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Viel Arbeit für die “Ameise”

Ernesto Valverde steht beim FC Valencia eine Herausforderung bevor.

Eine Sache ist klar: Ernesto Valverde muss seinem Spitznamen alle Ehre erweisen. "Txingurri" ("Ameise" auf Baskisch) wird der Trainer genannt. Und Arbeit gibt es beim FC Valencia für den Erben des geschassten Mauricio Pellegrino, der weniger als vier Monate im Amt war, genug.

Beim Gruppengegner des FC Bayern, der als Zweiter die Qualifikation für das Achtelfinale in der Champions League geschafft hat (zur Tabelle), herrscht trotz dessen dicke Luft. Zunächst muss Valverde sich das das Vertrauen von Manuel Llorente und seinem Vorstand erobern. Und zwar in nur einer halben Saison.

"Ich habe für 6 Monate unterschrieben, weil es das ist, was mir angeboten wurde. Ich habe kein Problem damit, ich vertraue meiner Arbeit", zeigte sich Valverde zum Start seines neuen Jobs zuversichtlich.

Im Umfeld brodelt es

Die Lage in Valencia ist prekär. Als Tabellenelfter hinkt der Verein den Erwartungen hinterher. Die schwachen Ergebnisse in der Liga gehen mit der finanziellen Krise einher (Tabelle). In den letzten Jahren musste Valencia zudem seine besten Spieler verkaufen. Das Umfeld ist unruhig - die Fans im Estadio Mestalla gelten mit als die anspruchvollsten Spaniens...

Noch wichtiger ist die Stimmung innerhalb des Kaders. Valverde weiß genau, dass es nicht leicht wird, den "Fledermäusen" wieder Flügel zu verleihen. "Aber ich habe keine Zweifel, dass ich eine Gruppe von jungen Spielern finden werde, die Spiele gewinnen und eine Mannschaft sein will", meint Valverde.

Dass es an Teamgeist mangelt, belegen die Aussagen der Führungsspieler David Albelda ("Derjenige, der nicht dabei sein will, kann gehen") und Roberto Soldado ("Wir haben die Erwartungen des Trainers und des Wappens nicht erfüllen können").

Ein Held in Griechenland

Der Sieg in Lille in der "Königsklasse" am Mittwoch (zum Spielbericht) könnte ein erster Schritt zur Besserung gewesen sein, war aber letztlich nur eine Formalität. Am Samstag bei Osasuna Pamplona muss Valverde unbedingt nachlegen.

Seine Bilanz in der heimischen Liga ist durchwachsen: 61 Siege, 47 Remis und 64 Niederlagen hat der 48-Jährige vorzuweisen. Der ehemalige Stürmer von Deportivo Alavés, Athletic Bilbao und FC Barcelona trainierte in den letzten neun Jahren drei spanische Vereine: Bilbao (2003 bis 2005), Espanyol Barcelona (2006 bis 2008) und den FC Villarreal (2009 bis 2010). Die ersten Trophäen sammelte er zuletzt bei Olympiakos Piräus, wo er drei Meisterschaften und zwei Pokale einheimste. In Athen ist er ein Held.

Ob er diesen Status auch in Valencia erlangen kann, muss sich erst noch zeigen.

José Ángel Risco

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