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Herr Rossis Suche nach dem Glück

Den Preis für den Gentleman der Serie A wird Delio Rossi in seiner Karriere wohl nicht mehr gewinnen. Der Trainer von Sampdoria Genua sorgte am vergangenen Spieltag in Italien wieder einmal für Aufsehen.

Beim Heimspiel gegen den AS Rom, das Sampdoria mit 3:1 für sich entschied, fiel der 53-Jährige am Spielende aus der Reihe, als er dem Roma-Verteidiger Nicolas Burdisso den Mittelfinger zeigte.

Rossi wurde mittlerweile für zwei Spiele gesperrt, sein Verein hatte ihm bereits vor der Entscheidung des Sportgerichts eine Geldstrafe aufgebrummt. "Ich bin wegen dieser Szene betrübt", sagte Rossi in einer Stellungnahme. "Ich habe immer Respekt gezeigt und verlange, respektiert zu werden. Ich toleriere keine Beleidigungen."

"Peinlicher" Wiederholungstäter

Für Rossi ist es nicht der erste Aussetzer auf einer Serie-A-Bank. Im Mai des vergangenen Jahres trainierte er den AC Florenz und griff während der Partie gegen Novara seinen Spieler Adem Ljajic an. Der Serbe hatte Rossi nach seiner Auswechslung höhnisch applaudiert, darauf war Rossi auf ihn losgegangen. Nach dem Spiel wurde Rossi vom AC Florenz entlassen.

Romas Mittelfeldspieler Daniele De Rossi  sprach von einer "Peinlichkeit" und sagte: "Wenn ich mich in seinem Alter so aufführen würde, würde ich mir selbst ein paar Fragen stellen. Es geschieht bei ihm ja nicht zum ersten Mal." Rossi hatte die Partie wohl zu sehr als Derby erlebt: Er war jahrelang Trainer von Lazio Rom gewesen.

Eierwürfe nach Fehlschuss

Auch für Pablo Osvaldo hatte die Partie ein Nachspiel. Der Roma-Stürmer hatte beim Stand von 0:1 einen Elfmeter vergeben, dabei ist Francesco Totti seit eh und je der Elfmeter-Schütze der Giallorossi. Diesmal schnappte sich aber Osvaldo vor den Augen des verdutzten Totti den Ball – und vergab.

Bei der Rückkehr nach Rom wurde Osvaldos Auto mit Eiern beschmissen, der Angreifer entschuldigte sich am Tag danach in einer Presseaussendung bei allen Fans. "Ich wollte Francesco gegenüber nicht respektlos sein. Ich habe mich einfach gut gefühlt und wollte schießen."

Das gute Gefühl war nach der Partie und den großen Diskussionen schnell verflogen.

Christian Bernhard

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