Rolf Kalb

Masters-Finale: Kein neuer Name!

Hallo Snooker-Freunde,

auf der Masters-Trophäe braucht kein neuer Name eingraviert werden. Beide Finalisten haben schon bei diesem Prestige-Turnier triumphiert. Mark Selby war der Sieger 2008 und 2010, Neil Robertson hat im Vorjahr triumphiert. Dass diese beiden das Endspiel bestreiten ist kein Zufall. Hier treffen zwei Spieler aufeinander, die komplett sind und eine hohe Konstanz an den Tag legen können. Einen Tipp abzugeben fällt schwer, aber bei einem lege ich mich fest: Es wird ein hartes Finale. Ein frühes Ende ist unwahscheinlich.

Neil Robertson scheint gerüstet, Masters-Geschichte zu schreiben. Als vierter Spieler nach Cliff Thorburn, Stephen Hendry und Paul Hunter, der das 2002 als bisher letzter schaffte, könnte er den Masters-Titel erfolgreich verteidigen. Der Weg des Australiers in das Finale war ja keinesfalls einfach. Wer Ding Junhui, Mark Allen und Shaun Murphy schlägt, braucht sich vor niemandem zu verstecken. Sein Breakbuilding ist wieder einmal exzellent, aber auch sein Allroundspiel lässt ihn in engen Situationen nicht im Stich. Klar hatte Shaun Murphy im Halbfinale nicht seinen besten Tag erwischt, aber Ding Junhui hat gut gespielt und Mark Allen sogar sehr gut. Neil Robertson hat sich bisher nicht das Spiel diktieren lassen, sondern dominierte seine Begegnungen über weite Strecken. Ebenso war seine Nervenstärke bei seinem Comeback gegen Ding oder im Entscheidungsframe gegen Allen überzeugend. Kurz: Da fehlt nichts - Robertson bringt alles mit, um den Titel zu holen.

Mark Selby dagegen ist ein ungeheuer erfolgsorientierter Spieler. Im Moment hat er einen Lauf. In London spielt er sein drittes Finale in Folge, und in York und in Fürstenfeldbruck hat er ja gewonnen. Sein Matchplay ist knallhart. Er benutzt die ganze Bandbreite, und die ist bei ihm groß. Wenn er den Tisch zu macht, wenn er das Spiel eng macht, dann mag das nicht unbedingt attraktiv wirken, aber es wirkt. Und er hat auch die Flexibilität, bei Bedarf sofort umzuschalten. Vor dem Halbfinale habe er nicht gut geschlafen und sich deshalb müde und schlapp gefühlt, so gab er zu Protokoll; wenn das schlapp war ... Hinzu kommt Selbys mentale Stärke. Da ist er derzeit allen Profis überlegen. Den bringt nichts aus der Ruhe, niemals gibt er sich geschlagen. Die Gegner wissen das natürlich, und sie haben Respekt vor dieser Stärke. Das lässt den Druck auf sie noch einmal größer werden. Jeder weiß: Er muss Mark Selby vom Tisch weghalten, sonst wird es kompliziert und schwierig. Das ist einfacher gesagt als getan.

Fazit: Für Neil Robertson wird viel davon abhängen, ob er das Spiel einigermaßen flüssig halten kann. Dann kann er mit seinen Einsteigern und seinem Breakbuilding den Gegner kontrollieren. Der Australier kann auch Frames auskämpfen, aber da dürfte Mark Selby ihm überlegen sein. In diesem Falle hätte der Engländer die besseren Karten.

Viel Spaß und herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb

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