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Frauen, Drogen, Alkohol – und ein Kamel

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Unter die Autoren gegangen: Andy van der Meyde

Der Name Andy van der Meyde weckt bei den Inter-Fans keine großen Erinnerungen. Zwischen  2003 und 2005 bestritt der Niederländer 46 Pflichtspiele für die Mailänder, in denen er dreimal traf - meist blieb er allerdings unauffällig. Anscheinend aber nur auf dem Platz, denn abseits des Rasens gab der Mittelfeldspieler ordentlich Gas, wie er jetzt in seiner Autobiografie enthüllt.

Frauen, Drogen, Alkohol - van der Meyde zog das volle Programm durch. Die Sache mit dem Privatzoo dürfte aber auch andere skandal-affine Persönlichkeiten ins Staunen bringen. "Zebras, Pferde, Hunde, Papageien, Schildkröten - ich hatte einen Zoo in meinem Mailänder Garten", erzählt van der Meyde. "Mein erste Frau Dyana war besessen von Tieren, ihretwegen habe ich einen Transfer zum AS Monaco platzen lassen. Sie sagte mir: 'In Montecarlo gibt es nur Appartaments, wo sollen wir da unsere Tiere hintun?'"

Alkohol gegen Heimweh, Kamel in der Garage

"Eines Abends", beschreibt der Niederländer weiter, "bin ich im Dunkeln in unsere Garage gegangen. Da sah ich die Umrisse einer imposanten Gestalt und hörte komische Geräusche. Dyana hatte ein Kamel gekauft." Van der Meyde stammt aus schwierigen Verhältnissen, sein Vater war Alkoholiker und spielsüchtig. Er habe jeden Kontakt zu ihm abgebrochen, erzählt der heute 33-Jährige: "Als ich in die Jugendschule von Ajax eingetreten bin, wollte ich mit dem Namen meiner Mutter spielen, doch der Verein ließ es nicht zu."

Bei den Ajax-Profis freundete er sich mit Zlatan Ibrahimovic und Mido an, bald lief er in der Champions League auf und wurde zum Nationalspieler. Dann holte ihn Inter für acht Millionen Euro, glücklich wurde van der Meyde aber nicht. "Nach einer Woche in Mailand wollte ich wieder zurück, ich hatte riesiges Heimweh", erzählt er. Dieses bekämpfte er mit Alkohol: Während einer Pressekonferenz, auf der er vollkommen betrunken erschien, verlor er sogar das Bewusstsein.

Nach seiner Inter-Zeit spielte van der Meyde noch bei Everton und beim PSV Eindhoven, im Sommer beendete er seine aktive Karriere und setzte sich an seine Biografie. "Mit dem Buch wollte ich ein Kapitel meines Lebens schließen", sagt er, "jetzt möchte ich als Jugendtrainer arbeiten. Wer kann den Jugendlichen besser beibringen, ihr Talent nicht zu vergeuden, als ich? Nach all den Fehlern, die ich begangenen habe..."

Christian Bernhard

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