Arsène Wenger

Dortmund ist ein Favorit

Das erste Duell zwischen Borussia Dortmund (hier mit Mats Hummels) und Manchester City endete 1:1.

Hallo Fußball-Freunde,

es ist der letzte Spieltag in der Gruppenphase der Champions League und egal, ob wir mit Arsenal gegen Olympiakos gewinnen oder nicht - danach sind wir in jedem Fall fürs Achtelfinale qualifiziert - und das im 13. Jahr in Folge!

Einfach war es nie, wir waren oft in schweren Gruppen. Aber dass wir uns jedes Mal durchgesetzt haben, zeugt von Stabilität und Konstanz, gerade auch was die Entscheidungsträger betrifft. Schade ist natürlich, dass wir noch nie Trophäe in den Händen halten konnten. Aber Fußball wird auf allerhöchster Ebene immer mehr zu einem Individualsport. Es sind immer dieselben Spieler, die letztlich den Unterschied ausmachen.

Eventuell hat sie in diesem Jahr sogar Borussia Dortmund. Nach der überzeugenden Gruppenphase gehören sie für mich absolut zum Kreis der Favoriten. Sie haben eine regelrechte Offensiv-Armada mit jungen Leuten (zum Kader). Wir werden sehen, ob es dem BVB gelingt, sie alle zusammenzuhalten...

Richtig überrascht bin ich nicht, dass sich das Team von Jürgen Klopp, den ich sehr schätze, durchgesetzt hat. Vielmehr hat mich der FC Malaga verblüfft. Als ich im Sommer Santi Cazorla von dort verpflichtet habe, war der Klub am Rand der Implosion. Die Verantwortlichen haben ein schwieriges Jahr erwartet, doch manchmal bringt insbesondere solch eine Situation eine Form von Solidarität mit sich, eine Essenz an Konzentration. Ich bin glücklich, dass sie weiter sind, denn auch ihre Gruppe war nicht leicht (alle Ergebnisse und Tabellen).

Hart und ganz bitter kann es für den FC Chelsea werden, der Titelverteidiger steht vor dem Aus. Ich muss sagen, die Entlassung von Roberto Di Matteo war traurig und hat etwas mit der legendären Ungeduld in diesem Verein zu tun. Er hat schließlich die Champions League gewonnen! Ich weiß, welche Arbeit hinter solch einer Leistung steckt, es sind manchmal schon sehr harte Regeln in unserem Trainergeschäft.

Nun ist eben Rafael Benitez wieder im Amt. Ich kenne ihn sehr gut. Er ist ein charismatischer Trainer, eine starke Persönlichkeit. Ich habe mich aber darüber gewundert, dass er einem Vertrag bis Saisonende zugestimmt hat, weil er die Fähigkeit hat, einem Team über einen längeren Zeitraum seine Handschrift zu verpassen.

Viel Zeit hat er jetzt nicht, ein Vorrunden-Aus wäre ein schwerer Schlag für Chelsea.

Euer Arsène Wenger

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