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Erst gegen und bald für Dortmund?

Henrikh Mkhitaryan hat bereits 19 Champions-League-Spiele absolviert.Henrikh Mkhitaryan hat bereits 19 Champions-League-Spiele absolviert.

Obwohl Schachtjor Donezk bereits 2009 mit dem Gewinn des UEFA-Cups das erste internationale Ausrufezeichen setzte, gelang dem ukrainischen Meister erst in dieser Spielzeit der große Durchbruch in der Champions League. In Gruppe E ließ er den Titelverteidiger FC Chelsea hinter sich und empfängt im Achtelfinale Borussia Dortmund.

In den beiden Partien mit dem deutschen Meister ruht die große Hoffnung Schachtjors auf Henrikh Mkhitaryan. Armeniens dreifacher Fußballer des Jahres spielte bisher eine überragende Saison, die ihn in den Fokus einiger Bundesligisten katapultierte. Besonders pikant: Auch Dortmund soll ein Auge auf den 24-Jährigen geworfen haben.

Spieler: Henrikh Mkhitaryan

Geburtsdatum: 21. Januar 1989

Geburtsort: Yerevan, Armenien

Nationalität: Armenien

Größe: 1, 78 m

Fuß: beidfüßig

Position: Offensives Mittelfeld

Derzeitiger Klub: Schachtjor Donezk

Rückennummer: 22

Frühere Klubs: Pyunik Erewan, Metalurg Donezk

Neben der Borussia sollen auch Reviernachbar Schalke und der FC Bayern den Armenier auf dem Zettel haben. Kein Wunder, spielte er doch eine Hinserie der Superlative. In 17 Spielen der ukrainischen Premier Liga glänzte er als 18-facher Torschütze und legte sieben weitere Male auf.

Auch dank seiner Leistungsexplosion führt Donezk nach dem dritten Spieltag der Rückrunde die Liga mit komfortablen 13 Punkten Vorsprung an. In das Rampenlicht der Königsklasse schoss sich Mkhitaryan mit zwei Treffern beim 2:0-Auftaktsieg über Nordsjaelland.

Keine Sprachprobleme mit den Brasilianern

Dem Traumstart gegen die Dänen folgten Punktgewinne gegen die Topklubs Juventus und Chelsea, angeführt von einem starken Mkhitaryan. Wie in der Liga zog er die Fäden, nur äußerst selten lief ein Angriff des siebenfachen ukrainischen Meisters nicht über ihn.

In der Offensive, die bei Schachtjor fast ausschließlich aus Spielern brasilianischer Herkunft besteht, stellt er das Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff dar. Er gibt das Tempo und die Spielrichtung vor, leitet Angriffe ein und schließt sie auch häufig selbst ab. Kommunikationsprobleme gibt es dabei keine: Portugiesisch ist eine der fünf Sprachen, die der 24-Jährige fließend beherrscht.

Mittelfeld oder Sturm?

Zwar taucht er auf dem Aufstellungsbogen als offensiver Mittelfeldspieler auf, wird aber während der Partie immer wieder zu einem zweiten Stürmer. Er stößt in die Spitze vor, sorgt für Zuordnungsprobleme in der gegnerischen Defensive und geht im Strafraum instinktiv den richtigen Weg. Im überfallartigen Offensivspiel Schachtjors ist es unwichtig, auf welchem Fuß oder in welcher Höhe er freigespielt wird. Ob mit links, rechts oder dem Kopf: Seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor erfuhr in dieser Spielzeit einen gewaltigen Schub.

So explosiv er sich auf dem Spielfeld präsentiert, so ruhig agiert er abseits des Rasens. Während Dortmund am Tag nach der demütigenden 1:4-Pleite gegen Hamburg kollektiv seine Wunden leckte, gab Mkhitaryan ganz entspannt eine Autogrammstunde und stellte sich den Fragen der Fans.

Unmoralisches Angebot aus Dortmund?

Zum Beispiel, ob er das Dortmund-Spiel gesehen habe. "Wir hatten zu der Zeit gerade Training. Aber der Trainer wird uns schon sagen, was wir wissen müssen", sagte er. Keine Zeit also für den Blick nach Dortmund, aber trotzdem großer Respekt vor dem Gegner: "Ihre Disziplin und die mannschaftliche Geschlossenheit waren auf höchstem Niveau."

Dass er dieses Niveau ab Sommer weiter anheben könnte, wird bereits seit einigen Wochen gemunkelt. Durch das Rätselraten um einen vorzeitigen Abschied von Robert Lewandowski soll sich der BVB bereits nach Ersatz umgeschaut haben. Doch eine Verpflichtung Mkhitaryans würde den BVB zu einer ganz neuen Dimension der Transferausgaben zwingen. Schachtjor dürfte nur bei einem unmoralischen Angebot von 30 Millionen Euro plus X bereit sein, über einen Abgang seines Juwels nachzudenken.

Den Spieler selbst lassen diese Spekulationen kalt: "Ich habe einen Vertrag bis 2015 und werde für Schachtjor spielen, bis er ausläuft. Dann werden wir sehen was passiert." In Dortmund hoffen sie, dass bei Mkhitaryan in den nächsten 180 Champions-League-Minuten möglichst wenig passiert.

Christoph Volk

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