Magdalena Neuner

So kann es gerne weitergehen

Liebe Biathlonfans,

Magdalena Neuner holte bislang drei Medaillen in drei Rennen.

drei Medaillen in drei Rennen und noch dazu ein kompletter Satz ­- damit liege ich zur Halbzeit der WM voll im Soll!

Ich ärgere mich natürlich schon darüber, dass ich den zweiten Titel in der Verfolgung im letzten Schießen verballert habe. Die zwei Fehlschüsse hätten nicht sein müssen. Die Anschläge zuvor waren ja wie aus dem Bilderbuch: Schnell und fehlerfrei, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Weshalb ich dann mit einem Vorsprung von über 30 Sekunden beim finalen Schießen nicht die Ruhe bewahren konnte, weiß ich noch nicht genau.

Ein bisschen hat mich die Nervosität, der man auch mit noch so viel Mentaltraining nicht immer oder ganz entkommen kann, gepackt. Da steht man und kann mit 16.000 Fans im Rücken alles klar machen, und dann gehen gleich die ersten zwei Schüsse daneben. Zum Glück konnte ich mich wieder fangen und die letzten drei Treffer setzen. Ich wusste aber gleich, dass auf der letzten Runde nichts mehr nach vorne gehen würde, Darja war läuferisch einfach zu stark.

Mein Ärger ist mittlerweile verflogen, ich gönne Daria den Titel, sie hat im Verlauf der Saison öfter hinter mir zurückstecken müssen. Diesmal habe ich den Kürzeren gezogen, das geht in Ordnung. Ich bin dann genüsslich in Ziel gelaufen und habe die Atmosphäre vor den Fans aufgesogen. Die Fans sind hier in Ruhpolding nämlich der Wahnsinn! Die feuern jeden beim Schießen an, egal aus welcher Nation man kommt; bei uns ist es allerdings noch etwas lauter als bei den anderen.

Immer wieder Gänsehaut

Wenn ich mich an den Sprint erinnere, bekomme ich immer wieder Gänsehaut! Man weiß in dieser Disziplin ja noch nicht genau, wo man am Ende stehen wird, wenn man die Ziellinie nicht als letzte Athletin überquert. Als ich dann langsam sicher sein konnte, dass ich bei der Heim-WM Gold gewinnen würde, war das Gefühl überwältigend. Das war mein Traum und den habe ich mir gleich im ersten Einzelrennen erfüllt!

Danach gab es natürlich den Medien-Marathon, dem eine Weltmeisterin gerade im eigenen Land nicht entkommen kann. Es ging von einem Interview zum nächsten, nach 23 Uhr gab es sogar noch eine Live-Schaltung ins aktuelle Sportstudio. Das war stressig, aber ich wusste schon vorher, dass die WM nicht nur sehr schön, sondern auch ein hartes Brot werden würde.

Einzigartige Momente

Dafür habe ich die Siegerehrung in vollen Zügen genossen: Diese Bilder am Ende des Tages, als ich vor den Fans die Medaille umgehängt bekommen habe, begleiten mich noch heute. Das war ein Moment nur für mich und das möchte ich in der zweiten WM-Woche nochmal erleben, das steht fest. Dafür werde ich alles geben!

Jetzt haben wir gerade zwei Tage Pause, in denen steht noch ein Kaffeetrinken mit Kathrin aus, bei der man mittlerweile schon einen kleinen Babybauch sieht. Ich freue mich darauf, von ihr persönlich zu erfahren, wie es ihr in der Schwangerschaft geht - sie erlebt gerade auch ohne Biathlon eine spannende Zeit. Außerdem werden Miriam und ich sicher mal die Zeit finden, um ein paar Folgen von "One Tree Hill" anzuschauen, das hat in Ruhpolding bisher nämlich noch nicht geklappt. Am Dienstag werden wir dann die Herren anfeuern, ehe es am Mittwoch auch für uns schon wieder weiter geht.

Bis dahin, Eure Lena

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