Rolf Kalb

Vollgepacktes Snooker-Jahr

Bye-bye sagt Stephen Hendry.Bye-bye sagt Stephen Hendry.

Weihnachten steht vor der Tür, und trotzdem wird noch immer Snooker gespielt. In Sheffield wird heute und morgen noch um die Qualifikation für das World Open auf Hainan gekämpft. Das passt ins Bild. 2012 war ein vollgepacktes Snooker-Jahr, und das gilt übrigens auch für unser Programm; noch nie hat Eurosport so viel Snooker übertragen wie 2012. Ich weiß, dass wir nicht immer alle Wünsche der Snooker-Fans erfüllen können, aber es gibt wenige Sportarten, die mehr Sendezeit über das Jahr ansammeln als Snooker.

Die neuen Strukturen im Snooker greifen so langsam, und weitere Änderungen stehen vor der Tür. So werden ab der Saison 2013/2014 eine Reihe von Turnieren mit flacherer Struktur gespielt werden, bei der die Top-Spieler auch schon in der ersten Runde an den Tisch müssen. Mich überrascht dieser Schritt nicht. Ab 2014 wird die alte Weltrangliste schließlich von einer Geldrangliste abgelöst, und ich hatte schon in meinem Blog zu diesem Thema darauf hingewiesen, dass dann flachere Turnier-Strukturen eingeführt werden müssen, damit es fair zugeht. Das alles ist also ein logischer Schritt. Natürlich ist noch nicht alles perfekt und es hakt noch an einigen Ecken, aber in welchem Sport ist das nicht der Fall.

Ein Abschied mit Stil und 147

Einer der Größten des Snooker hat sich in diesem Jahr aus dem Turniersport verabschiedet: Stephen Hendry hat seine Karriere beendet. Er hat das in dem gleichen Stil gemacht, in dem er zuvor schon seine großen Siege gefeiert und seine Niederlagen akzeptiert hat: mit Würde. Dass er das Crucible Theatre als Bühne für seinen Abschied gewählt hat und im letzten Turnier seiner Karriere dann auch noch ein Maximumbreak geschafft hat rundet das Bild ab. Apropos Weltmeisterschaft: Das Feuer, mit dem Ronnie O’Sullivan in diesem Jahr die Weltmeisterschaft gewonnen hat, war beeindruckend und ansteckend. Ob er in den Turniersport zurückkehrt weiß ich nicht. Dem Sport und den Fans wäre es zu wünschen. Aber er hat jedes Recht der Welt, zuerst an sich (und seine Familie) zu denken. Dafür wünsche ich ihm Glück.

2012 war ein Jahr mit vielen Höhepunkten, aber auch leider mit einigen Tiefpunkten. In dieser Hinsicht war es ein ganz normales Jahr. Ich will jetzt gar nicht auf einzelne Dinge eingehen oder einzelne Spieler herausheben, denn dann würde dieser Blog nie enden. Aber eines hat auch 2012 wieder gezeigt: Bei allen Diskussionen und Aufgeregtheiten rund um Snooker herum passiert das Entscheidende doch auf dem Tisch; das sollten wir nie vergessen. Und die Faszination dessen, was da passiert, ist ungebrochen.

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Eines ist gewiss: Auch 2013 wird wieder ein vollgepacktes Snooker-Jahr. Darauf freue ich mich schon und darauf, alle am 4. Januar um 13:00 Uhr bei bester Gesundheit wieder aus oder sogar in Fürstenfeldbruck zu Snooker bei Eurosport zu begrüßen.

Schöne Feiertage und beste Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb

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