Sven Hannawald

Auf geht’s zum “Monster-Bakken”

Andreas Wank belegte in Sapporo bei schwierigen Bedingungen einen tollen dritten Platz.Andreas Wank belegte in Sapporo bei schwierigen Bedingungen einen tollen dritten Platz.

Hallo Skisprung-Fans,

die Bedingungen beim Weltcup in Japan waren wie befürchtet. Es ist zwar eine geniale Schanze in Sapporo, aber vom Sonnenschein bis hin zum dichten Schneefall vergehen teilweise nur gefühlte zehn Sekunden. Ich hatte ja bereits im Vorfeld aus eigener Erfahrung davor gewarnt.

Deshalb freut mich der dritte Platz für Andreas Wank umso mehr. Im Sommer hat er bereits mit zwei Siegen gezeigt, dass er gut mit der Schanze klarkommt. Nun ist endlich auch im Winter bei ihm der Knoten geplatzt. Erfolge hier zählen einfach mehr als beim Sommer-Grand-Prix, der nicht so hoch angesehen ist. Vielleicht hat Andreas bisher einfach zu viel gewollt, um die Erfolge aus dem Sommer zu bestätigen, da verkrampfst du dann auch mal schnell.

Abenteuerlich war natürlich der Ausrutscher von Daiki Ito. Allzu oft kommt es nicht vor, dass jemand den Anlauf hinunterrutscht. Besonders schade natürlich für Ito, weil er nach dem ersten Durchgang Zweiter war. Ich kann mich an Wolfgang Loitzl erinnern, dem das einmal in Zakopane passiert ist. Gefährlich ist bei solch einer Situation im Grunde das mögliche Verkanten oder Festhängen der Ski an der Seitenbegrenzung. Dass jemand den Bakken hinunterfällt, habe ich noch nicht erlebt. Das könnte aber auch sehr unangenehm werden, immerhin sind das rund drei bis dreieinhalb Meter Höhe - je nach Schanze. Bei Skiflugschanzen gar fünf bis sechs Meter.

Konkurrenzkampf zwischen Vikersund und Planica

Viel Zeit zum Ausruhen gibt es für die Jungs nicht. Am Wochenende geht es zum "Monster-Bakken" nach Vikersund. Die Norweger haben mit dem Sprung von Evensen 2011 auf 246,5 Meter Planica den Rang als größte Schanze abgelaufen. Die Slowenen wollen das aber nicht lange auf sich sitzen lassen und ihre Schanze ebenfalls verändern. Allerdings muss hier alles komplett umstrukturiert werden, denn sonst wird es einfach zu gefährlich. Im Gegensatz zu Vikersund ist die Anlage bei Weitem nicht so modern.

In jedem Fall sind in Norwegen Wintersport-Events immer Festspiele, da ist die gesamte Familie mit dabei und die Stimmung wirklich einmalig. Favorisiert sind für mich Spezialisten wie Robert Kranjec und Tom Hilde, aber natürlich auch Gregor Schlierenzauer. Für die Deutschen wünsche ich mir eine geschlossene Mannschaftsleistung, vielleicht ein bisschen mehr als zwischen Platz zehn und 20. Oder aber jemand nutzt die Gunst der Stunde und hat das Quäntchen Glück und springt aufs Podium - wie zuletzt Andreas Wank.

Euer Sven Hannawald

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