Michael Greis

Vorolympische Luft auf der Baustelle schnuppern

Der Russe Lapshin trainiert in der neuen Biathlon-Arena von Sotschi.Der Russe Lapshin trainiert in der neuen Biathlon-Arena von Sotschi.

Weltcup in Sotschi am Wochenende, die Generalprobe für Olympia im kommenden Jahr. Es ist alles noch eine große Baustelle, aber es ist trotzdem beeindruckend was dort bereits entstanden ist. Natürlich wird jetzt viel diskutiert und sicher auch einiges vor Ort kritisiert, was aber vor einem solchen Großereignis ganz normal ist. Es läuft halt noch nicht alles perfekt. Das Ganze erinnert mich ein wenig an Turin 2006. Ich bin davon überzeugt, dass die Russen alles pünktlich und zufriedenstellend fertig bringen und die Spiele 2014 ein Erfolg werden.

Jetzt geht es für die Athleten erst einmal darum, sich mit den Bedingungen anzufreunden, vorolympische Luft zu schnuppern - neue Strecke, neuer Schießstand und natürlich die weite Anreise inklusive einem leichten Jetlag. Also letztlich die ersten Eindrücke als Vorbereitung für 2014 sammeln und nach Möglichkeit jetzt mit einem guten Ergebnis das Ganze untermauern, um vorab Selbstvertrauen zu tanken. Denn eine positive Erfahrung bleibt auch ein Jahr lang noch in deinem Kopf hängen.

Bei Peiffer platzt der Knoten

Apropos Selbstvertrauen: Ein positives Erlebnis hatte Arnd Peiffer mit seinem vierten Platz am vergangenen Wochenende am Holmenkollen in Oslo. Mit diesem Aufwärtstrend konnte er nun endlich seine guten Leistungen zu Saisonbeginn untermauern und seine Durststrecke überwinden.

Gerade bei einem solch besonderen Event wie in Oslo vor dieser tollen Kulisse - selbst der König ist immer vor Ort - eine schöne Sache. Schwierig sind dort zumeist nur die Bedingungen, der Schnee ist weich, weil Oslo auf Meereshöhe liegt und der Winter sich dem Ende neigt und die Temperaturen steigen. Doch dieses Mal war alles ein wenig anders, die Bedingungen weit besser als ich es immer erlebt habe.

Besonders gefreut hat mich zudem der dritte Platz von Erik Lesser beim Massenstart. Ihm haben zuvor immer wieder die berühmten Körner auf der Schlussrunde gefehlt, wenn es um die Wurst ging. So beispielsweise bei der Staffel in Ruhpolding oder auch bei der WM ist er auf dem Schlussabschnitt eingebrochen. Das lässt für das Saisonfinale in Sotschi und im Anschluss noch in Khanty-Mansiysk hoffen.

Euer Michael Greis

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