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Der nächste Goldjunge aus Barcelona

Ihn feiern die Fans in Genua - und bald auf Schalke?: Mauro IcardiIhn feiern die Fans in Genua - und bald auf Schalke?: Mauro Icardi

42., 56., 58., 71. - vier Minuten, vier Tore: Den 22. Serie-A-Spieltag wird Sampdorias Mauro Icardi wohl nicht vergessen. Der 19-jährige Angreifer traf beim 6:0-Sieg der Genuesen gegen Pescara viermal und sicherte sich so die großen Schlagzeilen.

Die Topvereine haben den gebürtigen Argentinier schon länger auf ihrem Zettel. Doch nicht nur die: Da Icardi auch die italienische Staatsbürgerschaft hat, schaut Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli ganz genau auf die Leistungen des Angreifers. "Neue Talente? Einer steht über allen: Icardi von Sampdoria Genua", sagte Prandelli der "Gazzetta dello Sport" am vergangenen Freitag. "Wir haben mit ihm gesprochen und hoffen."

Zwei Tage später traf Icardi vier Mal. Nach dem Spiel sagte Icardi, dass er sich über die Komplimente Prandellis sehr gefreut habe, "aber ich bin und fühle mich als Argentinier". Kapitel geschlossen? Mitnichten! Icardi weiter: "Allerdings weiß man nie, was die Zukunft bringt. Wenn mir die italienische Nationalmannschaft die Möglichkeit gibt, mich zu verbessern, weiß ich nicht, was daraufhin passieren wird."

Argentinien oder Italien?

In Argentinien ist man ebenfalls auf die fußballerischen Heldentaten des 19-Jährigen aufmerksam geworden. Die argentinische Sporttageszeitung "Ole" titelte: "Icardi ist Argentinier" und schrieb: "Ja, Sabella (Argentiniens Nationaltrainer, Anm. d. Red.): Icardi ist einer von uns." Im Jahr 2013 hat der Angreifer nun bereits sechs Ligatore erzielt, nur zwei Spieler waren europaweit besser: Lionel Messi und Cristiano Ronaldo mit je sieben Treffern.

Laut Genuas Tageszeitung "Il secolo XIX" saßen gegen Pescara Scouts von Juventus, Inter, Liverpool und dem FC Schalke auf der Tribüne, um Icardi zu beobachten. Was sie zwischen der 42. und 71. Minute sahen, dürfte ihnen gefallen haben.

Von ungefähr kommt Icardis Leistungsexplosion nicht, stammt er doch aus Barcelonas Jugendakademie "La Masia". Mit 14 Jahren war er dort hingekommen, Sampdoria lieh ihn im Januar 2011 zuerst aus und verpflichtete ihn dann im Sommer für 400.000 Euro fest. In Genua ging er zuerst für die Primavera-Mannschaft auf Torejagd, 19 Treffer in 23 Spielen sprachen für sich und sicherten ihm die Torjägerkrone.

Ein knappes halbes Jahr später gehören ihm schon die Serie-A-Schlagzeilen. "Ich bin nicht überrascht", sagte Quique Alvarez, Mitglied von Barcas Jugendakademie, der "Repubblica". "Er ist prädestiniert für eine Nationalmannschaftskarriere." Fragt sich nur noch für welche.

Christian Bernhard

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