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Holt Barca den Nächsten zurück?

Alba bejubelt sein Tor gegen Real MadridAlba bejubelt sein Tor gegen Real MadridViele Fußball-Fans sind sich sicher: Wer sich beim FC Barcelona durchsetzt, der schafft es auch bei jedem anderen Klub. Doch, was ist mit den Spielern, die es nicht packen? Die noch in der Jugend bei den Katalanen aussortiert werden? Ist deren Karriere vorbei, bevor sie richtig losgeht?

Nicht zwangsläufig. Den Beweis tritt Jordi Alba an, den eben jenes Schicksal ereilte. Nun häufen sich die Stimmen, die von einer Rückkehr des „verlorenen Sohnes" sprechen.

Spieler: Jordi Alba

Geburtsdatum: 21. März 1989

Geburtsort: L'Hospitalet de Llobregat, Spanien

Nationalität: Spanien

Größe: 1,72 m

Fuß: links

Position: Linker Verteidiger

Derzeitiger Klub: FC Valencia (seit Juli 2009)

Rückennummer: 17

Frühere Clubs: Gimnàstic de Tarragona (Leihe)

Alba wird in L'Hospitalet de Llobregat geboren, der zweitgrößten Stadt Kataloniens. Sie grenzt direkt an Barcelona, und so verwundert es nicht, dass der Linksfuß in der Jugend die Schuhe für den großen FC Barcelona schnürt. Er durchläuft alle Jugend-Teams des 21-maligen spanischen Meisters, bis zum Jahr 2005.

Der Linksaußen ist zu diesem Zeitpunkt 16 und träumt von den Profis, doch soweit kommt es nicht. Noch eben ein Teil von "La Masia", Barcelonas legendärer Jugendakademie, möchte man ihn dort nicht mehr haben. Mit seinem schmächtigen Körperbau räumt man ihm keine Chance ein, sich im Profi-Fußball durchzusetzen. Bedenkt man, dass "Barcas" Spiel nach wie vor auf übermächtiger Physis aufbaut, eine logische Entscheidung.

Doch der ehrgeizige Alba gibt nicht auf. Er wechselt in die Jugend des Viertligisten UE Cornellà. Dort bleibt er jedoch nur zwei Jahre, zu groß ist das Potenzial des Linksaußen. Das erkennt auch der FC Valencia, der ihn für eine kleine Ausbildungsentschädigung in seine "Mestalla" genannte Nachwuchsmannschaft holt.

Positionswechsel sorgt für endgültigen Aufschwung

Parallel zur Nachwuchs- läuft er auch für die Reservemannschaft Valencias auf. Dort trifft er in seinem Premierenjahr fünf Mal in 18 Partien und hat mit starken Leistungen entscheidenden Anteil am Aufstieg in die dritte Liga. Pünktlich zu Beginn der Saison 2008/2009 verleiht ihn Valencia an Gimnàstic de Tarragona.

Nach einem Jahr beim Zweitligisten endet sein Leihvertrag und er kommt zurück nach Valencia. Dort hat Trainer Unai Emery die Entwicklung Albas stets im Auge behalten und ist überzeugt, dass der Youngster sich auch in der ersten Mannschaft durchsetzen kann. Bereits am zweiten Spieltag feiert er sein Debüt, als „Los Che" durch Tore von David Silva, David Villa und Juan Mata gegen Real Valladolid siegt. Die Namen der Torschützen behalten wir an dieser Stelle im Hinterkopf.

Alba ist vor Ferreira am BallAlba ist vor Ferreira am Ball

Den Durchbruch schafft der 1,72 Meter große Flügelflitzer aufgrund von zwei Dingen: Geduld und Anpassungsfähigkeit. "Ich habe immer versucht, ruhig zu bleiben und auf meine Chance zu warten. Dass mich Emery auf eine andere Position gestellt hat, war sehr gut für mich", schätzt er die Situation richtig ein. Der Coach sieht ihn mehr als linken Verteidiger, und Alba fühlt diese Rolle zu dessen vollster Zufriedenheit aus.

Dass er ursprünglich als Linksaußen seine Karriere begann, ist ihm deutlich anzumerken. Und eine seiner großen Stärken. Er agiert sehr offensiv, kurbelt das Spiel immer wieder über die linke Flanke an und scheut auch selbst nicht den Torabschluss. In der Defensive profitiert er vor allem von seinem robusten Zweikampfverhalten, das sich oft am Rande des Erlaubten befindet.

Zurück zur „Jugendliebe"?

Hier muss der 22-Jährige noch die richtige Balance finden und weniger ungestüm in die Zweikämpfe gehen. Eine Fertigkeit, die mit dem steigenden Alter aber noch kommen wird. Ebenso wie Angebote von europäischen Top-Klubs. Bei Englands Rekord-Champion Manchester United steht er angeblich als Nachfolger von Patrice Evra ganz oben auf der Liste. Bei seiner „Jugendliebe" Barcelona läuft im Sommer der Kontrakt von Éric Abidal aus. Startet Star-Trainer Pep Guardiola eine Rückholaktion für den nächsten „verlorenen Sohn"?

Gut denkbar. Mit Cesc Fàbregas und Gerard Piqué reiften zwei Leistungsträger bei anderen Vereinen, ehe sie zu den Katalanen zurückkehrten und in die Startformation stürmten. Zumal Alba sich mittlerweile auch in der Nationalmannschaft aufdrängt. Zwei Einsätze absolvierte er für den amtieren Welt- und Europameister. Dass er noch auf den Zug Richtung Polen und Ukraine aufspringt, ist wahrscheinlich. Zumal der routinierte Linksverteidiger der „Roten Bestie", Joan Capdevila, im Februar seinen 34. Geburtstag feiert.

Unabhängig von seiner Sommergestaltung wird Alba über kurz oder lang den drei Torschützen bei seinem Erstliga-Debüt nacheifern. Wie einst bei David Silva (jetzt Manchester City), David Villa (FC Barcelona) und Juan Mata (FC Chelsea) ist Valencia lediglich das Schaufenster, in dem er sich für größere Aufgaben empfehlen wird.

Christoph Volk

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