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Sir Alex Ferguson forever!

Legenden unter sich: Cantona und FergusonNun haben sie Sir Alex endlich auch ein Denkmal gesetzt. Eine Statue des Künstlers Philip Jackson. Zum 26. Dienst-Jubiläum mussten sie sich noch einmal etwas Neues einfallen lassen für ihren beinahe 71 Jahre alten gütigen Alleinherrscher von Old Trafford.

Eine eigene Tribüne hatte er ja schon zu seiner Silberhochzeit mit Manchester United im vergangen Jahr bekommen: Die Gegentribüne trägt seither den Namen "Sir Alex Ferguson Stand". Aber so etwas ist längst nichts Besonderes mehr: Sogar nach Siebenkampf-Beauty Jessica Ennis wurde nach ihrem Olympiasieg sofort eine Tribüne ihres Heimatklubs Sheffield United getauft.

Für den erfolgreichsten Vereinsfußballtrainer der Welt muss da schon eine Skulptur her, wie sie zum Beispiel Bobby Moore vor dem Wembley Stadion hat oder die Arsenal-Legende Thierry Henry vor dem Emirates Stadium. Vor Old Trafford bekommt der Bronze-Ferguson nun seinen legitimen Platz unweit eines Denkmals des anderen ganz großen ManUnited-Coaches Matt Busby.

Aber ein bisschen wehmütig wird man schon bei der Vorstellung, dass die Ikone mit dem bei Aufregung puterrot werdenden Kopf — auch liebevoll "Fergie" genannt — irgendwann mal abtreten könnte. Seit acht Jahren hat er inzwischen einen Herzschrittmacher für sein riesiges Fußballherz, in dem auch noch etwas Platz für seine Frau Cathy bleibt. Zum Anfang des Jahres 2012 sagte "SAF", dass ihm noch zwei, drei Jahre nicht schaden würden: "Wenn ich zurücktrete, wird meine Frau zu mir sagen: 'Raus aus dem Haus. Such dir einen anderen Job.' Vielleicht werde ich dann Milchmann.

Tritte und Psychospielchen

Ein amüsanter Gedanke. Nur was passiert, wenn man dem "Boss" keine Milch abkaufen will?! Wird der grimmige Schotte dann cholerisch und kickt einem einen Schuh ins Gesicht - wie einst dem armen David Beckham, dessen Platzwunde unter dem Auge genäht werden musste? Oder brüllt er einen gleich aus kurzer Distanz mit seiner gefürchteten "Hairdryer"-Behandlung an, nach der man sich das Fönen sparen kann? Oder greift er gar zu seinen Ferguson'schen "Mind Games", diesen fiesen Psychospielchen?! Man würde den proletigen Werftarbeitersohn aus Glasgow Govan vermutlich überhaupt nicht verstehen mit seinem knurrigen Glaswegisch.

Es gibt so viele schöne Anekdoten über den Mann mit der Wahnsinnsanzahl von 37 Titeln für die Red Devils, der auch ohne einen allzu ausgeprägten Sinn für Manieren und Fairness 1999 von der Queen zum Ritter geschlagen wurde. Die Fußballwelt wäre ein ganzes Stück ärmer ohne ihn.

Uniteds ewiger Ryan Giggs erinnert sich noch heute, wie an seinem 14. Geburtstag plötzlich vor seinem Elternhaus der riesige Mercedes Fergusons vorfuhr -  so wurde er der kleine Ryan aus der  Manchester-City-Fußballschuhe abgeworben.  Ferguson  konnte das Spice Girl Victoria Adams (heute: Beckham) nie leiden. Nachdem sein Team das Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern 1999 noch irrsinnig gedreht hatte, entfuhren ihm die denkwürdigen Worte: "Football, bloody hell!" ("Fußball, verdammte Hölle!") Und wie wunderbar war es, als der Weinliebhaber und Tennisfreak Ferguson schon etwas angeschwipst als Schotten-Combo mit Sean Connery und Judy Murray in eine Pressekonferenz von Judys Sohn Andy bei den US Open platzte? Dabei erzählte Ferguson Judy halb flirty halb größenwahnsinnig, dass Schottland die Welt erfunden habe.

Nur ein Großer kann Sir Alex beerben

Ein Thronfolger für ihn scheint beim englischen Rekordmeister noch nicht gefunden — zum Glück, möchte man sagen. Aber Englands Boulevard spekuliert wie wild. Zuletzt wurde zum Beispiel Eric Cantona mit den Worten zitiert, dass er diesen Job nicht ablehnen könnte. Das Enfant Terrible bekam als Einziges je Extra-Würste — weil Ferguson wusste, wie entscheidend der Franzose für ihn war. Sonst ist Ferguson ein selbst erklärter Kontrollfreak bei seinen Profis.

Ole Gunnar Solskjær, seinen früheren norwegischen Stürmer, könnte er sich auch als Nachfolger vorstellen, hat Ferguson mal erwähnt. Und natürlich werden auch die zwei großen Star-Trainer der Gegenwart gehandelt: Zum einen gilt Ex-Barça-Coach Pep Guardiola — gerade im Rahmen seines Sabbatical in New York - als heißer Kandidat. Zum anderen José Mourinho, dessen Tochter Tita (16) sich angeblich kürzlich am Camberwell College of Arts in London eingeschrieben hat. Von Ferguson ist bekannt, dass er eine enorme Hochachtung vor "The Special One" hat. Dieser Job bei Manchester United, diese Giganten-Fußstapfen des Übervaters Ferguson, wären die ultimative Herausforderung für einen Trainer.

Inga Radel

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