Spielverlagerung

Schalke contra Twentes Tormaschine

Kennt sich aus im Europa-Pokal: Raúl

Im Achtelfinale der Europa League bekommt es Schalke 04 mit dem niederländischen Tabellenzweiten Twente Enschede zu tun. Dabei sollten die "Königsblauen" ihren Gegner keinesfalls unterschätzen, denn gerade taktisch ist Twente alles andere als leicht zu knacken.

Trainiert wird die Mannschaft seit Januar von einem alten Bekannten - jenem Mann, der sie 2010 zur einzigen Meisterschaft führte, der aber in der Bundesliga durch seine Wolfsburger Zeit eher unrühmliche Assoziationen hervorruft: Steve McClaren.

Nach einigen Abgängen - gerade in der Winterpause - hat man sich mittlerweile sogar zum absoluten Meisterschaftsfavoriten in der enorm spannenden Eredivisie gemausert. Krönung der bisherigen Saison war das 6:2 beim Tabellenführer PSV Eindhoven am Wochenende, so dass man mit einem Sieg im Nachholspiel sogar selbst Rang eins übernehmen kann.

Gefahrenquellen en masse

Die Schalker hatten dagegen zuletzt einige Probleme und verloren drei ihrer letzten vier Bundesliga-Spiele, wobei defensive Lücken immer wieder ihren Teil dazu beitrugen. Gegen Twente dürften die zuletzt zu großen Räume zwischen den Linien oder zwischen den beiden Außenspielern auf einer Seite tödlich werden - Schalke muss sich hier verbessern.

Besonders wichtig ist dies, weil die Niederländer über zwei hervorragende Außenstürmer verfügen, die am Sonntag maßgeblich am hohen Sieg in der Liga beteiligt waren. Der PSV gewährte ihnen zu viel Raum und damit direkte Duelle ohne konsequente Doppelung gegen die Außenverteidiger, welche hoffnungslos unterlegen waren und sich mehrfach böse ausspielen ließen. Die Befürchtung, dass Ola John und Nacer Chadli gegen Schalke ähnliche Räume vorfinden können, ist durchaus berechtigt.

Ebenfalls achten sollten die Schalker auf drei weitere Gefahrenquellen: Erstens auf die horizontalen und Raum schaffenden Läufe von Stürmer Luuk de Jong (wichtig wird ein intelligentes Verhalten der Innenverteidiger sein), zweitens auf die vertikalen und sehr kraftvollen Vorstöße vom torgefährlichen Mittelfeldspieler Willem Janssen (hier wird Jones besonders gefragt sein) und drittens auf die Vorstöße aus der Innenverteidigung von Douglas oder Kapitän Wisgerhof. Letzterer steuerte am Wochenende auf diese Weise einen Treffer bei. Raúl und Huntelaar müssen hier nicht nur zu Beginn des gegnerischen Angriffes mit Laufarbeit Passwege abdecken, sondern auch danach immer aufmerksam bleiben und gegebenenfalls mit zurückrücken.

Vorteil für Stevens

In der Defensive zeigten die Niederländer zuletzt ebenfalls sehr gute Leistungen, gerade das Doppeln der Flügelspieler beherrschen sie sehr gut und so wurde auch PSV-Topspieler Dries Mertens vollkommen neutralisiert. Umso wichtiger wird es für Schalke sein, die wenigen Schwachpunkte bei Twente konsequent auszunutzen.

In erster Linie ist hier die Verteidigungsweise im Mittelfeld zu nennen, welche oftmals stark mannorientiert gespielt wird. Daher reicht es oftmals aus, sich in kleinen gruppentaktischen Situationen in einem 1-gegen-1 oder 2-gegen-2 durchzusetzen, um eine Torchance zu erhalten. Gerade durch einen vorstoßenden Sechser in Zusammenarbeit mit Raúl könnte Schalke hier für etwas Verwirrung sorgen. Ebenfalls auffällig sind leichte Unsicherheiten bei Flanken, die Schalke sehr entgegen kommen dürften, haben sie doch mit ihren beiden Stürmern gute Abnehmer und mit Farfan oder Fuchs ebenso gute Absender. Nach Stellungsfehlern oder guten Laufwegen der Stürmer im Strafraum fingen sich die Westniederländer die beiden Gegentore im nationalen Spitzenspiel.

Alles in allem wartet mit Twente ein sehr gefährlicher Gegner auf Schalke, der Schwächen gut ausnutzen weiß, wobei dies auch in die andere Richtung galt - garantieren können wir ein torreiches Spiel deswegen allerdings nicht. Sehr wichtig wird in einem solchen Spiel wohl die Form sein - und da hat der Gastgeber derzeit die Vorteile auf seiner Seite. Aus deutscher Sicht kann man aber wohl deshalb optimistisch sein, weil Huub Stevens als Niederländer den Gegner gut genug kennen sollte, um seine Schalker bestmöglich einzustellen.

Und das sind die voraussichtlichen Aufstellungen:

Twente Enschede: Mihajlov - Cornelisse, Wisgerhof, Douglas, Rosales - Janssen, Brama, Fer - Chadli, de Jong, John
Trainer: McClaren

FC Schalke 04: Hildebrand - Höger, Papadopoulos, Matip, Fuchs - J. Jones, Holtby - Obasi, Raúl, Draxler - Marica
Trainer: Stevens

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