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Auf den Spuren von Gary Neville

Kieran Gibbs läuft gegen die Wand: Kyle Walker (links)Kieran Gibbs läuft gegen die Wand: Kyle Walker (links)

Wenn im London-Derby der FC Chelsea auf die Tottenham Hotspur trifft (Samstag ab 13.45 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de), geht es für die "Blues" bei fünf Punkten Rückstand auf den Stadtrivalen um die letzte Chance auf die Champions League.

Bei Tottenham zeigte die Formkurve zuletzt zwar nach unten, doch die Elf von Harry Redknapp liegt für ihr großes Ziel "Königsklasse" noch immer voll auf Kurs. Der englische Jung-Nationalspieler Kyle Walker ist daran nicht ganz unschuldig.

Spieler: Kyle Walker

Geburtsdatum: 28. Mai 1990

Geburtsort: Sheffield, England

Nationalität: englisch

Größe: 1,78 m

Fuß: rechts

Position: Rechter Verteidiger

Derzeitiger Klub: Tottenham Hotspur (seit 2009)

Rückennummer: 28

Frühere Klubs: Sheffield United, Northampton Town (Leihe), Queens Park Rangers (Leihe), Aston Villa (Leihe)

Bereits mit sieben Jahren schließt sich Walker der Jugendakademie seines Heimatvereins Sheffield United an. Dort durchläuft er sämtliche Jugendmannschaften und gerät 2009 in das Visier der Tottenham Hotspur. Fast sechs Millionen Euro legt der Klub aus London für den damals 19-Jährigen auf den Tisch, leiht ihn jedoch im selben Atemzug für ein halbes Jahr wieder an United aus.

Als er nach London zurückkehrt, findet sich im Team der "Spurs" kein Platz für ihn, und so entscheidet Coach Redknapp, dass Walker wieder verliehen wird. Zuerst geht es für den Rechtsfuß in die zweite Liga zu den Queens Park Rangers, im Anschluss zu Tottenhams Ligarivale Aston Villa.

Zur Saison 2011/12 kehrt Walker schließlich wieder nach London zurück und verlängert sein Arbeitspapier bis 2016. Während die Fans von einer erneuten Leihe ausgehen, hat Redknapp großes Vertrauen in den 21-Jährigen und andere Pläne mit ihm. Im ersten Ligaspiel bei Rekord-Champion Manchester United steht Walker in der Startformation und ist fortan unumstrittener Stammspieler.

Der verteidigende Verteidiger

Seine starke Hinserie für Tottenham liegt vor allem darin begründet, dass er seine Position als rechter Verteidiger wörtlich nimmt: Er verteidigt. Während vor ihm im rechten Mittelfeld entweder Aaron Lennon oder Niko Kranjcar das Hauptaugenmerk auf die Offensive legen, hält Walker ihnen den Rücken frei.

Neben seiner Schnelligkeit verleiht ihm vor allem ein großes Spielverständnis die Fähigkeit, Gefahr für das eigene Tor abzuwenden, bevor sie eintritt. Gedanklich ist er seinem Gegenspieler häufig einen Schritt voraus und vermeidet dadurch riskante Tacklings. Lediglich zwei Gelbe Karten in 28 Ligaspielen untermauern das eindrucksvoll. "Ich war schon immer schnell, das hat mir eine Menge Ärger erspart", weiß Walker um seine große Stärke.

"Gary Neville gab sich nie geschlagen, von ihm schaue ich mir viel ab. Von Dani Alves kann ich lernen, wie man sich in der Vorwärtsbewegung verhält", nennt Walker zwei der besten Rechtsverteidiger als seine Vorbilder. Vor allem den Vergleich mit Neville hört man im Mutterland des Fußballs gerne. Seit dem Rücktritt der ManUnited-Legende sucht der Weltmeister von 1966 händeringend nach einem Ersatz.

Große Chance mit Tottenham

Dafür stehen Walkers Chancen ausgezeichnet: Zwei Länderspiele absolvierte er bereits, für die EM in Polen und der Ukraine galt er unter dem mittlerweile zurückgetretenen Fabio Capello als aussichtsreicher Kandidat. Zwar sind die "Three Lions" aktuell noch immer ohne Führung, doch das der Nachfolger des Italieners auf Walker verzichtet, darf bezweifelt werden.

"Ich hatte einen holprigen Start nach dem Wechsel von Sheffield und wurde häufig an andere Klubs ausgeliehen, aber ich habe es endlich geschafft mich in die Mannschaft zu spielen und hoffe, dass es so weitergeht", beschreibt er seine tolle Hinserie für die Mannschaft von der White Hart Lane.

Dass dort in dieser Saison vieles zusammenpasst, kommt auch Walker entgegen. Machten sonst die "Big Four" - bestehend aus ManUnited, Chelsea, Arsenal und Liverpool - die ersten vier Plätze der Premier League unter sich aus, bröckelt diese Dominanz gewaltig. So ist es den Tottenham Hotspur gelungen, sich in die Riege der Top-Klubs von der Insel einzureihen. Als aktuell Tabellen-Vierter wäre die Mannschaft zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Für Walker die große Chance, sich auf internationalem Niveau zu beweisen.

- Von Christoph Volk -

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