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Bartra: Guardiolas später Abschiedsgruß!

MarcBartraBarca

Vor dem Gigantenduell im Halbfinale der Champions League mit den Bayern plagen den FC Barcelona personelle Probleme: In der Innenverteidigung gehen den Katalanen die Alternativen aus. Carles Puyol und Javier Mascherano sind verletzt, Adriano fehlt aufgrund einer Gelbsperre.

Dadurch steht Trainer Tito Vilanova nur ein etatmäßiger Innenverteidiger zur Verfügung: Marc Bartra. Der 22-Jährige kündigte bereits an, für einen Einsatz gegen den deutschen Rekordmeister bereit zu sein. An der Entwicklung des Eigengewächses ist auch der kommende Bayern-Coach Pep Guardiola nicht ganz unschuldig.

Spieler: Marc Bartra

Geburtsdatum: 15. Januar 1991

Geburtsort: Sant Jaume dels Domenys, Spanien

Nationalität: Spanien

Größe: 1, 83 m

Fuß: rechts

Position: Innenverteidiger

Derzeitiger Klub: FC Barcelona

Rückennummer: 15

"Wenn Puyol stirbt, kann er nach einer Woche wieder spielen", besagt ein makaberer Spruch im spanischen Fußball. Das katalanische Urgestein musste sich Mitte März einer Arthroskopie im Knie unterziehen und sollte - eigentlich - für das Hinspiel ausfallen. Es wäre jedoch nicht die erste Blitzheilung des Kapitäns, die Mediziner in Staunen versetzt.

Sollte es für den 35-Jährigen jedoch nicht reichen, brachte sich Bartra bereits in Stellung. "Wenn ich in München das Vertrauen des Trainerstabs bekommen sollte, werde ich nicht enttäuschen", versprach er. Als erstes Indiz für einen Startelf-Einsatz spricht sein Erscheinen beim Pressegespräch am vergangenen Donnerstag.

Für das Halbfinale geschont?

"Je größer die Herausforderung ist, umso motivierter bin ich", machte er aus der Besonderheit des Spiels der aktuell spielstärksten Mannschaften der Welt keinen Hehl. Nachdem er zuletzt drei Liga-Spiele in Folge über 90 Minuten bestritt, setzte ihn Vilanova zwar am Wochenende gegen Levante auf die Bank, dort saßen aber auch einige Stammspieler. Die Vermutung liegt nahe, dass Bartra ähnlich wie Alba, Busquets & Co. für das Bayern-Spiel geschont wurde.

Der spanische U21-Nationalspieler lernte einst beim Stadtrivalen Espanyol das Kicken, ehe er sich im Alter von elf Jahren "Barca" anschloss. Seine Jahre in der elitären Jugendschmiede "La Masia" bemerkt man noch heute: Ballbeherrschung und Passgenauigkeit sind für einen Innenverteidiger außergewöhnlich. Mit jahrelang antrainierter Routine eröffnet er das Spiel mit dem flachen Pass auf seine Vorderleute, der lange Ball in der Spitze dient nur als Notnagel.

Schönen Gruß von Pep

Als Stolperstein für den 22-Jährigen, an dem während seiner Jugendzeit auch Real Madrid interessiert war, könnte sich jedoch seine fehlende Wettkampfpraxis herausstellen. Im bisherigen Saisonverlauf kam er nur zu 13 Einsätzen für Barcelona, lediglich fünf davon absolvierte er über die volle Spielzeit. Zumal Vilanova mit Éric Abidal, Sergio Busquets und Alex Song über erfahrene Spieler verfügt, die auch als Innenverteidiger auflaufen können.

Sollte Bartra gegen den FC Bayern zu seinem fünften Champions-League-Einsatz in dieser Saison kommen, würde das auch Pep Guardiola ins Spiel bringen: Der Innenverteidiger ist der zwölfte Akademiespieler, der unter der Führung des ehemaligen Barcelona- und baldigen Bayern-Trainers sein Debüt bei den Profis feierte.

Christoph Volk

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