Der Tour-Return

Von Hormonen und Dauer-Schnarchern

Die Australian Open sind vorbei. Die großen Sieger heißen wieder Victoria Azarenka und Novak Djokovic. Doch auch hinter den Kulissen spielte sich viel Interessantes und Kurioses ab. Hier ein paar Highlights, was wir während des ersten Grand Slams der Saison gelernt haben:

- Wildkatzen streichelt man nicht! - Über die Beziehung zwischen Li Na und ihrem Gatten Jiang Shan haben wir in den letzten Jahren schon mehr gelernt, als uns lieb ist. Vor allem, dass er offenbar Zuhause nicht sehr viel zu lachen hat. Zu sagen noch weniger. Selbst, als er noch ihr Coach war. Kein Wunder, dass in China bereits vermeldet wurde, die beiden hätten sich scheiden lassen. "Wahrscheinlich dachten sie das, weil wir uns so oft anschreien", sagte Li Na. Aber seit sie mit Carlos Rodriguez arbeitet, würden sie sich nicht mehr ständig anschreien. Zumindest nicht auf dem Platz. Auch in Melbourne muss Jiang Shan einiges über sich ergehen lassen, wenn seine Frau in den Pressekonferenzen mal wieder der ganzen Welt erzählt, dass sie ihn trotz ein paar Pfunden zuviel ja lieben, er aber fürchterlich schnarchen würde. "Ich muss mich beim Hotel bedanken", sagte sie, "sie haben mir dieses Mal eine Suite gegeben - wenn er jetzt schnarcht, schmeiß' ich ihn einfach aus dem Zimmer." Und die Aufgaben im Hause Li sind auch klar verteilt, seit sie ihren neuen Coach hat: "Mein Mann ist mein Hitting-Partner. Er mischt meine Getränke. Er bringt mir die Rackets. Er macht alles." Da hat Frau Li wohl alles richtig gemacht...

- Nicht alle wollen Sugarpova! - Wie sollte es auch anders sein, die Gummiware von Maria Scharapowa geht auch in Melbourne weg wie geschnitten Brot. Aber dann doch nicht bei allen: großzügig verteilt die kühle Blonde ihre Tütchen Süßes auch in der Player's Lounge - aber die Ladies verweigern sich eisern. "Dafür greifen sich die Spieler immer die Tüten und fragen ständig nach Nachschub", sagte Scharapowa, "die achten wohl nicht auf ihre Diät..." Kreativ war sie während des Turniers natürlich auch und tüftelte bereits an neuen Sorten für ihr Fruchtgummi: cheeky (vorlaut), sassy (frech), sporty, spooky (gruselig), splashy (sensationell), smitten (verliebt), silly (albern), flirty und chic. Fehlt nur noch muffig und verschwitzt.

- Leg' dich nicht mit Lendl an! - Ivan Lendl hat Humor, tiefschwarzen Humor. Aber wenn man ehrlich ist, denkt man bei diesem niemals auch nur eine Miene verziehenden Mann doch immer noch an den "Ivan, den Schrecklichen" von einst. Das alte Image kann manchmal aber hilfreich sein, besonders, wenn man sich irgendwo beschwert. Bei den Organisatoren der Australian Open half diese Einschüchterungstaktik allerdings nichts. Im Lager von Andy Murray fühlte man sich dieser Tage zutiefst benachteiligt, da der Schotte bisher nur am Tag angesetzt gewesen sei. Roger Federer dagegen habe vier Nightsessions hintereinander gehabt - das sei ja nun klare Wettbewerbsverzerrung, da das Halbfinale und Endspiel abends ausgetragen wird. Die klare Antwort der Turnierleitung: 1. Das Fernsehen entscheidet mit. Heißt soviel wie: Wer will schon lieber Murray als Federer sehen? Die Antwort ist leicht. 2. Schau dir gefälligst deinen Draw mal an. Bedeutet: Murray hatte nur Laufkundschaft, davon zwei ausgelaugte Franzosen. Objektiv keine Option für ein knackiges Abendmatch. 3. Wir können nicht jedem jammernden Spieler nachgeben. Heißt auch: Selbst Azarenka beschwerte sich umsonst über ihre frühen Ansetzungen, und die ist immerhin die Nummer eins. Der PseudoFed-Account von Roger Federer twitterte nach dem Viertelfinale dann auch: "Ich bestehe darauf, dass Murrays nächstes Match am Abend angesetzt wird. Aus reiner Fairness." Lendl war wohl als Einziger not amused...

- Muss das wirklich sein?! - Es ist ganz einfach, junge, aufstrebende Spieler einzuschüchtern, noch bevor der erste Ball gespielt ist. Bernard Tomic dachte sich: Den Roger da, den schlage ich doch mit links. Aber dann stellte der Stadionsprecher seinen Gegner vor: "Er hat alle seine Grand-Slam-Siege vorgelesen. Alle. Wimbledon-Champion sechs Mal, US-Open-Champion sechs Mal... Und ich dachte nur noch: Oh shit, es ist Roger. Danach war mein Selbstvertrauen im Eimer..." Sloane Stephens erging es mit Serena Williams nicht besser. "Ich dachte nur: Müssen die jetzt ernsthaft jeden einzelnen Turniersieg von ihr hier aufzählen? Muss das wirklich sein?" Ja, es musste. Es half Serena dann aber doch nicht.

- Frauen sind hormongesteuert! - Zumindest erklärte das Jo-Wilfried Tsonga in seiner Pressekonferenz. Und ein Franzose ist ja irgendwie prädestiniert für dieses Themengebiet. Wie es denn sein könne, dass die topgesetzten Damen öfter vorzeitig straucheln würden in einem Turnier als die besten Herren, wurde Tsonga gefragt. "Nun ja, die Mädels sind emotional doch labiler als wir. Ich bin sicher, dass mir jeder da Recht gibt - auch die Mädels. Nein? Glaubt ihr nicht? Es sind einfach die Hormone und dieses ganze Zeug. Wir haben diese ganzen schlimmen Sachen nicht, daher sind wir körperlich auch immer in Bestform und ihr nicht. Das ist alles. (lacht)" Tsonga sollte in nächster Zeit mit hormongesteuerter Fanpost rechnen...

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