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Transferbilanz: Pannen, Coups und Abstinenz

eurosport.yahoo.de fasst die letzten Stunden des Wahnsinns in ganz Europa zusammen und zieht Bilanz.

Es war wie erwartet. Wenn das Transferfenster in Europas Top-Ligen langsam zufällt, setzt hektisches Treiben ein. Von Madrid bis Moskau überschlagen sich Spielerberater, überbieten sich Klubs und überwerfen sich Spieler mit selbigen.

Bundesliga: In Deutschland hielt man sich vornehm zurück. Trotzdem verpflichteten die Klubs exakt 50 neue Spieler. Eine Übersicht darüber gibt es HIER. Die größten Wellen schlug sicherlich die erneute Herabstufung von Tim Wiese, der neuerdings in Hoffenheim nur noch die Nummer drei ist. Dafür holte 1899 den dritten Keeper aus Tottenham. Zusätzlich lieh man Gladbachs Stürmer Igor de Camargo aus.

Beim VfB Stuttgart verscherbelte man Zdravko Kuzmanovic für ein Bruchteil seines Einkaufspreises nach Mailand, um im Gegenzug ein rumänisches Talent zu verpflichten.

Die Topklubs hingegen ließen es ruhig angehen. Lediglich Borussia Dortmund konnte sich als kleiner Sieger fühlen, weil Achtelfinalgegner Schachtjor Donezk seinen Regisseur Willian für 40 Mio. Euro nach Machatschkala verschiffte.

Schalke 04 ersetzte seinen abgewanderten Regisseur Lewis Holtby durch Michel Bastos, während der Rest der Liga hier und da kleinere Lücken stopfte.

Premier League: In der Rückschau auf den Transferschluss steht meist der Wechsel eines Spielers im Mittelpunkt. In England überstrahlt am Morgen danach nun einer alle, der gerne gewechselt wäre. Peter Odemwingie legte sich eins der kuriosesten Transfer-Eier der Geschichte ins eigene Netz. Der Stürmer von West Bromwich Albion war vom eigenen Wechsel zu den Queens Park Rangers so überzeugt, dass er kurzerhand am Trainingsgelände seines "neuen Klubs" vorfuhr, die Presse war ohnehin schon da.

Als die Verantwortlichen beider Vereine den Alleingang des Spielers bemerkten, brachen sie die schon begonnenen Verhandlungen über einen Transfer kurzerhand ab. Nun steht Odemwingie da, mit 18 Monaten Rest-Vertrag bei seinem alten Arbeitgeber und vermutlich hochgradig neidisch auf den ehemaligen Berliner Christopher Samba, der für knapp 15 Mio. Euro aus Russland zu QPR wechselte.

Insgesamt verlief das englische Shopping-Finale eher ruhig. Die ganz großen Stars wechselten nicht die Seiten. Da ist fast schon als Hammer zu vermelden, dass Arsenal London kurz vor Toreschluss noch den spanischen Nationalspieler Nacho Monreal vom FC Malaga loseiste. Einen anderer Wunsch-Spanier musste sich Arsène Wenger dagegen abschminken: David Villa bleibt beim FC Barcelona.

In die Premier League kommt dagegen Coutinho. Der Brasilianer ist der neue "10er" des FC Liverpool und wurde für 10 Millionen Euro von Inter Mailand verpflichtet. Bei den "Reds" soll er seine herausragende Technik in Zukunft dazu nutzen, um Torjäger Suarez mit Vorlagen zu füttern.

Bei den Tottenham Hotspur bleibt dagegen Lewis Holtby der einzige Winter-Neuzugang, der Wechsel von Leandro Damiao ließ sich nicht realisieren, obwohl man knapp 20 Mio. Euro auf den Tisch des brasilianischen Traditionsclubs Internacional Porto Alegre legen wollte.

Serie A: Er stellt alles in den Schatten: Mario Balotelli. Seine Rückkehr auf italienischen Boden ließ die Fans durchdrehen. Knapp 20 Mio. Euro ließ sich der AC Milan die Verpflichtung des extravaganten Deutschland-Schrecks kosten. Daneben ging die Verpflichtung von Mateo Kovacic durch den Stadtrivalen Inter fast unter. Obwohl Dinamo Zagreb gut 11 Mio. Euro kassierte.

Tabellenführer Juventus Turin hielt sich dagegen zurück und den eigenen - überaus erfolgreichen - Kader zusammen.

La Liga: Kaum Geldbewegung in Spanien dieser Tage. Ohnehin standen die letzten Stunden in Spanien unter dem Eindruck, dass so gut wie nichts passierte. Vielleicht schon ein erster Effekt der neuen Transfer-Richtlinien.

Über Wochen hielten sich Gerüchte um den ehemaligen Weltfußballer Kaka. Zunächst zog es ihn nach Katar, auch China und zuletzt seine große Liebe Mailand waren in der Verlosung. Nun bleibt er wohl Bankdrücker bei Real Madrid.

Dagegen fand Barcas Talent Isaac Cuenca in Ajax Amsterdam einen neuen Klub, obwohl er gar nicht wollte. Nun wird der 21-Jährige an etwas mehr Spielpraxis wohl nicht vorbeikommen. Die soll wohl auch David Villa bekommen, allerdings bei Barca selbst.

Und sonst?

Den ganz großen Knall gab es in Paris. Dort läuft Glamour-Boy David Beckham in Zukunft für PSG auf - ohne Gehalt zu kassieren. Beachtenswert auch: Emre Belözoglu wechselt von Atletico Madrid zurück zu Fenerbahce in die Türkei. Und die 40 Millionen Euro für Willian von Schachtjor sprechen für sich.

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