EuroScout

Ein Küken für den Dino

Maximilian Beister gilt als die Zukunft des HSVMaximilian Beister gilt als die Zukunft des HSVDer katastrophale Saisonstart inklusive Absturz auf den letzten Tabellenplatz und die Trainer-Entlassung sind rund ein halbes Jahr später größtenteils wieder vergessen. Der Hamburger SV hat die Kurve bekommen und den Umbruch eingeleitet.

Doch der Blick der Norddeutschen ist bereits in die Zukunft gerichtet. Trainer Thorsten Fink soll, wie bei seiner vorherigen Station FC Basel, eine schlagkräftige und junge Truppe aufstellen, die Europa aufmischt. Eine Schlüsselrolle soll dabei ein Herbstmeister der 2. Liga spielen.

Spieler: Maximilian Beister

Geburtsdatum: 6. September 1990

Geburtsort: Göttingen, Deutschland

Nationalität: deutsch

Größe: 1,80 m

Fuß: links

Position: Mittelfeld

Derzeitiger Klub: Fortuna Düsseldorf (Leihe: Juli 2010 bis Juli 2012)

Rückennummer: 11

Frühere Klubs: Hamburger SV

Beister wird in Göttingen geboren und spielt in seiner Jugend für den VfL Lüneburg. Im Sommer 2004 gerät er ins Visier des Hamburger SV. Der Bundesliga-Dino lotst den Linksfuß in die Hansestadt und schickt ihn in der Junioren-Bundesliga auf Torejagd.

Die Saison 2008/2009 wird die Saison des zu diesem Zeitpunkt 18-Jährigen. Unter Rodolfo Esteban Cardoso, Trainer der U-19 und HSV-Idol, erzielt er 14 Treffer in lediglich 13 Einsätzen. Zum Rückrunden-Start wird Cardoso zum Trainer der Reserve befördert und nimmt seinen Muster-Schüler einfach mit.

Der hochveranlagte Beister wird auf Anhieb Stammspieler, auch wenn sich seine persönliche Statistik in der Regionalliga nicht mehr so eindrucksvoll liest wie noch in der A-Jugend. Doch auch zwei Tore und zwei Vorlagen in 17 Spielen reichen, um die nächste Stufe auf der Karriere-Leiter zu nehmen.

Von der Elbe an den Rhein

Er schafft den Sprung zu den von Bruno Labbadia trainierten Profis des Bundesliga-Gründungsmitglieds. Bei der 0:1-Heimpleite gegen Bochum am 13. Spieltag schnuppert er zum ersten Mal Bundesliga-Luft. Durch einen weiteren Kurzeinsatz gegen Ende der Saison kommt er lediglich auf zwölf Minuten in Deutschlands Eliteliga. Seine Spielpraxis erhält er auch weiterhin in der Regionalliga, in der er in 24 Einsätzen neun Mal einnetzt.

Zur Spielzeit 2009/12 wird Beister für zwei Jahre nach Düsseldorf verliehen. Beim Zweitligisten soll er den nächsten Schritt machen. Doch aller Anfang ist schwer. Fünf Tage nach seinem 20. Geburtstag läuft "Maxi", wie seine Kollegen ihn rufen, erstmals im Unterhaus des deutschen Fußballs auf.

Zwar geht seine Premiere mit 0:1 verloren und er hat Anlaufschwierigkeiten, doch über Kurzeinsätze empfiehlt er sich für höhere Aufgaben. Nach der Winterpause hat er bei Trainer Norbert Meier seinen Stammplatz im offensiven Mittelfeld der Rheinländer gefunden. "Das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit, um guten Fußball zu spielen, hat mir im ersten halben Jahr gefehlt", sagt er später über seine Eingewöhnungszeit beim Traditionsverein vom Rhein.

Auch von drei Bochumern ist Beister nicht zu stoppen.Auch von drei Bochumern ist Beister nicht zu stoppen.

Mit sieben Toren und sechs Auflagen hat er entscheidenden Anteil daran, dass Fortuna die Saison auf einem ausgezeichneten siebten Platz beendet. In der Spielzeit 2011/12 packt er noch eine gewaltige Schippe drauf: Nach der Hinserie führt die Neuentdeckung des Jahres die Scorerliste der Liga mit sensationellen 19 Punkten an. Acht Tore erzielt er selbst, elf Mal beweist er das feine Näschen für den Nebenmann. Die Herbstmeisterschaft der Düsseldorfer, sie ist eng mit den bärenstarken Leistungen des deutschen U-21-Nationalspielers verbunden.

Der feine Techniker wird gerne als "Mini-Robben" bezeichnet. In der aktuellen Saison setzt Meier ihn auf dem rechten Flügel ein, von dort zieht er oft und gerne nach innen und sucht mit seiner linken Klebe den Abschluss. Auch seine Dynamik und Schnelligkeit erinnern an den torgefährlichen Vize-Weltmeister von 2010.

Im Sommer wird Beisters Leihvertrag in Düsseldorf auslaufen. Der Tabellenführer der 2. Liga macht sich keinerlei Hoffnung, das Juwel über diesen Zeitpunkt hinaus halten zu können. In Hamburg hat der Flügelflitzer noch Vertrag bis 2013. Neben dem niederländischen Rekord-Meister Ajax Amsterdam wird Beister in der Winterpause ein Flirt mit der Dortmunder Borussia nachgesagt.

Mit seiner Ballsicherheit und Wendigkeit hätte der Blondschopf wunderbar ins schwarz-gelbe Mittelfeld gepasst. "Maxi will und soll spielen, der BVB ist aus dem Rennen", reagierte sein Berater Carsten Kühn jüngst auf den Transfer von Nationalspieler Marco Reus zum deutschen Meister. Ein Transfer des ähnlich veranlagten Beister ist somit vom Tisch.

Alles klar bis Ende Februar

Sehr zur Freude der Verantwortlichen in Hamburg. Coach Thorsten Fink und Sportchef Frank Arnesen kündigten ohnehin an, dass dem spritzigen Linksfuß ein fester Platz in den Planungen des Bundesliga-Dinos zugedacht ist. Einen Fehler wie noch vor anderthalb Jahren mit Sidney Sam will man an der Elbe nicht erneut machen.

Den wieselflinken Außenspieler hatte der HSV von 2008 bis 2010 an Kaiserslautern, ebenfalls in das deutsche Fußball-Unterhaus, verliehen. Dort gelang dem Junioren-Nationalspieler der Durchbruch. Statt anschließend zurück nach Hamburg, wechselte er nach Leverkusen und reifte dort unter Jupp Heynckes zum Stammspieler.

Zusätzlich zur Rückkehr bastelt man bei den Norddeutschen bereits an einer Vertragsverlängerung. Bis 2016 soll das neue Arbeitspapier Beisters laufen, eine Einigung ist in Sicht. "Wir haben mit dem HSV gesprochen und die meisten Punkte, die noch offen waren, geklärt. Bis Ende Februar wird alles klar sein", lässt Kühn den Hamburger Anhang hoffen.

Und hoffen darf auch der 21-jährige Beister. Mit den Schweizer Nachwuchs-Hoffnungen Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka verhalf Thorsten Fink bereits ähnlich veranlagten Spielern zum Durchbruch. Das wird auch beim begnadeten Dribbler Beister nicht anders werden.

Christoph Volk

Zurück zur Übersicht

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen