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Zeugnisse: Mourinho gefährdet!

Für José Mourinho lief es am Jahresende gar nicht gut.Für José Mourinho lief es am Jahresende gar nicht gut.

Nach 365 Tagen, die es in sich hatten, ist das Ende des spanischen Fußballjahres erreicht. Welche Mannschaften und Spieler haben es mit guten Noten bestanden? Und wer Spieler sollte sitzenbleiben? Das sind die Tops und Flops im Land des Europa- und Weltmeisters.

Sehr gut (Note 1)

Ohne jeden Zweifel war Leo Messi der Klassenbeste. Er übertrumpfte die Tor-Rekorde von Pelé (75) und dem "Bomber der Nation" Gerd Müller (85) mit seinen 91 Treffern deutlich. Hervorragend war auch, wie Barça den Übergang nach Guardiolas Abschied zum neuen Trainer Tito Vilanova schaffte - ausgerechnet in einer schwierigen Zeit.

Nach zwei schweren Rückschlägen in der ersten Hälfte des Jahres - Champions-League-Aus gegen Chelsea und das Vorbeiziehen von Real in der Liga - gelang mit Vilanova in dessen ersten vier Monaten auf der katalanischen Trainerbank der beste Start in der Geschichte der Liga (17 Siege, 1 Remis). Ebenso historisch für den spanischen Fußball: Der zweite EM-Titel in Folge durch ein klares 4:0 gegen Italien in Kiew. Die erfolgsverwöhnte Truppe von Vicente del Bosque ist in den Fußball-Olymp eingetreten.

Gut (2)

Überragend waren auch Falcao und Atlético Madrid. Der beste echte Stürmer der Welt hat seine Mannschaft mit 50 Toren zu einem unvergesslichen Jahr 2012 geführt. Der Europa-League-Triumpf im Mai und die aktuell zweite Position in der Tabelle beweisen, dass das Projekt von Simeone seine Grenzen noch nicht erreicht hat.

Stark auch die Vorstellungen von Isco und seinem FC Málaga (aktuell Vierter der Liga und als erster Königsklassen-Debütant im Achtelfinale der Champions League) sowie von Levante (Siebter der Liga und zum zweiten Mal in Folge in der Europa League). Beide Vereine haben sich nicht nur in Spanien, sondern auch international etabliert.

Besonders erwähnt werden sollte Cristiano Ronaldo. Der Dauerbrenner von Real Madrid hat alle 44 Liga-Spiele absolviert und war dank seiner tollen Leistung das Fundament zum 32. Titelgewinn des spanischen Rekordmeisters. Ihm gelangen 2012 64 Tore, darunter sieben Hattricks.

Befriedigend (3)

Doch auch wenn Real Madrid im Frühjahr Meister wurde, die "Königlichen" lassen insgesamt Konstanz vermissen. Sie haben in diesem Jahr zwei Seiten gezeigt: Nach dem Titelgewinn mit 100 Punkten und dem Erreichen des Halbfinales in der Champions League liegen sie ein halbes Jahr später 16 Punkte hinter ihrem Erzrivalen aus Barcelona zurück. Ende des Jahres deutet deshalb nun alles darauf hin, dass das Projekt Mourinho im Stadium Bernabéu seinem Ende entgegengeht und der Portugiese sitzenbleibt.

Ausreichend (4)

Verheißungsvoll schienen die Erwartungen des FC Valencia nach dem dritten Platz am Ende der Saison 2011/2012  und der direkten Qualifikation für die Champions League. Trotz des Einzugs ins Achtelfinale der Königklasse, wurde Pellegrino aber Anfang Dezember entlassen. Jetzt muss Valverde das Fledermaus-Schiff steuern, um vom enttäuschenden neunten Rang in der Tabelle noch nach oben zu klettern.

Ungenügend (5)

Noch mehr nachzubessern haben andere große Klubs des spanischen Fußballs im Jahr 2013. Der FC Sevilla etwa steht weit entfernt vom Ziel "Europapokal", Athletic de Bilbao ist sowohl auf dem Pokal als auch aus der Europa League, wo sie im Mai noch im Finale standen, bereits ausgeschieden und Deportivo de la Coruña muss endlich aufwachen. Der Traditionsklub ist Tabellenschlusslicht. Ein schlechter Rutsch ins neue Jahr könnte deshalb eine Entlassung von Michel, Bielsa oder Oltra zur Folge haben.

José Ángel Risco

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