Arsène Wenger

Wenger: “Wo Zlatan ist, ist der Erfolg”

Eurosport-Experte Arsene Wenger beleuchtet in seinem aktuellen Blog-Post die Viertelfinalspiele der Champions League und konzentriert sich dabei auf das Aufeinandertreffen der Weltstars Lionel Messi und Zlatan Ibrahimovic.

Hallo Fußball-Fans,

Paris St. Germain steht vor der schweren Aufgabe, quasi die spanische Nationalmannschaft plus Lionel Messi schlagen zu müssen. Das gilt selbstverständlich in erster Linie auf das Spielsystem bezogen: Barca wird auf Ballbesitz aus sein, PSG hat dann eigentlich nur die Möglichkeit, über gefährliche Konter entscheidend einzugreifen. Und ich bin davon überzeugt, dass die Franzosen das können, denn ihr Potenzial in der Offensive steht dem der Spanier in kaum etwas nach.

Wenn man noch mal den Vergleich mit der Nationalmannschaft bemühen will, ist Barca vielleicht derzeit sogar leichter zu schlagen als "La Roja". Arbeloa, Monreal, Sergio Ramos waren gegen Frankreich herausragend - aber alle drei stehen nicht im Team von Tito Vilanova. Daher glaube ich, dass Barcas Defensive leichter zu knacken ist, als die des Nationalteams.

Ibrahimovic an alter Wirkungsstätte

Für Zlatan Ibrahimovic ist es ein Rendezvous mit seiner wenig glücklichen Vergangenheit bei der "Blaugrana". Dass er sich in Barcelona nie richtig durchgesetzt hat, lag auch daran, dass zu seiner Zeit ein Überangebot auf seiner Position herrschte. In diesem Fall war der Konkurrenzkampf so groß, dass er in Frustration endete.

Bei Zlatan gehört sein Auftreten, das oftmals als arrogant und hochmütig interpretiert wird, zu seiner Leistung dazu - er braucht es, um stark zu sein. Man darf dabei nicht vergessen, dass er sein Auftreten auf dem Feld immer mit Leistung untermauert. Seine unzähligen Meisterschaften in unterschiedlichsten Ligen sind keine Zufallsprodukte und vielleicht höher einzuschätzen, als so mancher Champions-League-Titel. Wo er hinkommt, ist er erfolgreich, das wird auch mit PSG wieder so sein. Er macht aus einer Mannschaft ein Erfolgsteam.

Ob es am Ende zu einem Sieg über den FC Barcelona reicht? Sehen wir es mal so: Celtic und Milan haben Barca beide geschlagen, also ist es auch für PSG möglich. Daraus sollten sie ihre Motivation ziehen.

Und schließlich gilt es, Messi vom Tor fernzuhalten. Er ist an der überwiegenden Zahl der Tore beteiligt - das heißt, es reicht nicht aus, ihn kein Tor schießen zu lassen, er darf auch seine Mitspieler nicht in Szene setzen.

Gelingt PSG es, das alles in zwei Spielen umzusetzen, ist das Halbfinale drin.

Viele Grüße,

Euer Arsene Wenger

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