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Die Roma bläst zum Angriff

Fabio Borini im Trikot von AS RomAus deutscher Sicht interessiert die italienische Serie A vor allem aufgrund von Kevin-Prince Boateng und dem AC Mailand, bei Miroslav Klose und Lazio hört das Interesse dann oft schon wieder auf. Dabei lohnt sich vor allem der Blick zu Lazios Stadtrivalen AS Rom.

Die "Giallorossi" blasen unter Barca-Legende Luis Enrique zum Angriff auf die vorderen Plätze und untermauern ihre Ambitionen mit millionenschweren Transfers. Einer dieser Neuzugänge ist Fabio Borini, der seine Ausbildung beim FC Chelsea erhielt.

Spieler: Fabio Borini

Geburtsdatum: 29. März 1991

Geburtsort: Bentivoglio, Italien

Nationalität: Italien

Größe: 1,80 m

Fuß: rechts

Position: Stürmer

Derzeitiger Klub: AS Rom (seit August 2011)

Rückennummer: 31

Frühere Clubs: FC Chelsea, Swansea City (Leihe), FC Parma

Als Borini im Alter von neun Jahren der Jugend des FC Bologna beitritt, erfüllt er seinem Vater einen Herzenswunsch. Dieser ist ein glühender Anhänger des siebenfachen italienischen Meisters, und er zieht seinen Sohn zu einem ebensolchen heran.

2007 wird der FC Chelsea auf den 16-Jährigen aufmerksam und lockt ihn auf die Insel. Er läuft zunächst zwei Jahre für die Reserve auf, bis im Sommer 2009 Carlo Ancelotti den Trainerposten der "Blues" übernimmt. Ihm bleibt die beeindruckende Statistik seines Landsmannes nicht verborgen, der in elf Spielen für die zweite Mannschaft zehn Treffer erzielte.

Flucht vor Torres

Seine Zeit bei den Profis waren Lehrjahre. Mit den Weltstars Didier Drogba und Nicolas Anelka hat der junge Italiener zwei Altmeister vor der Nase, an denen kein Vorbeikommen ist. Er trainiert zwar bei den Profis mit, bekommt seine Spielpraxis jedoch weiterhin bei der Reserve.

Als Chelsea im Winter 2011 Fernando Torres verpflichtet, bleibt Borini nur die Flucht. Er lässt sich an den Zweitligisten Swansea City verleihen und knüpft dort nahtlos an seine Leistungen bei der Reserve an. Während Torres seinen Torriecher in Liverpool verliert, trifft der zum U21-Nationalspieler gereifte Borini in Wales nach Belieben.

Neun Spiele bestreitet er für die "Swans", und wird dabei mit sechs Treffern und drei Vorlagen zum Publikumsliebling. Der Aufstieg in die Premier League lässt Swansea hoffen, das Sturm-Juwel auch über die Saison hinaus halten zu können. Doch vergeblich, Borini hat zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vorvertrag in der Heimat beim FC Parma unterschrieben.

Turbulenter Sommer in Parma

Nur einen Monat verbringt Borini in der Region mit dem weltbekannten Schinken, ehe der AS Rom zuschlägt. Unter dem ehemaligen Real- und Barcelona-Star Luis Enrique will der Klub aus der ewigen Stadt in der Serie A angreifen und greift dafür tief in die Tasche. Fast 84 Millionen legen die "Wölfe" für neue Spieler auf den Tisch. Borini wird vorerst nur für die Hinrunde ausgeliehen.

In Roms 4-3-3-System erkämpft er sich einen Stammplatz auf dem rechten Flügel und überzeugt als spielender Außenstürmer mit einer tollen Schusstechnik. Oft und gerne zieht er von dort in den Sechzehner und demonstriert seine Abgebrühtheit vor dem Tor. Neun Tore erzielt er in 19 Spielen für die Roma und stellt Sturm-Hoffnung Bojan deutlich in den Schatten, der im Sommer unter großem Jubel der Anhänger vom Champions-League-Sieger FC Barcelona verpflichtet wurde.

Schießt er Rom nach Europa?

Borinis großes Plus sind seine Lehrjahre in England. Durch das körperbetonte Spiel im Mutterland des Fußballs hat sich der 21-Jährige die Robustheit angeeignet, die er als Rechtsaußen benötigt. Da er bereits in der Chelsea-Reserve in einem Drei-Mann-Sturm spielte, kennt er die sich öffnenden Räume und nutzt diese clever aus.

So verwundert es nicht, dass Rom im Winter die Kaufoption für ihn zieht. Viereinhalb Millionen ist Borini den Hauptstädtern wert, eine Investition in die Zukunft. Um sein volles Potenzial abzurufen, fehlt dem 1,80 Meter großen Angreifer neben einigen Stunden am Kopfballpendel auch die internationale Erfahrung: Acht Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf einen Champions-League-Platz vier Punkte.

Zudem hat er gute Chancen auf einen Platz im italienischen Kader für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Ende Februar debütierte er für die "Squadra Azzurra" im Freundschaftsspiel gegen die USA. Durch die langwierigen Ausfälle von Giuseppe Rossi (Kreuzbandriss) und Antonio Cassano (Herzprobleme) hat Cesare Prandelli im Angriff noch Plätze frei.

Von Christoph Volk

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