Eurovision

Cassano und die Mailänder Maulwurfjagd

Inter-Star Antonio Cassano

Warum der FC Internazionale den Spitznamen "pazza Inter" (verrücktes Inter) trägt, wurde einmal mehr in den vergangenen Tagen deutlich. Alles begann am Freitag: Die Nerazzurri bereiteten sich auf das Auswärtsspiel in Catania vor, Trainer Andrea Stramaccioni leitete zum Abschluss der Einheit ein Trainingsspielchen. Als er das Spiel abpfiff, zog er den Zorn von Antonio Cassano auf sich, der mit dieser Entscheidung alles andere als zufrieden war.

"Aha, Mourinho pfeift also ab", rief der Angreifer seinem Trainer entgegen, dabei spielte er darauf an, dass Stramaccioni aufgrund seiner erfolgreichen Startphase bei Inter in der italienischen Presse immer wieder mit José Mourinho verglichen wurde. Es entstand eine heftige Diskussion zwischen den beiden, im Kabinentrakt musste das Duo angeblich von den restlichen Spielern davon abgehalten werden, aufeinander loszugehen.

Die Folge: Cassano wurde nicht in den Kader für das Catania-Spiel berufen. Auf Sizilien stellten die Nerazzurri dann ihre sportliche Unberechenbarkeit unter Beweis. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte, die sie mit einem 0:2-Rückstand beendeten, führte der zur Halbzeit eingewechselte Rodrigo Palacio die Mailänder mit zwei Toren und einem Assist doch noch zu einem 3:2-Sieg und damit bis auf einen Punkt an Rang drei heran.

"Jeder weiß, wer der Maulwurf ist"

Das Thema schlechthin war aber weiterhin der Fall Cassano. "Es gab keine physische Auseinandersetzung, nur eine Diskussion", stellte Stramaccioni klar und bemängelte, dass diese Sache öffentlich wurde: "Die Kabine ist heilig, interne Dinge sollten auch intern bleiben. Wer das an die Öffentlichkeit getragen hat, hat Inter nicht gerne."

Doch wer war der Maulwurf? Stramaccioni schloss aus, dass es ein Spieler war. Giampaolo Pazzini, der im Sommer im Tausch mit Cassano von Inter zum AC Milan gewechselt war, hingegen scheint ihn zu kennen. "Jeder weiß, wer der Maulwurf ist", sagte er, einen Namen wollte er aber nicht nennen.

Inter-Präsident Massimo Moratti beschränkte sich darauf, Cassano als "Künstler" zu bezeichnen, "und Künstler sind nunmal etwas speziell". Und Cassano selbst? Der Angreifer entschuldigte sich am Mittwochfrüh vor der kompletten Mannschaft. Am Donnerstag wird er im Europa-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Tottenham wieder zum Kader gehören und um 40.000 Euro erleichtert sein - auf so viel soll sich seine Strafe belaufen.

Eurovision: Der Blog über Europas Topligen

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen