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Lamela: Von Bayern verschmäht

Das hätte euer Preis sein können, FC Bayern: Erik LamelaDer Fußball hat seine ungeschriebenen Gesetze: Der Gefoulte sollte den Elfmeter nicht selbst schießen, wer das Tor vorne nicht macht, kassiert es selbst und wenn ein Argentinier fehlerfrei um ein Trainings-Hütchen dribbelt, ist er der nächste Diego Armando Maradona. Zumindest die letzte Regel wurde überarbeitet: Heute gilt man als der neue Lionel Messi.

Und wie so oft, wenn zur Beurteilung eines Nachwuchskickers der Vergleich mit einem der Größten seiner Zunft angestellt wird, greift ein europäischer Spitzenverein zu und nimmt horrende Summen in die Hand. Im Fall von Érik Lamela griff der AS Rom tief in die Tasche und das war nicht die schlechteste Entscheidung

Spieler: Érik Lamela

Geburtsdatum: 04. März 1992

Geburtsort: Carapachay, Argentinien

Nationalität: Argentinien, Spanien

Größe: 1,84 m

Fuß: links

Position: Rechtsaußen

Derzeitiger Klub: AS Rom (seit Juli 2011)

Rückennummer: 8

Vorherige Klubs: Club Atlético River Plate

Wer beim 33-fachen argentinischen Meister River Plate spielt, teilt das Schicksal eines jeden Fußballers, der bei einem Rekordmeister die Schuhe schnürt: Es zählen nur Titel. Umso größer war das Entsetzen, als die "Millonarios" im Sommer 2011 erstmals nach 80 Jahren den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten mussten.

Dem sportlichen Abstieg folgte zwangsläufig die Neusortierung des Kaders, in Zuge dessen Lamela den Sprung nach Europa wagte. Rund 17 Millionen Euro war der damals 19-Jährige den Römern wert. Nach einem für die eigenen Ansprüche enttäuschenden 6. Platz in der Serie A wollte man in Rom national und international wieder vorne mitmischen.

"Barcelona-Experiment" scheitert

Eng verbunden war diese Hoffnung mit der Trainer-Verpflichtung von Luis Enrique. Die ehemalige Barca-Legende hatte zuvor drei Jahre die Reserve des katalanischen Giganten trainiert und sollte, mit "Tiki-Taka" im Gepäck, für den Aufschwung bei den "Giallorossi" sorgen. Mit dem auf Ballbesitz ausgelegten Spiel kam die Roma jedoch zu keinem Zeitpunkt zurecht, schnitt mit dem 7. Platz noch schlechter ab als zuvor und erklärte das Experiment Luis Enrique bereits nach einem Jahr für gescheitert.

Lamela zeigte in seiner ersten Spielzeit in Italien Licht und Schatten. Vier Treffer und sieben Vorlagen brachte er in der Liga zustande, fiel aber auch durch Reibereien mit seinem Sturmpartner Pablo Osvaldo und das unrühmliche Anspucken von Juventus' Stephan Lichtsteiner aus der Rolle. Aufwärts ging es für den argentinischen Nationalspieler erst mit der Verpflichtung des neuen Trainers Zdeněk Zeman.

Fast wäre er beim FC Bayern gelandet

"Zeman ist ideal für mich, er lässt ein 4-3-3 spielen das perfekt zu mir passt", zeigte sich Lamela bei der Verpflichtung des Coaches begeistert. Unter dem Tschechen fand der 20-Jährige seinen Stammplatz sofort auf Rechtsaußen. Dort überzeugt er mit seiner engen Ballführung und dem Gespür für den freien Raum. Die Antrittsschnelligkeit und der Abschluss mit dem starken linken Fuß erinnern an Arjen Robben: Acht Tore erzielte er in seinen zwölf Ligapartien für die Roma in dieser Spielzeit.

Dabei wäre Lamela fast beim FC Bayern gelandet. 2011 bot River-Präsident Daniel Passarella seinem Freund, Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, einen Transfer des damals 18-Jährigen an. Der deutsche Rekordmeister lehnte dankend ab, hatte er doch zuvor fast 24 Millionen Euro in das Südamerika-Trio Breno, Sosa und dos Santos versenkt.

Von Christoph Volk

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