Patrick Mouratoglou

Herrschaft in aller Freundschaft

Hallo Tennis-Freunde,

nun ist es endgültig zum Klassiker geworden, das Duell der beiden Freunde Novak Djokovic und Andy Murray. Da brechen neue Zeiten an auf der Tour. Von 2004 bis 2010 haben im Prinzip Rafael Nadal und Roger Federer die Grand-Slam-Titel unter sich ausgemacht, 2011 kam dann das Jahr des Novak Djokovic. In der vergangenen Saison haben wir eine fast schon brüderliche Teilung der Major-Titel erlebt - es gab vier verschiedene Sieger!

Doch nun scheinen sich die Kräfteverhältnisse zu verschieben, in Richtung einer Doppel-Herrschaft von Murray und Djokovic. Bestätigt wird das durch die Ergebnisse der letzten drei Topwettbewerbe: Bei den Olympischen Spielen, den US Open (jeweils Murray) sowie den Australian Open (Djokovic) haben der Schotte und der Serbe abgeräumt. Die beiden Kumpels, die schon in Jugendjahren gemeinsam trainierten und spielten, haben sich innerhalb der Weltspitze einen kleinen Vorsprung erarbeitet. Das hat Gründe - und da meine ich nicht nur die Verletzungspause von Nadal.

Kalkuliertes Risiko

Das Profi-Tennis hat sich im vergangenen Jahrzehnt stark verändert, Beläge und Bälle haben dafür gesorgt, dass das Spiel insgesamt langsamer und homogener geworden ist. Nun hat die natürliche Auslese begonnen. Djokovic und Murray sind, wenn man so will, die "Top-Produkte" dieser neuen Bedingungen. Beide verfügen über ähnliche Stärken: Sie decken den Court super ab, haben eine überragende Effizienz beim Return und eine enorm hohe Punktquote bei eigenem Aufschlag. Insgesamt betrachtet, spielen sowohl Novak als auch Andy mit einer wohldosierten Prise Risiko, die es ihnen ermöglicht, die eigene Fehlerquote sehr niedrig zu halten.

Mit ihrer unglaublichen Präsenz und den fantastischen Qualitäten auf allen Belägen stellen die beiden Freunde den Rest der Welt vor große Schwierigkeiten - und letztlich vor die Frage: Ist es möglich, die Dominanz von Djokovic und Murray in nächster Zeit zu brechen?

Die Antwort gibt's auf der Tour, und darauf freue ich mich schon sehr.

Viele Grüße,

Euer Patrick

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