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Clásico: Heiße Debatte um die T-Frage!

Altes Spiel, neue Frage! Wer soll beim "Clásico", dem ewigen Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, zwischen den Pfosten stehen? Wo sonst die Debatten um Cristiano Ronaldo, Mesut Özil, Andres Iniesta und Lionel Messi die Schlagzeilen beherrschen, steht vor dem Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey (heute ab 21:00 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) der Torwart im Mittelpunkt.

Real-Coach José Mourinho muss wegen der Sperren von Sergio Ramos und Fábio Coentrão, sowie wegen der Verletzung von Pepe, neue Lösungen in der Verteidigung finden. Aber es ist in erster Linie die Verletzung von Iker Casillas vor einer Woche im Viertelfinalspiel gegen den FC Valencia, die dem Trainer der "Königlichen" Kopfschmerzen bereitet. Mourinho hat oft und deutlich erklärt, dass die Ziele Reals in dieser Saison der Pokal und die Champions League sind. In beiden Wettbewerben schenkte er Casillas - trotz des unterkühlten Verhältnisses - das Vertrauen. Doch nun muss Antonio Adán ran. Der Mann, der Casillas im Dezember aus dem Tor verdrängte und vor allem in der Liga eine enorm wichtige Rolle spielt für Madrid.

Adán oder López?

Trotzdem investiert Real am vergangenen Freitag rund vier Millionen Euro in den "Blitz-Transfer" von Diego López (FC Sevilla). Der ehemalige spanische Nationalspieler verfolgte schon den letzten Sieg der "Königlichen" gegen Getafe von der Bank aus und wurde gestern offiziell präsentiert. Es ist eine Rückkehr für López, der einst als junges Talent in der Real-Jugendabteilung "La Fábrica" sein Handwerk erlernte. "Ich bin bereit zu spielen. Ich vertraue mir und glaube an meine Chancen", stellte der Torhüter klar.

Mourinho gilt allerdings nicht gerade als Freund der Improvisation, besonders vor großen Kulissen. Und so gilt als sicher: Wer das Tor von Real Madrid heute Abend hütet, wird auch gegen Manchester United in der Champions League auflaufen. Da Casillas bis zu drei Monate ausfallen wird, stellt sich nun die Frage: Adán oder López? Sollte die Wahl auf den routinierten López (31) fallen, dann dürfte der erst 25-jährige Adán im Juni Abschied nehmen von Madrid.

Barcelona hat noch Hoffnung

In "Can Barça" tun sie sich derweil schwer, den Abschied von Torwart Victor Valdés zu akzeptieren. Der seit 1995 für Barcelona spielende Keeper wird seinen 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. "Valdés stehen alle Türen offen, falls er noch einmal darüber nachdenkt", hat Klub-Präsident Sandro Rosell die Hoffnung auf einen Verbleib des Routiniers noch nicht ganz aufgegeben.

Valdés-Ersatz Jose Manuel Pinto ist in den letzten Jahren und in dieser Saison immerhin im Pokal Stammspieler gewesen. Gilt das nun auch für den Clasico? Co-Trainer Jordi Roura ließ die Frage in der letzten Pressekonferenz vor dem Spiel offen. "Wird Valdés spielen? In solch einem großen Derby können die geringsten Details entscheiden. Das Geheimnis wird heute kurz vor dem Spiel gelüftet." 2011 war Pinto im Pokalfinale bei der 0:1-Niederlage gegen Real Madrid schon einmal die Nummer eins.

Die zwei Giganten des spanischen Fußballs konzentrieren sich zwar auf das Offensivspektakel, die Position zwischen den Pfosten soll aber keinesfalls zur Schwachstelle werden - auch dann nicht, wenn der zweite Keeper ran muss. Die sollen zwar eher für Ruhe im Team sorgen, doch wie Torwart-Legende Sepp Maier schon erkannte: "Sie müssen auch aufpassen, dass sie nicht dabei einschlafen."

José Ángel Risco

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