Um Reifenbreite

Tour-Einzelkritik

Die Fußball-WM ist Geschichte, die Tour legt eine Atempause ein -
höchste Zeit für eine Einzelkritik nach den Spielen der Gruppenphase der
Rundfahrt und dem "Achtelfinale" in den ersten Anstiegen der Alpen...

Adam
Hansen:
Spielte trotz gebrochenem Schlüsselbein das ganze erste
Match zu Ende. Deshalb nominiert mit Txurukka, Vandevelde und Gerrans
für den "Dieter-Hoeneß-Turban".

Sylvain Chavanel: Schon
zweimal "Man of the match", auch wenn er in Spa etwas von einer
strittigen Entscheidung des noch unerfahrenen Schiedsrichters
profitierte. Kann sich nicht zwischen Heim- und Auswärtstrikot
entscheiden.

Mark Renshaw: Jede Menge Scorerpunkte, bester
Vorbereiter der Vorrunde. Besonders beeindruckend sein Dribbling auf der
Zielgerade in Montargis, das Cavendish den ersten Sieg brachte. Suchte
in Brüssel selbst den Abschluss und schlug sich auch da glänzend.

Lance
Armstrong:
Zum Auftakt in Rotterdam mit einem tollen Start, sofort
im Spiel. Dann aber Probleme mit seinen Stollen auf dem Hartplatz in
Nordfrankreich. Im Achtelfinale fehlte ihm in der entscheidenden Phase
jegliche Bindung zum Spiel nach vorne, hätte sich fast selbst
ausgewechselt.

Cadel Evans: Der zweifache Vizeweltmeister
mauserte sich tatsächlich wieder zu einem Kandidaten fürs Finale.
Seltsam: Tauschte nach dem Achtelfinalsieg das Trikot mit sich selbst.

Thor
Hushovd:
Hat wunschgemäß seinen grünen Thor-Wart-Pullover
überziehen können und glänzte sogar selbst mit einem Treffer in
Arenberg. Kleine Entschädigung für seinen Ärger über die
Schiedsrichterentscheidung in Spa. Muss aber an der
Strafraumbeherrschung noch arbeiten, um in den Massensprints auch weit
genug vorne zu sein.

Carlos Barredo: Beeindruckte mit
Zweikampfstärke gegen seinen iberischen Gegenspieler Rui Costa,
allerdings ging sein Einsteigen weit über die internationale Härte
hinaus. Drehte klar am Rad.

Alberto Contador: Kam viel
besser als gedacht mit den schlechten oder schwierigen
Platzverhältnissen in den ersten Partien in den Niederlanden, Belgien
und Frankreich klar. Im Achtelfinale in den Alpen zeigte seine ganze Elf
ihre Klasse, der Schlüsselspieler aber hatte in der Nachspielzeit nach
Avoriaz leichte Schwächen.

Tyler Farrar: Pech für den
Top-Stürmer, der noch an seinem Handspiel zu knabbern hat. In seinem
Team herrschte leider Unklarheit, wer bei der Systemumstellung auf ein
klassisches 4-3-2-1 seine Position übernehmen sollte.

Frank
Schleck:
Musste leider wie auch Christian Vandevelde vor erstem
echten Ballkontakt ausgewechselt werden. Pech für die Halbfinal-
Kandidaten, die einmal mehr mit ihrem Lospech hadern dürften.

Fabian
Cancellara:
Die Allzweckwaffe glänzte mit einem Blitztor nach
wenigen Spielminuten, gab dann aber nach Spa seine Schweizer Neutralität
auf. Sein Wechsel auf die Seite der Schiedsrichter brachte ihm viel
Kritik, sein Auftritt als Teamplayer auf dem fast unbespielbaren Platz
von Arenberg viel Lob ein.

Xaver Florencio: Musste schon
vor Anpfiff abreisen. Keine Nachnominierung möglich. Gilt in manchen
Kreisen schon als der Nicolas Anelka von Cervélo.

Bradley
Wiggins:
Der Britpopper galt mit seinem Team wie die englische Elf
bis zum Achtelfinale als echter Anwärter auf den Turniersieg. Doch dann
fand er kein Mittel, den immer wieder steil gehenden Gegner aus Avoriaz
zu knacken. Verlor er mit seinen Haaren & Koteletten etwa auch seine
Kraft?

Robbie McEwen: Der Strafraum-Wühler rechtfertigte
seine Nominierung mit vielen guten Aktionen direkt vor dem Tor. Dann
aber verletzte er sich ohne gegnerische Einwirkung und musste um das
Ende der Gruppenphase bangen. Tragischer Höhepunkt: Der irre Versuch
eines Journalisten, 50 Meter hinter dem Ziel ein Blitz-Interview mit ihm
zu führen

Andy Schleck: Prima Start ins Turnier für den
Luxemburger, der auch den Ausfall seines "Capitano" gut verkraftete.
Beeindruckend seine bekannte Stärke bei den hohen Bällen der Alpen,
überraschend seine neue Klasse im schnellen Spiel nach vorne. Schoss den
Siegtreffer im Achtelfinale, heißer Kandidat fürs Finale.

Mark
Cavendish:
Der beste Torjäger litt anfangs arg unter seiner
Ladehemmung, machte aber nach schwachem Auftakt die Elfmeter, die
Renshaw herausholte, dann eiskalt rein. Könnte so doch wieder
Torschützenkönig werden

Alessandro Petacchi: Lampres Luca
Toni bewies, dass er seinen Torriecher noch nicht verloren hat. Ein
Stürmer wie er fehlte den "azzurri" in Südafrika an allen Ecken und
Enden.

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