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Das Duell der Titanen

Man kennt sich noch aus Mailänder ZeitenDas letzte sportliche Duell zwischen Marco Materazzi und Zlatan Ibrahimovic endete mit einem Knall. Jetzt legen beide sogar noch einen drauf.

Der eine, 195 Zentimeter groß und 95 Kilogramm schwer, hatte den anderen, 193 Zentimeter groß und 92 Kilogramm schwer, mit einem Kung-Fu-Kick niedergestreckt, sodass dieser das Spielfeld mithilfe der Sanitäter verlassen musste.

Die Rede ist von Zlatan Ibrahimovic und Marco Materazzi, besagtes Spiel war das Mailänder Derby in der Serie-A-Hinrunde der Saison 2010/11, das Ibrahimovic mit einem verwandelten Elfmeter zugunsten von Milan entschied. Begangen hatte das elfmeterreife Foul: Materazzi.

"Helfen statt massakrieren"

Drei Jahre spielten die beiden zusammen bei Inter Mailand, in dieser Zeit gewannen sie dreimal den italienischen Meistertitel und einmal den Pokal. Materazzi hat mittlerweile seine Karriere beendet, der Weltmeister von 2006 begann eine Trainerausbildung und ist als Experte für die "Gazzetta dello Sport" tätig.

Kürzlich gab er der dem französischen Fußballblatt "France Football" ein Interview, es ging wenig überraschend um sein Verhältnis zu Zinedine Zidane, der ihn im WM-Finale 2006 mit einem Kopfstoß niedergestreckt hatte, nachdem er vom Italiener provoziert worden war. Aber es ging auch um Ibrahimovic.

"Zlatan hat regelmäßig seine Mitspieler beschimpft", sagte Materazzi, "er kann nicht akzeptieren, dass die anderen Fehler machen." Wenn ein Teamkollege in Schwierigkeiten sei, müsse man ihm helfen, statt ihn zu "massakrieren", sagte der 39-Jährige. "Das ist seine große Schwäche, eine Mannschaft besteht nicht nur aus einem Spieler."

Materazzi stellte die sportlichen Fähigkeiten von Ibrahimovic nicht in Frage, er bezeichnete ihn als einen der aktuell fünf besten Fußballer des Planeten. Aber: "Man ist erst dann ein ganz Großer, wenn man sich in den Dienst der Mannschaft stellt", sagte der Italiener, der betonte, dass der Schwede nie eine Schuld auf sich genommen habe.

Die Antwort von Ibrahimovic ließ nicht lange auf sich warten. Auf der Präsentation seiner Autobiografie in Frankreich sagte der PSG-Stürmer, dass Materazzi nur aufgrund der Szene mit Zidane weltberühmt geworden sei, nicht "weil er Weltmeister geworden ist oder bei Inter gespielt hat." Gut, dass sich die beiden nicht mehr auf dem Fußballplatz begegnen können.

Christian Bernhard

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