente, dann düpierte sie noch Li Na und zog ins Achtelfinale ein. Von ihren unschuldigen Bambi-Augen darf man sich nicht täuschen lassen, auf dem Platz hat Robson den Killerinstinkt. Aufschlagstark, sehr solide von der Grundlinie, fitter als je zuvor und dazu gereift - Bambi scheint bereit für den nächsten großen Sprung.

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